Classic Days in Bremen Die 70er: Einfach Keil!

Auf dem Kontakthof für Petrolheads herrschte Gedränge: Am Wochenende fand in Bremen die Oldtimermesse Classic Days statt. In den Hallen gabs viel teure und gepflegte Gediegenheit, im Parkhaus nebenan gute Gebrauchsware.
Die Oldtimermesse an der Weser fand am vergangenen Wochenende zum 14. Mal statt. Quelle: PR
Bremen Classic Days

Die Oldtimermesse an der Weser fand am vergangenen Wochenende zum 14. Mal statt.

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BremenDie Veranstalter einer Oldtimermesse müssen einiges richtig gemacht, wenn sich vor dem Öffnen der Türen lange Schlangen an den Kassen bilden. Das galt auch im 14. Jahr ihrer Geschichte für die Bremen Classic Motorshow, die von Freitag bis Sonntag lief (5. - 7.2.). Rund 50.000 Besuchern in den Messehallen auf der Rückseite des Bremer Hauptbahnhofs zeigten 600 Aussteller aus zwölf Nationen klassische Fahrzeuge – leidenschaftliche PS-Gespräche inklusive.

Natürlich erinnert man sich bei der Gelegenheit daran, dass Bremen eine Autostadt ist: Die Legende Borgward prägte die nicht immer ruhmreiche Vergangenheit, Mercedes-Benz als größter privater Arbeitgeber die Gegenwart. 

Klare Kanten und Keilformen prägten dominierten das Autodesign der 70er Jahre. Quelle: PR
VW-Studie Cheetah

Klare Kanten und Keilformen prägten dominierten das Autodesign der 70er Jahre.

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Die Autostadt, die automobile Erlebniswelt des Volkswagen-Konzerns, zeigte diesmal in Bremen vor allem Klassiker in Keilform. Zu sehen waren fünf Volkswagen Scirocco der ersten Serie, die bis 1980 insgesamt 504.153 Mal gebaut wurde: Neben einem Scirocco TS (1976), einem GLI (1977) und zwei GT (1978 und 1980) auch ein Leckerbissen, der 1975er Scirocco Gruppe 2 von Oettinger – das einzige überlebende Original jener Renn-Epoche, in der die Scirocco auf der Rundstrecke in der 1,6-Liter- Klasse dominierten. 
Ein Publikumsmagnet aus der Sammlung des Zeit-Hauses der Autostadt war der Lamborghini Countach LP 400 von 1975 – in Bremen auf der Sonderschaufläche in Halle 5 präsentiert.

Parallel zur Oldtimermesse an der Weser wurde auf der etwas international etwas bedeutsameren Retromobile in Paris vom Auktionshaus Artcurial ein Ferrari 335 S Spider Scaglietti für die Rekordsumme von 32,1 Millionen Euro versteigert, an einen unbekannten Sammler in den USA. Das vermeintliche Rekordergebnis kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Ferrari 250 SWB California Spider an der Seine für rund 8 Millionen Euro keinen Käufer fand. Es wird eben nicht doch nicht alles um jeden Preis gekauft. Und wem die Millionen fehlen, der schaut sich in anderen Preiskategorien um.

Bullis immer teurer: Für gute Samba-Busse werden mehr als 100.000 Euro aufgerufen. Quelle: PR
Classic Days Bremen

Bullis immer teurer: Für gute Samba-Busse werden mehr als 100.000 Euro aufgerufen.

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So herrschte auf der Bremen Classic vor allem im Parkhaus reges Interesse. Dort wurden eher Gebrauchsoldtimer zu ordentlichen Preisen angeboten und nachgefragt. Während in den Messehallen Gediegenheit gepflegt wurde.

Zu den „Emerging Classics“ - also Autos mit Wertsteigerungspotenzial - auf den unwirltichen Parkdecks zählte unter anderem der Wagen, der eine ganze Witzkultur begründete. Heute ist der Opel Manta aber Kult. Einer wurde für mehr als 10.000 Euro angeboten.

So fuhren wir vor 30 Jahren
Schulterpolster und Neon-Leggins, MTV und Glücksrad, Nena und Whitney Houston – es gibt ganz unterschiedliche Erinnerungen an die 80er-Jahre.
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So sind der Mehrheit auch von den Autos dieses Jahrzehnts nur ganz bestimmte in den Köpfen geblieben: An VW Golf GTI, Audi Quattro, Ferrari Testarossa oder DMC DeLorean erinnert sich der Auto-Fan durchaus hin und wieder mal.

Doch es gibt auch Fahrzeuge, die aus der öffentlichen Wahrnehmung ebenso verschwunden sind wie von der Straße - aber eigentlich trotzdem erinnerungswürdig sind. Es folgen einige ganz subjektive Beispiele, die uns aus ganz unterschiedlichen Gründen besonders im Gedächtnis verhaften blieben ...

Mit seiner futuristischen Optik passt der Ford Sierra vielleicht nicht in die Denke konservativer Oldtimer-Liebhaber, frühe Exemplare sind aber bereits amtlich verbriefte Klassiker mit H-Kennzeichen.
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Die ab 1982 gebaute Mittelklasse hatte damals eine revolutionäre Optik, insbesondere im Vergleich zum kantig-konservativen Vorgänger Taunus. Dank Fließheck, bündig verklebter Scheiben, integrierter Scheinwerfer und versteckter Kühlluftöffnungen erreichte der Sierra einen seinerzeit beachtlichen cW-Wert von 0,32.

Er war gewissermaßen seiner Zeit voraus, hatte sogar eine „Econo“-Leuchte, die dem Fahrer spritsparendes Fahren anzeigte – ganz wie bei heutigen Neuwagen.

Und ein Traum sind aus damaliger wie aus heutiger Sicht die wenigen supersportlichen Exemplare mit Cosworth-Technik und dem charakteristischen doppelten Heckspoiler.

Ford Sierra XR4i
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Die Performance-Variante mit den typischen geteilten hinteren Seitenfenstern holte 150 PS aus einem 2,8 Liter großen V6-Motor. Allerdings konnten die Rückleuchten keine Laserstrahlen abschießen. Dass der Sierra der mutige und von Bob Lutz geforderte Nachfolger des langweiligen Ford Cortina war, hatten viele Mitte der 80er schon fast vergessen. Heutzutage überhaupt noch einen der sportlichen Sierras in annehmbaren Zustand zu finden darf schon als Glücksfall gelten.

Der keilförmige Volvo 480 traf 1986 Zeitgeist und Geschmack der Markenfans.
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Für die war er ein legitimer Nachfolger des P1800 ES „Schneewittchensarg“, wohl auch auch wegen seiner großen, rahmenlosen Glas-Heckklappe. Für den schwedischen Hersteller war der 480 ein technischer Meilenstein, ging er doch als erster Volvo mit Vorderradantrieb und quer eingebautem Vierzylindermotor in Serie.

Volvo 480 ES von 1990
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Weitere Highlights des Shooting-Brake aus Schweden sind die Klappscheinwerfer, das futuristische Cockpitlayout und die Motorhaube aus leichtem Fiberglas.

Peugeot 205 GTI, Bj. 1984
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Fun to drive, auf diese einfache Formel lässt sich der zweitürige Franzose auch heute noch bringen. Hot Hatchback nannten die Briten das Format, ein sportliches, kompaktes Steilheck, wie der GTI-Namensvetter von Volkswagen. Aber dem Franzosen reichten 104 PS aus 1,6 Liter Hubraum, um dem Golf sogar sieben Zehntel abzunehmen.

Ein ehrliches kleines Supercar
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Der kleine Giftzwerg wog nicht mal 900 Kilo, ließ sich wie ein Gokart um die Ecke zirkeln. Knapp 333.000 Stück entstanden zwischen 1983 und 1995.

Neben dem phantastischen Handling begeisterte beim 205er auch die spätere 1,9 Liter Version (ab 1988) mit enormer Drehfreude und durchdrehenden Vorderrädern bis in den dritten Gang.

Das Design ist gradlinig, das Preis-Leistungs-Verhältnis war damals nahezu unschlagbar, so fährt man in die Hall of Fame der Autogeschichte.

Direkt nebenan: Ein Auto, mit dem die Klassikergeschichte von Audi begann. Mit dem Ur-Quattro führte man nicht nur den Allradantrieb ein, sondern legte auch den Grundstein für mehrere Rallye-Weltmeisterschaften mit Walter Röhrl  Im Parkhaus sollte ein gutes Exemplar nicht mal  30.000 Euro kosten. In der Messehalle wurden für einen weiteren Ur-Quattro gleich 80.000 Euro aufgerufen. Ohne dass wesentliche Unterschiede in Kilometerstand oder Ausstattung feststellbar gewesen werden.

Gepflegte Gediegenheit herrschte in der Messehalle am Hauptbahnhof vor. Quelle: PR
Altes Blech in der Autostadt Bremen

Gepflegte Gediegenheit herrschte in der Messehalle am Hauptbahnhof vor.

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„Originallack“ lautete die originelle Beschreibung an einem VW T1, der noch die kalifornischen Genehmigungen für den Surf-Strand an der Windschutzscheibe trug. Ob solche Autos einen Kaufpreis zwischen 50.000 und 100.000 Euro wert sind, kann man aber auch kritisch sehen.

Unverkäuflich war ein „ProCar“ BMW M1. Weil die Autos nicht rechtzeitig zur Homologation in der Gruppe B fertig wurden, erfand man eine Rennserie, bei der die Formel !-Piloten in identischen Rennwagen gegeneinander antraten.

Kein Preisschild wies auf den Wert eines BMW 507 hin, der Anfang der Fünfziger Jahre ca. 210 Mal gebaut wurde. Der Achtzylinder wird mit rund zwei Millionen Euro Wert taxiert. Billiger wurde es bei BMW mit einem ehemalige Halbstarkenmobil, das bei Pyritz Klassik rund 50.000 Euro kostete: 130 PS aus vier Zylindern, damit begründeten der 2002 tii BMWs Ruf als Hersteller sportlicher Kompaktlimousinen.

Fünf neue bei den zehn teuersten Oldtimern
Die Preise seltener Hochpreis-Oldtimer haben innerhalb weniger Jahre erneut stark angezogen.
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Wer als Oldtimer-Sammler im High-End-Bereich etwas auf sich hält, für den führt derzeit offenbar kein Weg an einem 50er/60er-Jahre Ferrari mit Rennhistorie vorbei. Mittlerweile sind neun von den aktuell zehn teuersten Oldtimern der Welt Pretiosen aus Maranello.

„Keines der Top-Ten-Ergebnisse ist älter als 2013!“ wundert sich Oldtimer-Experte Frank Wilke von Classic Analytics.
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Die Marktanalysten aus Bochum haben ihre firmeneigene Auktionsdatenbank befragt und ein aktuelles Ranking erstellt. Fünf Rennwagen mit dem Pferd-Logo sind sogar erst in diesem Jahr in die Top-Ten aufgestiegen.

„Man sieht daran nicht nur, dass seltene, straßentaugliche Ferrari aus den 50er und 60er Jahren zu den begehrtesten Modellen unter Autosammlern zählen, sondern auch dass speziell in den letzten drei Jahren die Preise für solche Autos sprunghaft angestiegen sind“, sagt Classic-Analytics-Mann Frank Wilke.

Platz 1: Ferrari 250 GTO von 1962
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Auf Platz eins im Ranking der Auktionsergebnisse liegt seit August 2014 ein Ferrari 250 GTO aus dem Jahr 1962, erst bei 38,12 Millionen Dollar fiel der Hammer. Versteigert wurde der Wagen vom Auktionshaus Bonhams.

So begehrt ist der 250 GTO unter Sammlern, weil nur 39 Stück wurden gebaut, davon 28 mit klassischem Blechkleid und 3-Liter-V12. Das Preisrekordauto trägt die Chassisnummer 3851 GT und wurde am 11. September 1962 ausgeliefert - als siebzehntes Auto diesen Typs.

78.7650 D-Mark verlangte Ferrari für den GTO in den frühen Sechzigerjahren in Deutschland, als der billigste Käfer 4.200 DM kostete.

Platz 2: Mercedes W196 Silberpfeil
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In den Top Ten der versteigerten Oldies ist nur ein einziges Fahrzeug, das nicht von Ferrari stammt: Ein Mercedes Benz W 196 „Silberpfeil“ von 1954 brachte es auf 29,65 Millionen Dollar und Platz zwei in der Liste.

Erzielt wurde die Verkaufssumme 2013 als das Fahrzeug von Bonhams im englischen Goodwood versteigert wurde. Die Historie des Wagens ist herausragend: Mit ihm siegte die argentinische Rennfahrer-Legende Juan Manuel Fangio im Jahr 1954 unter anderem beim Großen Preis von Deutschland und wurde später Formel-1-Weltmeister.

Platz 3: Ferrari 290 MM Scaglietti von 1956
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Versteigert wurde der Wagen mit der auffälligen blauen Schnauze, den ebenfalls einst Juan Manuel Fangio fuhr, für 28 Millionen Dollar von RM Sotheby´s im Dezember 2015. Enzo Ferrari hatte den Wagen in Auftrag gegeben, um Maserati und Mercedes in der Sportwagenweltmeisterschaft Paroli zu bieten, was 1956 und 1957 auch gelang.

Grundlage des Rankings von Classic Analytics sind die Auktionsergebnisse der letzten 30 Jahre, keine Privat- oder Händlerverkäufe. Denn nur Auktionen geben ein unverfälschtes Bild. Wenn bei einer bestimmten Summe der Hammer fällt, muss diese Summe auch bezahlt werden.

Platz 4: Ferrari 275 GTB/4 NART Spyder
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Das rote Stoffdach-Cabrio von 1967 erzielte 27,5 Millionen Dollar. Grund eins: Dieser wurde für das North American Racing Team (NART) gebaut, und insgesamt gibt es nur zehn Stück. Grund zwei: Dass der Spyder im August 2013 eine derartige Bieterschlacht bei der Auktion in Pebble Beach auslöste, hängt damit zusammen, dass der Wagen aus erster Hand stammt.

Den Rekordpreis von 27,5 Millionen US-Dollar bot Lawrence Stroll, ein kanadischer Unternehmer, der in den 1990er-Jahren die Marke Tommy Hilfiger mit aufgebaut hatte.

Platz 5: Ferrari 275 GTB/C Speciale von 1964. In Monterey versteigert für 26,4 Millionen Dollar.
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Diesen Wagen versteigerte das Auktionshaus Sothebys im August 2014 in Pebble Beach. Die Karosserie kommt von Scaglietti, Motor und Chassis sind nummerngleich. 320 PS leistet die Maschine, ein Leichtbau-V12 mit 3.286 ccm Hubraum. Weitere technische Details: 6 Weber-Vergaser, Fünf-Gang-Handschaltung, Transaxle-Bauweise, Einzelradaufhängung, vier Scheibenbremsen. Es ist außerdem der erste von nur drei jemals gebauten Werks-Renn-Berlinettas, und damit seltener als die (teils teureren) 250er GTO.

Für die zehn in dieser Bilderstrecke gezeigten zehn teuersten Oldtimer der Welt legten Sammler zusammengerechnet 237 Millionen Dollar oder 216 Millionen Euro auf den Tisch.

Teurer wurde es bei einem BMW M5 aus den späten 80igern. Von dem Auto mit dem originalen M1-Motor und 286 PS wurden nur etwas mehr als 500 Stück in Garching in Handarbeit gebaut. Der Anbieter wollte für seinen Wagen stolze 100.000 Euro.

Bereits kurz nach Start der Messe verkauf war ein unverbastelter Golf GTI der ersten Generation, weswegen man über seinen Preis nur spekulieren kann. 110 PS in einem Auto, das keine Tonne wog und neben viel Sachlichkeit nur wenig Kriegsbemalung zeigte, begründeten eine Legende. Leider wurden die meisten Autos verbastelt oder fielen dem Rost zum Opfer. Deshalb sind gute Exemplare inzwischen sehr selten und entsprechend teuer. 

Der Generation Smartphone wird gerne eine gewisse Autoverdrossenheit nachgesagt. Auf Oldtimermessen ist davon nichts zu spüren. Quelle: PR
Sympathieträger Oldtimer

Der Generation Smartphone wird gerne eine gewisse Autoverdrossenheit nachgesagt. Auf Oldtimermessen ist davon nichts zu spüren.

(Foto: PR)

Ebenfalls im Parkhaus angeboten wurde ein Porsche 924, der ebenfalls 1976 erschien. Das Auto sollte das Transaxle-Zeitalter in Stuttgart eröffnen: Frontmotor und Getriebe auf der Hinterachse sollten für optimale Gewichtsverteilung sorgen. Ursprünglich sollte der Wagen als Audi verkauft werden, erst als man in Ingolstadt meinte, ein Sportwagen passe nicht in die Zeit nach der ersten Ölkrise, entschied sich Porsche, den Wagen unter eigenem Namen zu verkaufen.

Ein Highlight war - allerdings für stolze 280.000 Euro - ein Porsche 964 RS bei Pyritz Classic. Das Exemplar ist begehrt, man sieht es an der Preisentwicklung: Noch vor zwei bis drei Jahren war es für ein Drittel des aufgerufenen Geldes zu haben.

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