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Crashtests Sitze in Kleinwagen bieten kaum Schutz

Im Auftrag europäischer Versicherer wurden Autositze hinsichtlich ihrer Schutzwirkung bei einem Heckaufprall untersucht. Vor allem bei Kleinwagen, Minivans und Geländewagen besteht dringender Verbesserungsbedarf.
  • Fred Wagner
Das Testverfahren blieb unverändert: Es besteht aus einer statischen Prüfung der Sitz- und Kopfstützengeometrie und einem dynamischen Versuch unter Verwendung eines eigens für Heckaufpralltests konstruierten Dummys. Foto: dpa. Quelle: ADAC

Das Testverfahren blieb unverändert: Es besteht aus einer statischen Prüfung der Sitz- und Kopfstützengeometrie und einem dynamischen Versuch unter Verwendung eines eigens für Heckaufpralltests konstruierten Dummys. Foto: dpa.

(Foto: ADAC)

DÜSSELDORF. Jeder dritte Autositz kann bei einem Auffahrunfall zu Verletzungen der Halswirbelsäule führen. Mit diesem schlechten Ergebnis überraschte vor einem Jahr ein umfangreicher Crashtest, der im Auftrag europäischer Versicherer im britischen Thatcham durchgeführt wurde. Über 100 Autositze kamen erstmals auf die Crashanlage und wurden hinsichtlich ihrer Schutzwirkung bei einem Heckaufprall untersucht. Jetzt hat die International Insurence Whisplash Prevention Group (IIWPG) ihre Testarbeit ausdehnt. Mehr als 60 Sitze kamen neu hinzu – alle von Automodellen, die erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

Zuerst die gute Nachricht: Die Sitze des Autojahrgangs 2006 sind deutlich sicherer als die des Modelljahrs 2005. „Auf die ersten Testergebnisse haben mehrere Automobilhersteller erfreulich schnell reagiert und ihre Sitzkonstruktionen für das Modelljahr 2006 entweder verbessert, oder sie bieten zuvor aufpreispflichtige Ausstattungen mit aktiven Kopfstützen jetzt serienmäßig an“, beschreibt Axel Malczyk, Projektleiter und Mitglied der IIWPG den positiven Trend.

Dennoch bleibt ein enormer Verbesserungsbedarf. Immer noch sind 51 von 177 Sitzen mit „schlecht“ bewertet (29 Prozent) und 46 Sitze (26 Prozent) mit „mäßig“. Nur jede fünfte Sitz-Kopfstützenkombination (33 Sitze) ist uneingeschränkt „gut“. 26 Prozent (47 Sitze) sind immerhin noch „akzeptabel“. Die einzelnen Testergebnisse können ab heute im Internet unter www.gdv.de nachgelesen werden.

Vor allem bei Kleinwagen, Minivans und Geländewagen besteht dringender Verbesserungsbedarf. Nach wie vor erreichen unter den Kleinwagen nur ein Viertel das Ergebnis „gut“ oder „akzeptabel“. Die übrigen enttäuschen mit „mäßigen“ oder sogar „schlechten“ Bewertungen – und das bei Fahrzeugen, die naturgemäß höheren Belastungen bei Unfällen ausgesetzt sind als Limousinen. Doch das ist keine Frage der Kosten. „Einige positive Beispiele zeigen, dass sichere Sitze nicht nur in teuren Marktsegmenten möglich sind“, sagt der Unfallforscher.

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