Audi Fit Driver Wenn das Auto den Fahrer beruhigt

Auf der Technikmesse CES in Las Vegas hat Audi ein neues Fahrassistenzsystem vorgestellt: Bei „Fit Driver“ passt sich das Fahrzeug dem Stresslevel seines Fahrers an – und schaltet im Innenraum auf Entspannung.
Auf der Technikmesse in Las Vegas hat Audi sein neues Fahrassistenzsystem Fit Driver vorgestellt. Quelle: AFP
Audi auf der CES

Auf der Technikmesse in Las Vegas hat Audi sein neues Fahrassistenzsystem Fit Driver vorgestellt.

(Foto: AFP)

BerlinAudi hat im Rahmen der Messe CES in Las Vegas sein neues Fahrassistenzsystem Fit Driver vorgestellt. Ziel ist es, dem Fahrer eines Audis ein entspannteres Fahren zu ermöglichen.

Dafür werden Innenraumsysteme wie die Klimaanlage, die Sitzmassagefunktion oder die Beleuchtung automatisch an den Stresslevel des Fahrers angepasst. Datengrundlage für die Entscheidungen von Fit Driver sind Daten, die mittels einer Smartwatch oder eines Fitness-Wearables gesammelt werden.

Auf diese Assistenten wollen wir nicht mehr verzichten
Fünf Beispiele für sehr sinnvolle Assistenzsysteme, die gar nicht unbedingt teuer sein müssen:
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Adaptiver Tempomat:

Die Adaptive Cruise Control (ACC) genannte Funktion (ca. 600 Euro beim VW Golf) hält nicht nur die Geschwindigkeit wie ein Tempomat, sondern auch den vorgegebenen Abstand zum Vordermann, mithilfe von Radar-, Lidar- und/oder Kamerasensoren.

Bremst der Vordermann, verzögert auch das eigene Fahrzeug, ebenso fährt es automatisch schneller. Die aufwendigsten heutigen Systeme können im Stop-and-Go-Verkehr auch selbstständig wieder anfahren. Neben mehr Komfort bringt der Abstands-Tempomat einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn.

Fernlicht-Assistent:
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Ist der Fernlicht-Assistent eingeschaltet, blendet das Auto je nach Verkehrssituation selbstständig ab und wieder auf. Diese relativ einfachen Systeme gibt es ab etwa 150 Euro. Voraussetzung ist eine Frontkamera, die entgegenkommende Autos und Motorräder ebenso wie vorausfahrende Fahrzeuge erkennt.

Bei den aufwendigeren, adaptiven Systemen bleibt das Fernlicht selbst in diesen Situationen an und sorgt für gute Ausleuchtung. Nur in dem Bereich, wo das Licht andere Verkehrsteilnehmer stören könnte, wird ausgeblendet.

Totwinkel-Assistent:
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Das System, auch Blind-Spot-Assist genannt (ca. 400 Euro beim VW Golf) überwacht den sogenannten „Toten Winkel“, also jenen Bereich, den der Fahrer über die Spiegel nicht einsehen kann.

Nähert sich hier ein Fahrzeug, zeigt es der Assistent an, meist über ein Lämpchen im Außenspiegel. Setzt der Fahrer trotzdem zum Spurwechsel an, wird er vor einer drohenden Kollision gewarnt, meist optisch, akustisch und/oder durch Vibrationen im Lenkrad.

Notbrems-Assistent:
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Aktive Notbrems-Assistenten erkennen mit Hilfe von Sensoren (Radar, Kamera) eine kritische Situation, zum Beispiel einen drohenden Auffahrunfall mit dem Vordermann. Sie warnen den Fahrer (optisch, akustisch, Bremsruck), reagiert er nicht, leiten sie eine Notbremsung ein.

Je nach Hersteller und Fahrzeugklasse sind die Systeme bereits Serie oder können für wenige hundert Euro hinzu gebucht werden. Die aufwendigsten Systeme, zum Beispiel von Volvo, Mercedes oder Lexus erkennen Fußgänger auf Kollisionskurs und bremsen selbstständig.

Einpark-Assistent:
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Es gibt verschiedene Systeme – von der Rückfahrkamera, die zeigt, wie das Fahrzeug mit dem jeweils aktuellen Lenkrad-Einschlag in die Lücke steuern würde bis zu Systemen, die im Vorbeifahren den Parkplatz vermessen und dann den Wagen selbstständig in die Lücke zirkeln, der Fahrer muss nur noch Gas geben und bremsen. Sie sind bereits ab einigen hundert Euro erhältlich.

Informationen zu Herzfrequenz oder Hauttemperatur werden von Fit Driver ausgewertet und interpretiert. Zusätzlich bezieht das System Daten aus der Fahrzeugsensorik bezüglich des Fahrstils sowie externe Bedingungen wie das Wetter oder die Verkehrslage mit in die Berechnung ein.

Erkennt das System, dass der Stresspegel des Fahrers steigt, reagiert es entsprechend. Audi zufolge werden etwa die Klimaanlageneinstellungen modifiziert und das Infotainment angepasst. Auch Anleitungen für spezielle Atemübungen sollen bei entsprechend hohem Stress auf dem Display im Cockpit angezeigt werden. Ein Pausenmanagementsystem warnt den Fahrer rechtzeitig vor Staus und schlägt eine Pause auf einem Rastplatz in der Nähe vor.

Für die direkte Steuerung des Autos wichtige Systeme werden vom Audi Fit Driver nicht angetastet – noch nicht: Der Autobauer plant, in einer späteren Ausbaustufe auch die Assistenz- und Sicherheitssysteme mit einzubinden. Dann könnte Fit Driver in Extremsituationen auch die Geschwindigkeit drosseln oder gar einen automatisierten Halt des Wagens veranlassen.

Audi-Fahrer müssen sich noch etwas gedulden, bis Fit Driver zum Einsatz kommt: Laut Audi soll das System in zwei Jahren serienmäßig eingebaut werden.

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