Bioethanol Benzin wird grüner

Deutschlands Autofahrer können schon bald Bio-Benzin tanken. Ab Januar soll an Tankstellen ein neuer Kraftstoff mit einem Bioethanol-Anteil von zehn Prozent verkauft werden. E10 soll nicht nur die Ölabhängigkeit der EU verringern, sondern auch weniger Treibhausgase verursachen.
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Benzin soll künftig auch mit 10 Prozent Bio-Ethanol verkauft werden. Quelle: dpa

Benzin soll künftig auch mit 10 Prozent Bio-Ethanol verkauft werden.

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HB BERLIN. In Deutschland soll Benzin umweltfreundlicher werden: Ab Januar 2011 hält mit Bio-Benzin eine neue Sorte an den Tankstellen Einzug. Das Kabinett will eine entsprechende Verordnung am Mittwoch auf den Weg bringen, wie das Umweltministerium am Sonntag mitteilte. Damit setzt die Regierung Vorgaben der Europäischen Union (EU) um. Der neue Treibstoff hat einen Anteil von Bioethanol von bis zu zehn Prozent. Bioethanol gilt als vergleichsweise umweltfreundlich, da der Kraftstoff weniger Treibhausgase verursacht. Bislang hat Benzin in Deutschland maximal fünf Prozent Bioethanol-Anteil.

Vergangenes Jahr wurde bereits bei Diesel die Beimischung von Biodiesel erhöht. Der neue Kraftstoff soll mit dem Zusatz E10 bezeichnet werden, wobei „E“ für Ethanol und „10“ für den Anteil steht.

„Wir wollen mit der Erhöhung des aus Pflanzen gewonnenen Biosprits den CO2-Ausstoß der Autoabgase senken und damit auch die knapper werdenden Erdölreserven schonen“, erklärten Bundesumweltminister Norbert Röttgen und ADAC-Präsident Peter Meyer. Etwa 90 Prozent aller benzinbetriebenen Pkw können E10 ohne Einschränkungen tanken, so das Ministerium. Autofahrer sollten sich aber zur Sicherheit vorher beim Hersteller erkundigen, ob ihr Fahrzeug dafür geeignet sei.

In den USA hat die Regierung jüngst den Weg frei gemacht, den Bio-Anteil bei Benzin auf 15 Prozent zu erhöhen von zuletzt zehn Prozent. Viele Tankstellen zeigen sich jedoch dort noch zurückhaltend.

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7 Kommentare zu "Bioethanol: Benzin wird grüner"

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  • @ H.berndt

    Sie verwechseln Ethanol mit biodiesel - der wird hauptsächlich aus Palmöl gewonnen, für deren Plantagen ganze Landstriche verwüstet werden, vorzugsweise im südostasiatischen Raum. Darunter leiden Menschen und Natur gleichermassen, biodiesel ist daher abzulehnen.

    Anders schaut es beim Ethanol aus, das nur aus hochwertigen Nutzpflanzen wie Mais, Getreide, Rüben und Zuckerrohr gewonnen wird. Mit Ausnahme des Letzteren werden diese Pflanzen sämtlich in unseren breiten angebaut, nicht in der Dritten Welt, und auch hier verarbeitet.

    Um nochmal auf Afrika zurückzukommen: Dort liegen riesige Flächen brach, die nur darauf warten, sinnvoll genutzt zu werden. Mit dem steigenden Getreidepreis gibt es für diesen Kontinent und seine bauern wieder Perspektiven.

  • Solange Millionen in die 860 deutschen Tafeln zum Tafeln gehen soll wenigstens benzin nachhaltig sein.

    Und die deutsche Regierungsbank findet meinen Segen im gerne im 4-Takter.

    Von mir aus im Saugvergaser oder per Einspritzpumpe.

  • Sie machen es sich sehr einfach. Tatsache ist, dass insbesondere investmentfonds, aber auch z.b. China grossflächig Land in Entwicklungländern aufkaufen und in der Folge Kleinbauern von ihrem Land vertrieben werden. Die landen dann in den städtischen Elendsquartieren und hungern oder verhungern. ihre schön gemalte Welt der angeblichen Profiteure trifft für diese Menschen gewiss nicht zu - wohl aber für die Casinokapitalisten. zur ihrer information: http://www.sle-berlin.de/sle/files/SLE_Downloads/EPDT/2010/Dokumentation%20EPDT%2021_5_2010%281%29.pdf

  • @ H. berndt: Wegen Ethanol verhungert niemand. Ganz im Gegenteil, die steigenden Getreidepreise machen den Anbau für bauern in der Dirtten Welt jetzt erst wieder attraktiv. Zuvor konnten sie nicht mit den kostenlosen "Hilfslieferungen" aus den reichen Ländern konkurrieren, jetzt wird diese "Hilfe" dank steigender Preise immer weniger und das Getreide der einheimischen bauern wird endlich wieder nachgefragt.

    bist Du schon mal in Afrika gewesen ? Alles, was man dort an Lebensmitteln kaufen kann, kommt aus Europa. Kekse, Milchpulver, Mehl ... so bleibt Afrika auf ewig am bettelstab. Dank Ethanol tut sich jetzt aber was.

  • und es sterben mehr Menschen auf der Welt, weil statt Grundnahrungsmitteln biomasse für die Ethanolproduktion angebaut wird und sich die Armen die steigenden Nahrungsmittelpreise nicht mehr leisten können. So grün ist diese Revolution der benzinproduktion. bravo!

  • Carl-F. Herden, das sind doch alles nur Mythen der Mineralöllobby !

    ich selbst fahre mein Auto schon seit über 30.000 Kilometern mit einem viel höheren Ethanolanteil, nämlich E70 - E85. Also zwischen 70 und 85% Ethanolanteil im Kraftstoff !

    Und ja, mein Auto ist älter (21 Jahre, um genau zu sein) und es ist absolut serienmässig, da wurde nichts umgebaut oder verändert.

    Mit E10 sind also überhaupt keine Probleme zu erwarten. Ganz im Gegenteil - die Motoren laufen damit leiser und schadstoffärmer.

    ich bedauere nur, daß unserer Regierung der Mut fehlt, gleich E50 als Standard festzulegen. Manche Autos kommen mit Ethanolanteilen ab 55% aufwärts nicht zurecht, aber E50 verträgt jede Kiste, egal ob alt oder neu. Damit könnte man massiv Ölimporte einsparen.

  • benzin wird grüner
    Wie bei den meisten Artikeln zu diesem Thema fehlt der Hinweis, dass E10 fuer ältere Fahrzeuge, Rasenmäher, Schneefräsen und die meisten Motorräder gefährlich ist. Die Erfahrung in USA zeigt, wo E10 seit 2 Jahren und E15 ab 2011 eingesetzt werden, dass durch diese Kraftstoffe Dichtungen an Tank und Vergaser verspröden (brandgefahr) und Ventile vorzeitig ausschlagen. Dies gilt übrigens auch fuer 2-Takt-Motoren auf Kettensägen, Freischneidern etc.

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