Bugatti Veyron in See gecrasht Versicherungsbetrug per Youtube-Video aufgeklärt

Ein Gebrauchtwagenhändler aus Texas schrottete seinen Bugatti Veyron 2009 spektakulär in einem See. Das entsprechende Video kennen zig-tausende Youtube-Fans. Es wurde dem Betrüger zum Verhängnis, er muss ins Gefängnis.
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Baden gegangen: Dieser sündteure und hoch versicherte Bugatti Veyron landete 2009 in Texas in einem See. Dahinter steckte versuchter Versicherungsbetrug eines Gebrauchtwagenhändlers. Quelle: Screenshot Youtube

Baden gegangen: Dieser sündteure und hoch versicherte Bugatti Veyron landete 2009 in Texas in einem See. Dahinter steckte versuchter Versicherungsbetrug eines Gebrauchtwagenhändlers.

Galveston, TexasAuf die schlauen Telefone, mit denen ihre Besitzer auch filmen und fotografieren, wird Andy Lee House aus der Kleinstadt Lufkin im US-Bundesstaats Texas nicht gut zu sprechen sein. Ebenso wenig auf das Videoportal Youtube. Lieferten doch beide den Beweis dafür, dass der 39-Jährige vor fünf Jahren einen Versicherungsbetrug begangen hatte und für den er nun verurteilt wurde.

Die Geschichte fing damit an, dass Andy 2009 in seiner Heimatstadt einen Gebrauchtwagenhandel namens Performance Auto Sales gründete, der sich auf hochwertige und exklusive Sportwagen konzentrierte. Andy Lee House, dem offensichtlich kein Superlativ zu groß ist, definierte seinen Laden stets gerne als „weltweit bedeutendster Retter exotischer Autos“.

Da er gerne mit seinen Sportwagen in und um Lufkin herum kutschierte, hielt es im Herbst 2009 niemand für außergewöhnlich, dass sich der Gebrauchtwagenhändler am Steuer eines Bugatti Veyron bewundern ließ. Den hatte er für eine geliehene Million Dollar einem texanischen Ölmagnaten abgeschwatzt.

Von nun an ging es für Andy bergab, denn er wollte möglichst schnell an möglichst viel Geld kommen. Dafür versicherte er den Bugatti, von dem nur 300 Exemplare gebaut wurden, zunächst bei der Philadelphia Indemnity Insurance Company für 2,2 Millionen Dollar. Das Fahrzeug, so argumentierte er die hohe Summe, sei nur für Ausstellungszwecke seines Unternehmens gedacht und steige wegen der geringen Stückzahl gleicher Exemplare unaufhörlich an Wert.

Drei Wochen später, am Sonntag, dem 1. November 2009, rollte Andy Lee House mit seinem Bugatti Veyron kurz nach Mittag bei strahlendem Wetter gemütlich über einen Abzweig der Interstate 45 zwischen La Marque und Galveston/Texas an der West Bay des Golfs von Mexiko.

Was dann passierte, schilderte er später der Polizei sowie der Versicherung so: Mit dem Navigationsgerät auf seinem Mobiltelefon habe er nach dem Weg zu einer Marina gesucht, wo er sich ein Boot ansehen wollte. Da sei ihm urplötzlich ein riesengroßer Pelikan in die Quere gekommen, vor Schreck habe er das Telefon fallen gelassen und die Herrschaft über das Auto verloren.

Dann war der Wagen über die Böschung ins Wasser geschossen, wo er bis zu den Türgriffen versank. Er selbst habe sich retten, den Motor aber nicht abstellen können, weil ihn „die Moskitos fast aufgefressen“ hätten. Eine viertel Stunde lang saugten die 16 Zylinder der 1001 PS starken Acht-Liter-Maschine in vollen Zügen Salzwasser in sich hinein, bis sie irreparabel das Zeitliche segneten. Zwölf Tage später meldete Andy bei der Versicherung seinen Anspruch auf 2,2 Millionen Dollar an.

Zunächst kam er mit seinem Schauermärchen bei der Philadelphia Indemnity durch. Was er aber nicht wusste und was im Zeitalter der Smartphones immer öfter passiert: Andy's Tat war von einem Bugatti-Bewunderer gefilmt und im Internet veröffentlicht worden . Inzwischen haben sich fast eine viertel Million Internetnutzer den Streifen angesehen.

Geständnis nach vier Jahren Prozess

Das Versicherungsunternehmen argwöhnte ziemlich bald Schlimmes. Zumal sich ein anonymer Anrufer meldete, der behauptete, Andy Lee House habe ihn zum Diebstahl und zum Abfackeln des Autos gegen Honorar anheuern wollen. Nach der Wasserung sei ihm zudem Schweigegeld geboten worden.

Kunstwerke in Blech zwischen Rekorden und Pleiten
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Der Type 13 war zwar nicht das Erstlingswerk Ettore Bugattis, aber er war das erste Fahrzeug, das den Namen Bugatti trug. Die Modelle mit den Nummern 1 bis 12 hatte der Italiener für andere Hersteller, unter anderem Deutz, entickelt. Zwischen 1910 und 1920 entstanden 435 Fahrzeuge des Type 13, der auch "Pur Sang" (deutsch: Vollblut) genannt wurde. Ein Name, den Bugatti knapp 100 Jahre später nochmals für ein Sondermodell des Veyron benutzte.

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Der 1922 vorgestellte Type 30 war der erste Bugatti, der in Serie mit einem Achtzylinder-Motor ausgerüstet war. Noch eine Neuheit in einem Bugatti: Erstmals wurde bei dem Type 30 mit allen vier Rädern gebremst - damals noch über Seilzüge.

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Die Weiterentwicklung des Type 30 bekam die 35: Der Type 35 ist bis heute eines der bekanntesten Modelle der Marke. Nach seiner Einführung 1923 dominierte er fünf Jahre lang die Rennsportszene.

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Trotz seiner zwei Starrachsen hatte der Type 35 eine hervorragende Straßenlage. Der hier abgebildete Type 35B hatte erstmals einen Roots-Kompressor und brachte es so auf eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h.

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Die größten Erfolge im Rennsport holte Bugatti allerdings mit einem anderen Modell: Der Type 57 G "Tank" gewann 1937 und 1939 die 24 Stunden von Le Mans. Bei beiden Siegen saß Jean-Pierre Wimille hinterm Steuer. 1939 teilte er sich das Cockpit mit einem gewissen Pierre Veyron, ein Name, der Auto-Fans heute sehr gut bekannt ist.

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Eines der Schwestermodelle hält einen anderen Rekord: Der Type 57SC "Atlantic" gilt als das teuerste Auto der Welt. Im vergangenen Jahr kam bei einer Auktion ein Fahrzeug Baujahr 1936 unter den Hammer - der unbekannte Käufer zahlte zwischen 30 und 40 Millionen Dollar für den Oldtimer. Das Fahrzeug im Bild ist aus dem Jahr 1938.

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Auch dem Bugatti Type 41 "Royale" kommt eine große Rolle in der Firmengeschichte zu. Damit sind nicht die beeindruckenden Daten (6,35 Meter Länge, 14,7 Liter Hubraum, 300 PS) gemeint. Der 1926 vorgestellte Wagen sollte den Luxus-Modellen von Rolls-Royce, Maybach und Cadillac Konkurrenz machen. Doch die Wirtschaftskrise 1929 schreckte viele Kunden ab, ein so teures und exklusives Auto zu kaufen. Die teure Entwicklung bedeutete für die Firma fast das Aus, gerade einmal sechs Exemplare wurden hergestellt. Bis heute sind alle sechs erhalten.

Daraufhin sahen sich auch die Versicherungsexperten den Film auf Youtube ganz genau an und stellten eine Reihe Widersprüchliches in Andys Aussagen fest: Auf dem Crash-Video ist weit und breit kein Vogel, geschweige denn ein großer Pelikan zu sehen. Dass Moskitos mittags besonders heftig stechen, verwiesen sie ins Reich der Fabel.

Und auch den Verwendungszweck des Bugatti Veyron vorwiegend als Ausstellungsobjekt stellten sie in Frage. Andy hatte mit ihm innerhalb von drei Wochen fast 2.500 Kilometer zurückgelegt. Eine Strafanzeige wegen Versicherungsbetrug folgte acht Monate nach dem angeblichen Unfall.

Warum sich der Prozess dann vier Jahre ohne Ergebnis dahinschleppte, weiß niemand so ganz genau. In den Gerichtsakten ist nachzulesen, dass sich eine ganze Armada von Strafverfolgern mit dem Fall beschäftigte: das FBI, die Texas Rangers, der Sheriff von Lufkin, die Abteilung für öffentliche Sicherheit im Magistrat der Stadt sowie ein Staatsanwalt. Zwischenzeitlich dealte Andy weiter mit Supersportwagen und legte sich im Januar 2010 sogar einen weiteren Bugatti Veyron zu.

Doch der Kampf mit Versicherung und Staatsmacht muss ihn allmählich mürbe gemacht haben. Nun bekannte sich House schließlich vor Richter Keith Giblin des Versicherungsbetrugs in Höhe von 2,2 Millionen Dollar schuldig. Das kostet ihn 20 Jahre hinter schwedischen Gardinen. (ampnet/hrr)

  • Hans-Robert Richarz
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