Digitale Revolution statt Schausonntag Zu Besuch im Autohaus der Zukunft

Große Bildschirme, an denen Autokäufer ihre Neuwagen konfigurieren, werden bald Alltag sein im Autohandel. Damit folgen die Hersteller nicht nur dem Zeitgeist sondern beugen sich auch logistischen Zwängen.
  • dpa
Wie per Zauberhand: Mit der Virtual Reality-Brille Hololens von Microsoft sollen Volvo-Kunden die Autos bald dreidimensional erleben können. Quelle: PR
Virtuelle Verkaufsargumente

Wie per Zauberhand: Mit der Virtual Reality-Brille Hololens von Microsoft sollen Volvo-Kunden die Autos bald dreidimensional erleben können.

(Foto: PR)

Die junge Dame im Autohaus kann ihren Augen kaum trauen. Denn sie sieht nicht nur einen gewöhnlichen Geländewagen. Sondern sie muss nur einmal mit dem Finger schnippen, schon werden die Bleche durchsichtig. Dann lässt sie den Wagen mit einem weiteren Fingerzeig auch noch vor ihren Augen rotieren, damit sie ihn aus jedem Winkel betrachten kann.

Möglich macht das die Virtual-Reality-Brille Hololens des Elektronik-Riesen Microsoft, die Volvo nutzen möchte, um seinen Verkauf digital aufzupeppen: „Wir wollen den Kunden ein völlig neues Erlebnis bieten, wenn sie ihren künftigen Volvo auswählen, ausstatten und anschauen”, sagt Vertriebschef Björn Anvall.

Allerdings geht es dabei nicht nur um Farben oder Felgen, sondern auch um Funktionen, sagt Volvo-Zukunftsforscher Aric Dromi: „Mit der Hololens können wir Sensoren zeigen und Sicherheitssysteme erklären, die man bei einer Testfahrt besser nicht ausprobiert.” Das schaffe Verständnis für und Vertrauen in immer komplexere Technologien, die man mit Worten allein kaum beschreiben könne.

Noch ist die Hololens nur ein Forschungsprojekt, das die beiden Partner erst noch im Handel ausrollen müssen. Doch bei einzelnen Veranstaltungen etwa zur Markteinführung von Volvo S90 und V90 wird sie bereits eingesetzt.

Imagewandel: Autohäuser werden zum Teil zu Lounges, in denen Ambiente und Kultur zuweilen einen höheren Stellenwert bekommen als das pure Blech. Quelle: dpa
Futuristisches Ambiente

Imagewandel: Autohäuser werden zum Teil zu Lounges, in denen Ambiente und Kultur zuweilen einen höheren Stellenwert bekommen als das pure Blech.

(Foto: dpa)

Immer öfter sieht man in den Autohäusern große Bildschirme, an denen die Kunden ihre Autos konfigurieren und variieren können. Mit solchen Simulationen folgt man nicht nur dem Zeitgeist und adaptiert den internetbasierten Konfigurationsprozess daheim im Wohnzimmer. Sondern man beuge sich auch logistischen Zwängen, sagt Sven Schuwirth.

Bei Audi leitet er die Abteilung Markenstrategie und Digital Business. „Ein normaler Händler hat in seinem Showroom im Schnitt Platz für zwölf Autos. Um unsere Modellpalette abzudecken, müsste er aber fünfmal so viele Autos ausstellen.” Pixel statt Blech, lautet die Devise. Mit vollständig digitalisierter Produktpräsentation stünden auf kleinster Fläche mehrere hundert Millionen Autos virtuell bereit.

An großen Bildschirmen kann der Kunde sich bei Audi bald über sein Wunschauto informieren. Quelle: PR
Beginn einer Zweierbeziehung:

An großen Bildschirmen kann der Kunde sich bei Audi bald über sein Wunschauto informieren.

(Foto: PR)

Der Computer hilft auch schon bei Auswahl. Denn die ausufernde Vielfalt an Modellen und Varianten, Designlinien und Ausstattungsoptionen macht vielen Kunden die Entscheidung schwer, räumt Natanael Sijanta ein. Er leitet bei Mercedes die Marketing Kommunikation. Erst recht wenn sie keine ausgemachten Autonarren sind.

Deshalb hat Mercedes im vergangenen Herbst den sogenannten „Life Style Konfigurator” programmiert. Der soll einen Weg durch den Modell-Dschungel weisen: Wie auf einem Dating-Portal geben Interessenten dort statt klassischer Fahrzeugvorgaben Vorlieben aus 19 Themenbereichen von der Musik bis zur Kulinarik ein. Der Computer ermittelt dann den idealen Auto-Partner mit Zubehör.

Landhaus-Atmosphäre: Neben dem Bugatti Chiron dient eine Wand aus 16-LED-Bildschirmen den Kunden als Informationsquelle. Quelle: PR
Visuell und in natura

Landhaus-Atmosphäre: Neben dem Bugatti Chiron dient eine Wand aus 16-LED-Bildschirmen den Kunden als Informationsquelle.

(Foto: PR)

Und wer am Stammsitz von Bugatti im französischen Molsheim zusammen mit einem Designer seinen Chiron konfiguriert, kann nicht nur den Gestaltungsprozess des Sportwagens im Maßstab 1:1 an einem riesigen Bildschirm mitverfolgen. „Wer uns vorab die entsprechenden Daten zur Verfügung stellt”, sagt Hausherr Christophe Piochon, „sieht das Auto sogar in seiner ganz persönlichen Umgebung vor seinem Haus oder in der eigenen Garage.”

Allerdings nur in Bits und Bytes. Bevor man dieses Erlebnis auch in Blech genießen kann, muss man der VW-Tochter mindestens 2,4 Millionen Euro plus Steuern überweisen - am besten natürlich online.

Das sind die Firmenwagen des Jahres
21 Firmenautos des Jahres 2016 gewählt
1 von 22

Die Flottenmanager bewerteten für die Fachzeitschrift „Firmenauto“ neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Autos. Dazu waren sie mit den 164 Autos (jedes Modell war mit zwei Testwagen vertreten) auf 2.043 Fahrten exakt 1.392 Stunden unterwegs. In jeder Klasse wurde jeweils ein Gesamt- und ein Importsieger ermittel, in einer Kategorie gab es nur eine Gesamtwertung, in drei Klassen war das beste Auto ein Importfahrzeug. Somit dürfen 21 Modelle das Prädikat „Firmenauto des Jahres“ tragen ...

Kategorie Minicars:
2 von 22

Sieger der Importwertung wurde der Seat Mii 1.0 Ecofuel.

Die Jury zum „Firmenauto des Jahres“ sind ausgewiesene Fahrzeugprofis aus den Bereichen Fuhrpark-/Flottenmanagement. Sie betreuen in ihren Unternehmen in Deutschland weit über 200.000 Fahrzeuge.

Die Zeitschrift "Firmenauto" vergibt den Award bereits seit 1999. Bewertet werden die Fahrzeuge in folgenden Kategorien: Karosserie und Innenraum, Komfort, Antrieb und Fahreigenschaften, Design, Image, Preis, Umwelt.

Kategorie Minicars:
3 von 22

Sieger der Gesamtwertung wurde das Smart Fortwo Coupé 0.9 Turbo Twinamic.

Kategorie Kleinwagen:
4 von 22

Der Sieg in der Importwertung geht an den Hyundai i20 1.4 CRDi

Kategorie Kleinwagen
5 von 22

Der Sieg in der Gesamtwertung geht an den Opel Adam 1.0 DI-Turbo

Kategorie Kompaktklasse
6 von 22

Der Sieg in der Importwertung geht an den Peugeot 308 SW Blue HDi 120 EAT6 und, weil es hier zwei Sieger gibt ...

Kategorie Kompaktklasse
7 von 22

Der geteilte Sieg in der Importwertung geht neben dem Peugeot 308 SW auch an den Renault Megane dCi 130.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%