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Der Aufstieg der Marke Skoda, der bessere Volkswagen

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Während immer weniger Autokäufer zu VW-Modellen greifen, wächst Skoda in ihrer Gunst. Grafik: Wirtschaftswoche

Während immer weniger Autokäufer zu VW-Modellen greifen, wächst Skoda in ihrer Gunst. Grafik: Wirtschaftswoche

Zu detailversessen, zu teuer ist die Produktionssystematik des Golf. So hat die hochmoderne, aber fehleranfällige Laser-Schweißtechnik die Wolfsburger Montagelinien immer wieder ins Stocken gebracht. Nur punktuell dagegen, etwa bei der Heckklappe, wurde sie bei der Octavia-Produktion eingeführt. In der Türmontage sorgte Volkswagens Schraubtechnik beim Zusammenfügen von Innen- und Außenteil häufig dafür, dass die Tür bei Einsetzen nicht genau passte. Skoda blieb bei der alten, aber bewährten Falztechnik.

Dabei ist der neue Octavia - anders als sein Vorgänger - dem Golf technisch ebenbürtig. Beide sind mit einer Mehrlenker-hinterachse und dem neuesten Direktschaltgetriebe des Konzerns erhältlich, das die Gänge besonders weich und sparsam wechselt. Beide Fahrzeuge gibt es mit Allradantrieb. Am offenkundigsten hat der Tscheche im Innenraum-Design aufgeholt, etwa mit Ledersitzen oder einem deutlich höherwertigen Armaturenbrett.

Ihren Preisvorteil hat die Marke Skoda dabei nicht eingebüßt, der Octavia kostet zwischen 2 000 und 2 500 Euro weniger als der Golf. Obgleich sein Markenimage noch nicht an Volkswagen heranreicht, schneidet Skoda im Ranking der Marktforschungsagentur J.D. Power bei der Kundenzufriedenheit 13 Plätze besser ab als die Muttermarke. Das Institut für Demoskopie Allensbach bescheinigt Skoda-Käufern eine höhere Markentreue. Und eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Company zeigt, dass deutsche Skoda-Fahrer ihre Marke häufiger weiterempfehlen als VW-Kunden.

Mehr Einfluss im Konzern

In Wolfsburg ist diese Botschaft angekommen. Seitdem gewinnt Skoda im Machtgefüge des Konzerns an Gewicht. "Neu ist: Skoda hat jetzt Zugriff auf aktuellste Konzerntechnologie", sagt Analyst Juchemich. Früher mussten sich die Tschechen mit Bauteilen älterer Generationen abfinden. Obendrein wird der Nehmer zum Geber: Mlada Boleslav liefert Getriebe und Drei-Zylinder-Motoren für die Volkswagen-Modelle Polo und Fox. Skoda war maßgeblich an der Entwicklung der Kleinwagenplattform PQ24 für Fabia, Polo und Seat Ibiza beteiligt. Gegenwärtig arbeiten die tschechischen Ingenieure an neuen Kleinmotoren für den Konzern und Komponenten sogar für die Edelmarke Bentley. "Bisher galt: Skoda funktioniert nicht ohne Volkswagen", sagt Christoph Stürmer, Autoexperte des Prognose-Instituts Global Insight. "Inzwischen gilt aber auch: Volkswagen funktioniert nicht ohne Skoda."

Skodas früherer Chefgestalter Thomas Ingenlath leitet das neue Designzentrum von VW in Potsdam. Den Skoda-Vorstand Winfried Vahland betraute Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder gar mit einer der schwierigsten Aufgaben, die der Konzern zu lösen hat, dem China-Geschäft. Vahland muss auf dem wichtigsten Auslandsmarkt den Verlust von Marktanteilen stoppen.

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