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Autonomes Fahren Wenn das Auto zur Waffe wird

Autonom fahrende Autos sollen in den kommenden zwei Jahrzehnten den Straßenverkehr revolutionieren. Nun aber warnt das FBI vor der neuen Technologie. Die Autos könnten für kriminelle Zwecke missbraucht werden.
  • Holger Holzer
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  • Spotpress
FBI über autonome Autos - Roboter-Pkw als „tödliche Waffe“ Quelle: Volvo

FBI über autonome Autos: Die Roboter-Pkws können als „tödliche Waffe“ missbraucht werden.

Die amerikanische Bundespolizei FBI hat in einem internen Papier vor der kriminellen Nutzung von autonom fahrenden Autos gewarnt. Laut der britischen Zeitung „The Guardian“ spricht die Behörde von Roboter-Pkw als potentiell „tödlichen Waffen“.

Zu den wichtigsten Punkten zählt eine Art kriminelles Multitasking, das die autonomen Autos nach Ansicht des FBI ermöglichen würden. Weil etwa ein vor der Polizei flüchtender Fahrer nicht mehr mit dem Steuern des Fahrzeugs beschäftig ist, hat er Hände und Augen für andere Dinge frei – etwa für das Schießen auf seine Verfolger. Auch die Nutzung des Fahrzeugs als ferngesteuerte, selbstfahrende Bombe scheint der Behörde künftig möglich.

Das FBI sieht aber auch positive Aspekte an der neuen Technologie. Nicht nur bei der Verbesserung des Verkehrsflusses und der Verhinderung von Unfällen, sondern auch bei der Organisation von Überwachungen. Die Technik könnte etwa die ideale Entfernung zum Verdächtigen einhalten, um ihn im Blick zu behalten, ohne dabei entdeckt zu werden. Auch gefährliche Fahrmanöver bei Verfolgungsjagden oder schnellen Einsatzfahrten wären mit computergesteuerten Autos für die Polizei leichter und risikoärmer zu vollziehen. Letztlich nutzt die Technik so also Autofahrern auf beiden Seiten des Gesetzes.

Dass die Bundespolizei sich mit der Frage eingehend beschäftigt, ist kein Zufall. Das FBI rechnet damit, dass die US-Regierung die Zulassung autonomer Autos für den Straßenverkehr bereits in den kommenden fünf bis sieben Jahren genehmigt. Unter anderem der Internetkonzern Google hat bereits Pläne, entsprechende Autos anzubieten. Der kürzlich vorgestellte selbstfahrende Prototyp dürfte aber für Kriminelle wenig Reiz bieten: er fährt maximal 40 km/h.

Wer am Roboterauto forscht und baut
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Google: Autos ohne Fahrer, auch Roboterautos genannt, werden schon vereinzelt auf öffentlichen Straßen getestet. Jüngst hat der IT-Riese Google mit einem groß angelegten Feldversuch in den USA von sich Reden gemacht. Und der US-Bundesstaat Kalifornien hat bereits grünes Licht gegeben für eine Straßenzulassung der Roboterautos, sofern ein Fahrer am Steuer sitzt, der im Notfall eingreifen kann.

Google in Zusammenarbeit mit Continental und IBM beabsichtigen ein selbstfahrendes Taxi zu entwickeln und Nissan hat erste Modelle angekündigt - ein Massenmarkt ist aber noch in weiter Ferne. Doch schon im Jahre 2035 könnten solche Autos etwa drei Viertel aller Neuzulassungen weltweit ausmachen. Dies hat eine Studie der amerikanischen Unternehmensberatung Navigant Research festgestellt. Demnach kommen ab 2020 jährlich mindestens 8.000 alleinfahrende Fahrzeuge als Neuzulassungen auf die Straße. Nach der Studie "Autonomous Vehicles" können es im Jahr 2035 mehr als 95 Millionen Fahrzeuge sein.

(Foto: PR)
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Google: Im US-Bundesstaat Kalifornien dürfen völlig autark fahrende Fahrzeuge schon legal am Straßenverkehr teilnehmen. Das vom Gouverneur Jerry Brown im Herbst 2012 unterschriebene Gesetz erlaubt den Betrieb, solange ein Fahrer hinterm Steuer sitzt und im Notfall eingreifen kann.

Google testet bereits seit 2010 selbst fahrende Autos in dem Bundesstaat. Über 300.000 Meilen an Testfahrten haben die mit Laser, Radar, GPS und Kamera bestückten, selbstfahrenden Autos des IT-Riesen nach Konzern-Aussage bisher im US-Straßenverkehr ohne einen Unfall zurückgelegt. Der Großteil der Flotte besteht aus Toyota-Hybridfahrzeugen vom Typ Prius, und auch ein Lexus RX 450h Hybrid-SUV bewegt sich wie von Geisterhand geleitet über kalifornischen Straßen.

(Foto: PR)
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Nissan: Mit seinem Safety Shield, das ein umfassendes System zur Unfallvermeidung aufbaut, und einem neuen 360-Grad Laser Scanner treibt Nissan seine sicherheitstechnische Entwicklung voran. Der japanische Autokonzern könnte damit bis 2020 autonom fahrende Autos auf die Straßen bringen und den unfallfreien Verkehr ermöglichen.

In einem elektrisch angetriebenen Leaf hat Nissan jetzt die Fortschritte mit dem 360-Grad-Laser demonstriert. Das System überwacht während der Fahrt die gesamte Umgebung des Fahrzeugs. Es erfasst rundum alle Hindernisse, erkennt andere Verkehrsteilnehmer und Verkehrszeichen, speichert die Daten und warnt nach einem programmierten Verfahren den Fahrer oder greift sogar selbständig in die Bedienung des Autos ein.

In ihrer jüngsten Ausbaustufe meistern diese Systeme auch komplexe Verkehrssituationen. Sie erkennen zum Beispiel Verengungen der Fahrbahn und lenken ohne Reaktionen des Fahrers das Auto zum Ausweichen auf eine andere Spur. Dieses Manöver erledigt das System nach den jüngsten Fortschritten im Stadtverkehr auch unter Einbeziehung entgegenkommender Fahrzeuge und beim Annähern an Kreuzungen erleichtert die Laser-Anlage das Abbiegen. Nissan sieht den 360-Grad Laser Scanner als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum autonom fahrenden Auto. Damit, so die Nissan-Techniker, scheide die Gefahrenquelle Mensch im Straßenverkehr aus.

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Audi: 2018 könnte Audi sein erstes autonom fahrendes Auto in Serie produzieren. Die Technik hat der Hersteller zum Jahresbeginn auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas vorgestellt. Sie soll laut "auto motor und sport" Teil der Ausstattung der neuen Oberklasse-Limousine A8 sein, deren Einführung für 2016 geplant ist. Damit soll das Fahrzeug zum Beispiel selbsttätig in eine Garage einfahren und im Stau selbständig steuern können.

Dazu kommt neben einer Kamera, den Ultraschall-Sensoren und den Radar-Sensoren auch ein neu entwickelter Laser zum Einsatz, der die Fahrbahn und die Straßenränder scannt. Dieser ist hinter dem Kühlergrill angebracht. Das System scheint bereits heute zuverlässig zu funktionieren. "Auf den 37 000 Kilometern, die wir bisher gefahren sind, waren noch keine menschliche Korrektur notwendig geworden", sagt Audi-Entwickler Björn Giesler.

Den Aufpreis für die Technik für das autonome Fahren will Audi durch die Verwendung von zahlreichen, serienmäßigen Assistenten reduzieren. So müssen hierfür weder die elektromechanische Lenkung noch das Bremssystem modifiziert werden. Die Kosten für den Laser-Scanner konnten die Ingolstädter mithilfe der Zulieferer Ibeo Automotive Systems und Valeo drastisch reduzieren. Haben diese bislang den Gegenwert eines Kleinwagens ausgemacht, soll die Produktion jetzt nur noch einen dreistelligen Euro-Betrag kosten.

(Foto: PR)
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Volvo: Das Auto an der Einfahrt des Parkplatzes abstellen, aussteigen und später einfach wieder abholen, Volvo arbeitet an der Realisierung eines Konzepts zum autonomen Parken und hat das erste selbst parkende Auto bereits vorgestellt. Mit dem System sucht sich das Fahrzeug selbstständig einen passenden Stellplatz und steuert automatisch in die Lücke. Ein Eingriff des Fahrers oder einer anderen Person ist nicht notwendig. Dabei kommuniziert das Fahrzeug mit anderen Autos und Fußgängern und gewährleistet damit eine sichere Funktionsweise.

Das neue System basiert auf der sogenannten "Car-2-Infrastructure-Kommunikationstechnik." Dabei informieren Transmitter in der Verkehrsinfrastruktur den Fahrer, ob der Einparkservice verfügbar ist. Wenn dies der Fall ist, kann er das autonome Parken über eine Smartphone-App aktivieren und das Fahrzeug verlassen. Danach lokalisieren Sensoren einen freien Parkplatz und steuern das Fahrzeug dorthin. Umgekehrt funktioniert das Verfahren, wenn der Fahrer zurückkommt, um sein Auto abzuholen. Dann parkt das Fahrzeug selbstständig aus und steuert zurück zur Ausfahrt.

Durch die Kombination der neuen Parktechnik mit vorhandenen Assistenzsystemen wie dem Notbremsassistenten und automatischer Erkennung anderer Verkehrsteilnehmer kann sich das Fahrzeug autonom bewegen, ohne Fußgänger und andere Autos auf dem Parkplatz zu gefährden. Geschwindigkeit und Bremsmanöver passt das Fahrzeug dabei automatisch an. Noch ist das selbsteinparkende Auto ein Versuchsprojekt. Ob und wann die Technik in Serie geht, steht noch nicht fest.

(Foto: PR)
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Toyota: Nach dem IT-Giganten Google und dem Autobauer Nissan entwickelt nun offenbar auch Toyota Fahrzeuge, die autonom – also gänzlich ohne Zutun eines Menschen – im Straßenverkehr fahren können. Einem Fotografen der amerikanische Internetplattform „Left Lane News“ war 2012 direkt vor dem Toyota-Technikzentrum im US-Bundesstaat Michigan ein Prototyp auf Basis eines Lexus LS 600h L vor die Linse gefahren.

Das Foto zeigt auf dem Dach der Limousine Apparaturen, ähnlich denen, die Google verwendet. Beim IT-Spezialisten hingegen weisen die Gerätschaften eine deutlich windschnittigere Form auf. Darüber hinaus trug der LS weitere Kameras und Sensorik-Apparaturen am Kühlergrill.

Wie die Website außerdem aus Toyota-Kreisen erfahren haben will, planen die Japaner, ein „Roboterauto“ bis spätestens 2017 zur Serienreife zu bringen.

(Foto: PR)
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Continental/Cisco: Die Experten von Continental glauben, dass das Internet nicht nur ins Auto kommt, sondern dass das Auto Teil des Internets wird. Ein wichtiges technisches Merkmal zukünftiger Automobilgenerationen wird somit der nahtlose Zugang zum Internet über drahtlose Netzwerke sein.

Wie solche System aussehen könnten, hat jetzt der Zulieferer gemeinsam mit dem IT-Anbieter Cisco in den USA im Rahmen der "Center für Automotive Research Management Briefing Seminars" demonstriert. In einer Machbarkeitsstudie die Unternehmen ein gemeinsames Demonstrationsfahrzeug mit sicherer und nahtloser Netzwerktechnologie ausgerüstet. Damit sollen sich die steigenden Anforderungen an vernetzte Fahrzeuge erfüllen lassen, mit der neue Funktionen und zusätzlicher Nutzen für die Passagiere möglich werden.

(Foto: PR)
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