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Autoindustrie Finger weg von BMW – diese lustigen Spitznamen haben deutsche Automarken in China

Spitznamen können komisch sein. Warum Audi in China zum „Verbrecher“ wird, ein Porsche Panamera anzüglich ist und man einen BMW besser nicht berührt.
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Im Chinesischen lässt sich BMW mit „Fass mich nicht an“ übersetzen. Für den neuen X7 gilt das auch - zumindest auf der Automesse in Peking. Quelle: Reuters
BMW X7 in Peking

Im Chinesischen lässt sich BMW mit „Fass mich nicht an“ übersetzen. Für den neuen X7 gilt das auch - zumindest auf der Automesse in Peking.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Gegen einen Spitznamen können sich Automarken nicht wehren. Den Opel Kadett Rallye kannten deutsche Autofans in den 1970er-Jahren auch unter seinem Spitznamen „Schwarzer Sarg“. Das lag allerdings nicht an seiner Unfallbilanz, sondern den beiden schwarzen Streifen auf der langen Motorhaube, die eigentlich nur Reflexionen verhindern sollten.

Der Ford Taunus („Badewanne“) oder die BMW Isetta („Knutschkugel“) konnten mit ihren Spitznamen gut leben. Und dass der Citroën 2CV heute den meisten nur als „Ente“ bekannt ist, liegt vor allem an einem Journalisten, den das Automodell auf dem Pariser Autosalon 1948 an Andersens Märchen erinnerte: „Er ist wie hässliches Entlein zwischen diesen Schwänen“. Heute ist die Marke stolz auf diesen Namen.

Auch in China bekommen Autos immer wieder lustige Spitznamen. Warum aber im Mandarin mit dem „Verbrecher im Anzug“ ein Audi gemeint und der VW Lamando bei chinesischen Autofans eher als „würziges Brötchen“ bekannt ist, hat verschiedene Gründe, wie die US-Website „Quartzy“ schreibt: Manchmal vereinfacht der Spitzname den schwieriger klingenden Markennamen, oder er beschreibt das Aussehen und Fahrverhalten des Autos. Daraus ergeben sich teilweise kuriose Bezeichnungen:

Audi RS

Den chinesischen Spitznamen haben die Sportmodelle aus Ingolstadt wegen ihres glatten Aussehen und ihrer Fahrleistung: „Verbrecher im Anzug“ werden sie in China häufig genannt. Für die VW-Premiummarke sicherlich eine fragwürdiges Bezeichnung. Immerhin ist Audi immer noch einer der wichtigsten Lieferanten für Dienstwagen im Reich der Mitte.

Die Autos mit Sportwagengenen sind beliebt, tragen in China aber den unrühmlichen Spitznamen „Verbrecher im Anzug“.
Audi RS

Die Autos mit Sportwagengenen sind beliebt, tragen in China aber den unrühmlichen Spitznamen „Verbrecher im Anzug“.

BMW

Als die Bayerischen Motoren Werke ihre Arbeit aufnahmen, war China noch weit weg. In dortigen Autohäusern sorgt das Kürzel der Bayern heute aber mitunter für Erheiterung bei Kaufinteressierten. Die drei Buchstaben des Autoherstellers bilden im Chinesischen den Satz bié mō wǒ, auf Deutsch: „Fass mich nicht an.“ Möglicherweise kann das aber auch als Appell an Autodiebe ausgelegt werden.

Nur gucken, nicht anfassen. Das ist gilt zumindest für die wörtliche Übersetzung des Markennamens in China. Quelle: Reuters
BMW

Nur gucken, nicht anfassen. Das ist gilt zumindest für die wörtliche Übersetzung des Markennamens in China.

(Foto: Reuters)

Mercedes AMG 

Auch bei Daimler ist das Kürzel der Sportwagentochter in China missverständlich Die Buchstaben AMG stehen in Deutschland für besondere Sportlichkeit. Auf Englisch ausgesprochen klingen sie für Chinesen aber wie die Mandarin-Phrase aì mǔ jī , auf Deutsch: „Liebe die Henne“.

Die Sportmarke aus dem Daimler-Konzern steht in China für ein besonders inniges Verhältnis zu Federvieh. Quelle: dpa
Mercedes AMG

Die Sportmarke aus dem Daimler-Konzern steht in China für ein besonders inniges Verhältnis zu Federvieh.

(Foto: dpa)

Porsche

Richtig unangenehm ist der Spitzname für die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen. Denn die legendäre Marke klingt auf Mandarin wie pò xié, was man als „gebrochene Schuhe“ übersetzen kann. Dabei sind Porsche-Fahrer doch eigentlich auf breiten Schlappen unterwegs.

Richtig anzüglich wird es beim Porsche Panamera. Denn pà nǎ mō nǎ aus dem Mandarin heißt nicht weniger als „berühre alle ungewollten Stellen“. Der Porsche als Grabscher? Nicht gerade markenkonform.

Unangenehm: Das Modell aus Zuffenhausen wird im chinesischen zum aufdringlichen Grabscher. Quelle: Reuters
Porsche Panamera

Unangenehm: Das Modell aus Zuffenhausen wird im chinesischen zum aufdringlichen Grabscher.

(Foto: Reuters)

VW

Volkswagen hat Glück, denn der Markenname ist zumindest nicht missverständlich. Allein der Bestseller Lamando – ein chinesischer Ableger des Jetta – könnte bei chinesischen Kunden falsch verstanden werden. Là màn tóu  im Mandarin heißt „würziges Brötchen“. Merkwürdig: Immerhin wurde der Name speziell für den chinesischen Markt entwickelt.

Brötchen auf Reifen? Zumindest lässt sich der Markenname des VW Lamando in China so deuten. Quelle: Wikimedia Commons
Volkswagen Lamando

Brötchen auf Reifen? Zumindest lässt sich der Markenname des VW Lamando in China so deuten.

(Foto: Wikimedia Commons)

DS

Aber auch andere ausländische Marken trifft es in China hart. Das gilt vor allem für die französische PSA-Premiummarke DS. Während DS im Französischen Déesse gesprochen wird, was übersetzt Götting bedeutet, steht “diǎo sī” im Mandarin für einen jungen, armen Mann mit einem bestenfalls durchschnittlichen Aussehen. Ein „Loser“, der so gar nicht zum Nobelimage passt, das sich die Marke geben will. Ob die Franzosen deswegen in China so schwächeln?

Die Franzosen setzen auf einen imposanten Auftritt, haben in China aber einen unglücklichen Namen. Quelle: PR
DS

Die Franzosen setzen auf einen imposanten Auftritt, haben in China aber einen unglücklichen Namen.

(Foto: PR)

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