Carsharing Geteilte Autos erobern die Großstädte

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Carsharing hat vor allem für Gelegenheitsfahrer Vorteile: Anschaffungs- und Fixkosten sowie Reparaturen und Wartung eines Autos fallen weg, so der Automobilclub von Deutschland (AvD). Zudem hätten Fahrer die Wahl zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen: der Kombi für den Einkauf, der Transporter für Umzüge, der Kleinwagen für Besuche.

Interessenten sollten zunächst ihr Mobilitätsverhalten prüfen. Gibt es eine Bushaltestelle vor der Tür? Brauche ich regelmäßig ein Auto? "Carsharing lohnt sich nicht, wenn ich nur zweimal im Jahr fahre", sagt Verbraucherschützer Klug. "Dann benutze ich lieber einen Mietwagen." Er rät dazu, alle Kosten durchzurechnen. Wer im Jahr weniger als 10.000 Kilometer mit dem Pkw fährt, für den sei Carsharing grundsätzlich eine Option.

Klick und weg: Carsharing-Autos, wie die Fahrzeuge des Anbieters Car2Go, lassen sich online ganz leicht ausfindig machen. Quelle: dpa

Klick und weg: Carsharing-Autos, wie die Fahrzeuge des Anbieters Car2Go, lassen sich online ganz leicht ausfindig machen.

(Foto: dpa)

Wichtig ist dann, wo die Standorte sind. "Wenn die Autos zu weit entfernt sind, ist das nicht alltagstauglich", sagt Klug. Danach können sich Verbraucher den Detailfragen widmen: Welche Autoklassen gibt es? Wie sind die Tarife genau? Gibt es eine Zugangsbeschränkung für Fahranfänger? Eine Kaution? Wie hoch ist die Selbstbeteiligung im Schadensfall? "Die Versicherung ist bei den Anbietern meist mit dabei." Allerdings mit Eigenbeteiligung.

Interessant ist auch, ob Autofahrer nur in der eigenen Stadt fahren wollen oder auch in anderen Städten. Im zweiten Fall komme es darauf an, in welchem System sich der favorisierte Anbieter befindet, erklärt Loose. "Innerhalb eines Systems kann ich mühelos die Fahrzeuge eines anderen Anbieters nutzen." Unter den stationären Angeboten seien 90 Prozent aller Fahrzeuge in einem von drei Systemen, erklärt Verbandssprecher Loose. Das sind Stadtmobil/Ebus, Cambio und Flinkster. Alle klassischen großstädtischen Anbieter seien in einem dieser Systeme. "Wenn mein Anbieter einem System angehört, kann ich alle anderen Fahrzeuge in anderen Orten nutzen, die ebenfalls diesem System angeschlossen sind."

Der Carsharing-Anbieter Cambio hat neben Kleinst- auch Lieferwagen in der Flotte - zum Beispiel für Umzüge. Quelle: dpa

Der Carsharing-Anbieter Cambio hat neben Kleinst- auch Lieferwagen in der Flotte - zum Beispiel für Umzüge.

(Foto: dpa)

Die Free-Floating-Angebote seien dagegen bisher nur innerhalb ihrer eigenen Marke in anderen Städten nutzbar. "Carsharing wird in der Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen, weil einige das eigene Auto aus Kostengründen abschaffen", prognostiziert Cathrin von der Heide vom AvD. "Auch die Hersteller werden immer stärker in die Carsharing-Szene eingreifen und ihre teilweise schon vorhandene Flotten ausbauen."

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3 Kommentare zu "Carsharing: Geteilte Autos erobern die Großstädte"

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  • Ein größerer Anteil ist keine (ja)- oder (nein)-Entscheidung, sondern eine Einkommens-/Vermögenentscheidung. Dort wo Vermögen vorhanden ist, übt Besitz nachwievor eine magische Anziehung aus. Rationale Kosten- und Betriebskostenvergleiche "ziehen hier nicht". Der emotionale Reiz des "mein Auto - zu jeder Tages- und Nachtzeit und immer verfügbar" ist schlicht groß.

    Nicht alles ist halt 1+1=2. Logik der Kosten ist nicht die Logik von emotionalen Entscheidungen.

  • Trends entstehen teilweise auch nur in der Fantasie der Redakteure. Noch vor drei Jahren hat man den Trend zum Kleinwagen ausgerufen. Angeblich würden sich immer mehr Menschen von den großenKarossen abwenden - selbst Amerikaner. Heute wissen wir, dass das Gegenteil der Fall ist und SUVs weiterhin der Megatrend sind. MIt den Auto-Teilmodellen verhält es sich eventuell ähnlich. Natürlich gibt es in den Innenstädten der Metropolen solche Projekte, die auch ihre Verfechter haben. Doch dass massenhaft Leute ihr eigenes Auto abschaffen ist doch Quatsch. Jeder, der regelmäßig ein Auto für Beruf und Familie benötigt, kommt ohne eigenes Gefährt in keinster Wiese klar - schon gar nicht auf der Kostenseite.

  • Am besten funktioniert Car-Sharing mit Fahrer. Früher auch TAXI genannt!

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