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Alte Werte Oldtimer - Die schönere Geldanlage

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Wem es ums Geldanlegen geht, für den hat auch Jaguar-Fahrer Burmeester ein paar Tipps auf Lager: Festes Budget für den Kauf festlegen und es nicht überschreiten; Fachmann fragen; im Zweifelsfall das bei der Anschaffung teurere Auto kaufen, die höhere Anfangsinvestition wird mit einem geringeren Reparaturaufwand und mehr Fahrspaß entlohnt.

Perfekt erhaltener Jaguar E-Type von 1964 im Pariser Grand Palais vor einer Bonhams-Auktion. Quelle: AFP

Perfekt erhaltener Jaguar E-Type von 1964 im Pariser Grand Palais vor einer Bonhams-Auktion.

(Foto: AFP)

Rund 800.000 Oldtimer sind in Deutschland zugelassen, Tendenz stark steigend. Fahrer wie Stefan Burmeester finden Gleichgesinnte bei organisierten Ausfahrten, von denen jedes Wochenende irgendwo in der Republik einige starten. Zu Treffpunkten der Szene haben sich auch die sogenannten Meilenwerke entwickelt, die in Berlin, Düsseldorf und Stuttgart entstanden sind. In einem alten Lokschuppen im Düsseldorfer Osten parken rund 150 historische Mercedes, MG, Porsche und andere Klassiker. Einige von ihnen stehen hinter Glas und haben einen festen Besitzer, der sie hier ausstellt und manchmal bewegt. Andere gehören den Händlern, die sich im Meilenwerk niedergelassen haben und auf Kunden, die kaufen oder verkaufen wollen, warten. Dazu Leasingfirmen, Sachverständige, ein Restaurant und eine Boutique, die Chauffeure von der Lederkappe bis zum genoppten Handschuh stilecht ausstattet.

Kai Kleophas ist Sachverständiger. Er hoch sitzt hinter einem Schaufenster im Erdgeschoss und ist einer der wenigen im Meilenwerk, die nicht einen alten Motorblock als Schreibunterlage oder einen ausrangierten Fahrersitz als Polstermöbel benutzen. 150 Euro kostet bei ihm eine einfache Bewertung, für 600 Euro gibt es ein in Leder gebundenes Gutachten mit historischer Recherche. Als Gutachter des Meilenwerks ist der studierte Ökonom international gefragt.

Einer der letzten Aufträge führte sein Team bis nach Argentinien, wo er die Echtheit eines Oldtimers begutachtete, der zu einem sechsstelligen Preis verkauft werden sollte. "Wir sorgen für Klarheit bei allen Beteiligten", heißt sein Motto. Der Sachverständige hat einen Anflug von Ekel in der Stimme, wenn er berichtet, was ihm als Gutachter, der vor allem auf Originalität bedacht ist, so alles über den Weg läuft: Fahrer, die in einem "Anfall geistiger Umnachtung" andere Sitze eingebaut haben. Neue Kabel, die nicht wie die alten Originale mit Stoff, sondern mit neonfarbenem Kunststoff ummantelt sind.

Wen es bei dieser Aufzählung nicht schüttelt - dessen Anteil von Benzin im Blut ist vielleicht noch überschaubar. Vielleicht muss er bei Burmeester einsteigen, sich knapp über den Boden in das Gestühl der gelben Katze legen und erleben, wie der Chauffeur als Maschinist agiert, dem weder ABS noch ESP beim Fahren helfen. Der gekonnt in der Kurve die letzte Windung mit einem dosierten Einsatz des Gaspedals unterstützt, der die kurvige Landstraße der sechsspurigen Autobahn vorzieht und der einfach mal losfährt - nicht um anzukommen, sondern um unterwegs zu sein.

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3 Kommentare zu "Alte Werte: Oldtimer - Die schönere Geldanlage"

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  • Wenn Sie Ihren Oldtimer verkaufen wollen, versteigern Sie ihn bei ebay mit angesetztem Mindestwert. Das geht immer, von Provisionen oder ähnlichem kann keine Rede sein.Nur die ebay Gebühr.
    Anstatt einen Oldtimer zu 20.000Euro zu kaufen, können Sie auch 2 Wagen zu 10.000Euro kaufen. Z.B. schwedisches Buckelvolvos aus den 50iger Jahren.Tolle Autos und leicht verkäuflich.

  • Oldtimer, das schöste Hobby, das es gibt. Da gammelt nichts überflüssiges auf irgendeinem Depot herum oder liegt als EM in einem Schrankfach, sondern da gibt es etwas zum Anfassen, zum Bestaunen, zu Ausfahren und zum Herumwerkeln obwohl letzters nicht sein muß aber Spaß macht.
    Und außerdem ist das ganze noch eine gute Wertanlage, aber wer verkauft schon seinen Oldtimer, wenn er es nicht gerade drngend muß?

  • Es handelt sich um keine Geldanlage, sondern um eine Liebhaberei (außer man ist mit der "Szene" gut vernetzt). Eine Aktie kann man an jedem Börsentag verkaufen. Um einen Oldtimer zu verkaufen muss man ggf. monatelang die nächste Auktion abwarten. Ich vermute, dass beim Wiederverkauf die Provision und die Nebenkosten in zweistelliger Höhe liegen. Dann muss der Index etwa 20 bis 30 Prozent steigen, damit man überhaupt seine Anschaffungskosten zurück erhält.
    Wer in ein solches Auto "investiert", gibt außerdem Geld für etwas aus, dessen Nachfrage stark irrationalen Moden unterliegt. Selbst wenn der Index steigt, aber der eigene Autotyp gerade aus der Mode ist, dann hat man Pech gehabt.