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Die Designerin Klaudia Kruse bringt im BMW den Himmel zum Erweichen Businessfrau mit Blüte

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„Lichtfarben“ wünscht sie sich im Autoinneren, transparenten Kunststoff. Schön hell ist’s auch im Oriental-BMW. Aber nur innen, außen ist die Limousine pechschwarz. „Schwarz ist obligatorisch, selbst bei diesen Temperaturen hier“, erklärt sie. Die Unfarbe steht in Asien für Seriosität und Reichtum. „Anthrazit oder Silber ginge auch noch, Silber unterstützt die Form. “

Erfahrungsgemäß kommen Modefarben alle 15 Jahre wieder. Zurzeit sind es braun und grau. In den 90er-Jahren waren es auch Crèmetöne. Die waren früher eher blass. Inzwischen haben sie einen edlen Schimmer zwischen Perlmutt und Bronze und erhalten klangvolle Namen wie Calahari-Beige.

„Der Trend geht zur Individualisierung“, beobachtet Kruse. Das gilt nicht nur für Individualisten wie den Modeschöpfer Karl Lagerfeld. „Der zog bei uns mal ein altes Stück Stoff aus dem Koffer. Das haben wir dann nachweben lassen und den Kofferraum seines 7er damit ausgeschlagen“, erinnert sich Kruse. Lagerfeld ist eben ein für seine Extrawünsche bekannter Sonderling.

Ist die Designerin vielleicht sogar ein Fan des exzentrischen Modemachers? Eher nicht. Sie bevorzugt für sich Prada, Jil Sander oder die japanischen Avantgarde-Designer.

Das schließt eine romantische Note zu schlichter Mode nicht aus. In Thailand trägt sie oft eine frische Blüte hinterm Ohr. Solche Gegensätze mag sie: „Glänzend und matt, hart und weich, Licht und Schatten, Kitsch und Kunst“.

Sie beobachtet auch die kreativen Label in New York: „Im Augenblick ist dort Zac Posen der Shooting Star. Irre, welche Ideen der hat“, sagt sie begeistert. „Was er macht, ist eigentlich gar nicht so viel anders als das, was wir tun. Mit dem möchte ich gern einmal ein Projekt machen.“

Der 23-Jährige würde sich sicher prima verstehen mit der Mittvierzigerin, die nicht nur jünger aussieht, sondern auch so denkt. Dabei kommt ihr zugute, dass sie in der Modebranche gearbeitet hat, wo die Saisons noch schneller wechseln als in der Autoindustrie. Was sie am Arbeiten in den USA schätzt: „Dass die Leute dort so offen sind. Es ist ein Nehmen und Geben. Jeder erzählt von seinen Visionen – ohne Neid.“

Ihre Münchener Wohnung hat sie aber behalten. „Es ist mir wichtig, dass ich ein eigenes Zuhause habe, wenn ich nach Deutschland komme.“ Ihr Pendant zu Schwabing ist in New York das quirlige Chelsea. Das erobert sie aber nicht in einem BMW, sondern mit dem Fahrrad. Für sie nicht nur eine Frage des Vorwärtskommens: „Das Rad kann ich mit in den dritten Stock nehmen.“

Vita

Klaudia Kruse wurde am 18. Juni 1960 in Lichtenau bei Paderborn geboren. Nach ihrem Studium 1979 studierte sie Produkt- und Industriedesign an der FH Aachen und an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wo sie 1986 ihr Diplom ablegte.

Im gleichen Jahr startete sie ihre Karriere als Industrie-Designerin bei der Firma Busse in Ulm. 1987 wechselte die junge Frau zum Unternehmen Agenda in Weinheim mit den Schwerpunkten Mode- und Textildesign. Seit 1990 arbeitet die begeisterte Autofahrerin für BMW in München, in den ersten acht Jahren in der Technikabteilung. Ihre Spezialität waren Studien von Autos, die nicht gebaut wurden.

Von 1998 an begleitete Kruse den Aufbau des temporären BMW-Advanced-Design-Studios in New York, das sie heute leitet. Seitdem pendelt sie als Trendscout für die Autobauer zwischen München und New York.

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