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Dienstwagen Streicheleinheiten auf vier Rädern

Nirgends ist der Wunsch nach einem Firmenwagen größer als in Deutschland – und nirgends fallen die Streicheleinheiten auf Rädern so groß aus wie hierzulande. Warum sind sie so beliebt?
19 Kommentare
Dienstwagen als Belohnung: Dank verschiedener Bezuschussungsmodelle der Arbeitgeber können sich Angestellte meist ein besseres Auto leisten als sie es alleine könnten und profitieren außerdem von einem regelmäßigen Austausch des alten in ein neues Modell.

Dienstwagen als Belohnung: Dank verschiedener Bezuschussungsmodelle der Arbeitgeber können sich Angestellte meist ein besseres Auto leisten als sie es alleine könnten und profitieren außerdem von einem regelmäßigen Austausch des alten in ein neues Modell.

DüsseldorfDass die Bürger eines Landes, deren geistige Vätern nicht nur Goethe und Schiller sondern auch Carl und Bertha Benz heißen, ein Faible für Autos haben, ist schon sprichwörtlich. „Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind“, sagt der Volksmund. Wie sehr die Deutschen an ihrem fahrbaren Untersatz hängen, und was sie alles darauf projizieren, zeigt sich daran, wie Arbeitgeber den Dienstwagen als Motivationsinstrument einsetzen.

Dabei darf es gerne etwas mehr sein. Michael Velte, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF): „Grundsätzlich kann man sagen, dass die deutschen Dienstwagen um eine Klasse besser sind als in den meisten anderen Ländern – wer zum Beispiel hier eine Mercedes-E-Klasse fährt, hätte im Ausland vielleicht eine C-Klasse.“

Dienstwagen machen hierzulande auf der Wunschliste der betrieblichen Extras immer noch das Rennen. Noch begehrter ist nur die betriebliche Altersvorsorge. Als Emnid vor gut zwei Jahren einige tausend Deutsche fragte, ob sie sich einen Dienstwagen wünsche, antworteten mehr als die Hälfte der Befragten mit „Ja“. Bei den unter 30-Jährigen waren es sogar 70 Prozent.

Ein Dienstwagen, der auch privat genutzt werden darf, gilt nach der Umfrage als einer der größten Motivationshebel bei den Angestellten überhaupt. Das hat vor allem zwei Gründe: Das Auto an sich ist in Deutschland immer noch Statussymbol.

Smartphones haben sich zwar ebenfalls in die Liga der meist begehrten Besitztümer hochgearbeitet, doch das Auto und vor allem die Modelle der deutschen Premiumhersteller BMW, Audi und Mercedes haben hierzulande immer noch große Strahlkraft – gegenüber Geschäftspartner, Familie und Nachbarn.

Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung bei McKinsey über die Ergebnisse einer Studie zur gesellschaftlichen Bedeutung des Autos: „Knapp 80 Prozent aller Befragten sind überzeugt, dass ihnen das Auto im Vergleich zu anderen Luxusgütern auch in Zukunft die größte Wertschätzung einbringt.“

Dienstwagen sind in den meisten Unternehmen das Privileg von Vorstand, Geschäftsführung und der ersten Managementebene darunter. Wer ein hübsches Modell vor der heimischen Garage stehen hat, der hofft auf die Interpretation seiner Mitmenschen: „Der fährt einen dicken Schlitten, der hat auch was zu sagen.“

Neben dem Prestigefaktor gibt es aber auch einen ganz handfesten Grund für die große Sehnsucht der Deutschen nach einem Firmenwagen. Dank verschiedener Bezuschussungsmodelle der Arbeitgeber können sich die Angestellten meist ein besseres Auto leisten, als sie es alleine könnten, und profitieren außerdem von einem regelmäßigen Austausch des alten in ein neues Modell.

Ganz zu schweigen von praktischen Zusatzleistungen wie Reifenwechsel, Haupt- und Abgasuntersuchung wie sie bei vielen Fullservice-Leasing-Angeboten in den großen Firmenfuhrparks vom Arbeitgeber für die komplette Flotte eingekauft werden.

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19 Kommentare zu "Dienstwagen: Streicheleinheiten auf vier Rädern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Leider ungenau recherchiert ... die zweite Seite mit den verschiedenen Modellen erzählt nicht die ganze Wahrheit. Die Dienstwagensteuer fällt grundsätzlich für die Modelle 1 und 2 an, zuzüglich der Pauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit. (Und wer gut verhandelt, kriegt dies auch noch ersetzt ...) Die genannte dritte Möglichkeit ist in meinen Augen Unsinn; gemeint ist hier wohl die Möglichkeit, ein privates Fahrzeug über die Firma zu beziehen und zu finanzieren, um einen Großkundenrabatt mitnehmen zu können.
    Der Begriff "Car Policy" ist übrigens Programm - das Thema Dienstwagen ist in vielen Firmen ein echtes Politikum ...

  • ...wie gut, daß auch Sie sich mit Ihrem Beitrag hier verewigen konnten...

  • Es ist ja doch eine Neiddebatte hier, die sich auch aufgrund mangelnder abgegebener Kenntnis nicht weiter lohn zu lesen.

  • Als Nutzer eines Dienstwagens muss ich einräumen, dass dieser Vorteil nach meiner eigenen Auffassung nicht gerechtfertigt ist. Auch würde sich meine privat genutzte Fahrleistung massiv reduzieren, wenn die Kosten von dem bereits versteuerten Einkommen zu zahlen wäre. Sofern dieses Privileg abgeschafft werden würde, würde ich nicht jammern und wieder Smart oder VW up! fahren.

  • Dieser Subunternehmer sollte sich dann, ist er nicht komplett mit dem Klammersack gepudert, einen Kleinwagen zur Privatnutzung kaufen, für den eine Anrechnung als Dienstwagen nicht greift. Den '02er Benz sollte er komplett im Betrieb belassen und über die witschaftliche Nutzungsdauer abschreiben; ggfls. auch kreditfinanzieren. Wie gesagt, sollte er...

  • Von Lohnarbeit bin ich ohnehin abhängig, dann kann mir ein Teil des Gehalts auch in Form des Fahrzeugs gezahlt werden. Sollten sich die Wege mal trennen (ohne Folgeanstellung) ist schnell ein Auto zu erhalten das kleinste Problem.

  • Ihr Statement ist gequirlter Müll: Der Exportanteil der deutschen Automobilindustrie beträgt ca. 70 Prozent. Ein Abschaffung des Dienstwagenprivileg im Inland würde nur marginale Auswirkungen für die Automobilhersteller haben. Es ist nicht einzusehen auf diese Steuereinahmen zu verzichten und im Gegenzug kein Geld für Kitas zu habe. Autos über 20.000 Euro sollten nicht absetzbar sein.

  • Sie haben in Ihrer Betrachtung den selbststandigen Subunternehmer vergessen, der für seinen gut ausgestatten Mercedes Kombi Bj. 2002, 5000 Euro bezahlt hat und nun für den Listenpreis von 80000 Euro einen Betrag von 9600 Euro versteuern muss. Wenn er einen schlechten Steuerberater hat, wird es das nicht einmal merken und glaubt, das er für 1% von 5000 Euro im Jahr Auto fährt.

  • was spricht denn dagegen, dass man sich seinen Porsche über Stuwervorteile sponsoren läßt?

    Ich fiunde das gut. Schließlich sichert der Unternehmer für viele Menschen den Arbeitsplatz. Besser, als wenn man das Geld nutzt, um den Luxus in den Dolce Vita Ländern zu unterstützen.

  • @bananarepublican
    Sie reden gequirlten Müll.Wenn es die Dienstwagenregelung in Deutschland nicht gäbe, dann wäre die Autoindustrie hier aber schnell am Ende. Oder glauben Sie, dass der private Absatz hier eine besonders große Rolle spielt. Was meinen Sie denn, wieviel Menschen sich hier nur Gebrauchte und zum großen Teil ehemalige Dienstwagen leisten können? Was sollen die kaufen, wenn die Gebrauchten nicht auf den Markt kommen würden? Tun Sie doch nicht so, als wären Dienstwagen ein Geschenk vom Arbeitgeber und alle die einen fahren sind Bonzen.

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