Autonomes Fahren Uber-Fahrerin guckte TV-Show bei tödlichem Unfall

Laut Polizei schaute die Fahrerin des selbstfahrenden Autos bis kurz vor dem Crash auf ihr Handy. Der Frau droht nun eine Anklage.
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Uber-Fahrerin guckte TV-Show bei tödlichem Unfall Quelle: Reuters
Beamte untersuchen das Unfallauto

Bei dem Zusammenprall kam eine 49-jährige Fußgängerin ums Leben.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfBeim tödlichen Unfall eines selbstfahrenden Uber-Autos im März im US-Bundesstaat Arizona war die Testfahrerin offenbar abgelenkt. Wie die Polizei am Donnerstag im Ort Tempe bekanntgab, habe sie bis zum Crash eine Fernsehsendung auf ihrem Handy geschaut. Der Unfall sei daher „komplett vermeidbar“ gewesen.

Laut einem Polizeibericht habe die Fahrerin erst eine halbe Sekunde vor dem Zusammenprall mit der 49-jährigen Fußgängerin, die im Dunkeln die Straße überquerte, von ihrem Smartphone aufgeschaut. Der Frau drohe ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung, über das jetzt die Staatsanwaltschaft entscheiden muss.

Die Polizei hatte für den Bericht Daten des Streamingdienstes Hulu ausgewertet. Diese zeigten, dass die Fahrerin des Volvo am Abend des tödlichen Unfalls 42 Minuten lang die Talentshow „The Voice“ guckte. Der Stream brach um 21.59 Uhr ab, dem exakten Zeitpunkt des Unfalls. Ein Video aus dem Inneren des Fahrzeugs zeige, dass die in den 22 Minuten vor dem Zusammenprall insgesamt sieben Minuten auf ihr Handy schaute.

Das IT-Portal „The Information“ hatte im Mai berichtet, dass ein Softwarefehler dafür sorgte, dass das autonome Fahrzeug die Fußgängerin nicht erkannte. Wie bei jedem Versuch mit selbstfahrenden Autos verlangte aber auch Uber, dass ein Sicherheitsfahrer an Bord ist und bei heiklen Situationen eingreift.

Der Vorfall hatte das Vertrauen in die neue Technologie erschüttert. Als Reaktion auf den Unfall stoppten gleich mehrere US-Bundesstaaten alle Testfahrten von Uber. Mit den Hinterbliebenen des Opfers erzielte Uber einen Vergleich. Auch der Chiphersteller Nvidia, dessen Produkte zentral für selbstfahrende Autos sind, setzte seine Probefahrten aus, ebenso wie Toyota und das Start-up NuTonomy.

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1 Kommentar zu "Autonomes Fahren: Uber-Fahrerin guckte TV-Show bei tödlichem Unfall"

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  • Ja entweder fährt das Auto selber oder nicht. Die Lückenpresse hämmert uns täglich ein, wer sein Auto nicht selber fahren läßt ist Rückständig. Aber besser Rückständig wie eine tödliche Gefahr.
    Diese gefakten Show-Autos die fahren nur in der Presse und in Werbesendungen selber, in Wirklichkeit muß dann doch der Fahrer die dauernde Überwachung des Fahrzeugs übernehmen. Dann kann er auch selber fahren, der Fahrer haftet ja eh.

    Diese kriminelle Technik suggeriert dem Fahrer das sie fahren könnte, beim Unfall wird nicht der Automobilkonzern haftbar gemacht, sondern der Beifahrer.

    Solange die Haftungsfrage nicht geklärt ist haben diese Autos nichts auf unseren Straßen zu suchen. Wer behauptet sein Auto könne autonom fahren hat auch zwingend zu haften.

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