DS X E-Tense Das äußerst ungewöhnliche Futuromobil der Franzosen

Die französischen PSA-Marke DS will mit dem X E-Tense einen Ausblick ins Jahr 2035 geben. Das Modell bricht ganz offen mit einigen Traditionen.
  • Michael Specht
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DS X E-Tense - Französische Revolution Quelle: Citroen
Französische Revolution

Der DS X E-Tense bricht mit einigen Traditionen der Franzosen.

DüsseldorfManchmal müssen Automobilchefs ihre Designer und Ingenieure einfach mal ein bisschen spinnen lassen. Dann kommt dabei so etwas heraus wie der DS X E-Tense, ein Elektrogefährt mit teils kuriosen Ideen und gewagten Statements. Sie sollen vielleicht einmal Realität werden. Als Zielhorizont nennt Chefdesigner Frederic Soubirou das Jahr 2035, in Anlehnung an die legendäre „Göttin“ DS, die 1955 mit ihrem revolutionären Design die gesamte Branche und ebenso die Öffentlichkeit in Staunen versetzte.

Ob dies auch dem DS X E-Tense gelingt, darf bezweifelt werden. Dafür gab es in den vergangenen Jahren einfach zu viele schräge Studien und Concept Cars, die sich im Rampenlicht der großen Messen drehten. „Diese Autos aber sind meist schnell vergessen“, sagt Soubirou, und sieht natürlich im E-Tense etwas Besonderes.

In erster Linie ist dies die Asymmetrie. Eine gewagte Sache, gilt doch in der Natur gerade die Symmetrie als schön; ganz gleich, ob beim Schmetterling oder einem menschlichen Gesicht. „Unsere Ursprungsidee kommt vom Motorrad mit Beiwagen“, verteidigt der Exterieur-Designchef seinen Entwurf. Wer um den X E-Tense herumschreitet sieht in der Tat keinerlei Symmetrie, allenfalls die vier übereinander platzierten Mini-LED-Scheinwerfer sitzen symmetrisch. Sie sind jeweils kaum größer als ein Cent-Stück.

Studieren geht über produzieren
Renault Trezor Concept Car
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Das interessanteste an Messen sind nicht unbedingt neue Serienfahrzeuge. Die kann man ja schließlich auch im Autohaus bestaunen. Studien- und Konzeptfahrzeuge hingegen sieht man nur auf Ausstellungen und Salons. Sie geben Ausblicke in die Zukunft, zeigen das technisch Machbare oder sind einfach nur Prestigeobjekte der Hersteller.

Peugeot Instinct Concept Car
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Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, wie Mobilität von morgen aussehen könnte, sollte, wenn es ihm denn möglich ist, einen Blick auf die Studien werfen, die man auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) auch dieses Jahr wieder betrachten kann...

Mercedes-AMG GT Concept
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Mercedes setzt mit dem viertürigen AMG GT Concept auf einen feinen Mix: klassischer Vierliter-V8 kombiniert mit einem starken Stromer. Und auch wenn es noch keine Leistungswerte gibt – aus dem Stand auf Landstraßentempo binnen weniger als drei Sekunden dürften reichen, um den Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen zu lassen...

Mercedes-AMG GT Concept: Kommt ziemlich monolithisch daher
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In Sachen Design orientiert sich der Allrad-Supersportler am aktuellen AMG GT, wenngleich ihm diverse Licht-Spielereien noch etwas zusätzliches Futuristisches verleihen.

Der Stuttgarter Chef-Kreative Gordon Wagener hat erst kürzlich das Ende der Sicke ausgerufen und setzt auf immer glattere Flächen, die dem Auto eine weiche, geschwungene Form verleihen.

Peugeot Instinct Concept Car
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Apropos Futurismus. Der Peugeot Instinct wirkt nicht gerade so, als würde er in zwei Jahren in Serie gehen, abgesehen von seinem 300-PS-Hybridantrieb. Die Franzosen wollen mit der spacigen Studie demonstrieren, wie vernetzt das Auto in Zukunft sein könnte.

Peugeot Instinct Concept
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Der Instinct nutzt eine Cloud, um alle möglichen Datenquellen zu vereinen. Welche eigentlich genau, man weiß es nicht. Jedenfalls kann sich der Instinct auch mit dem Heim vernetzten und bietet einen hohen Grad an Fahrautomation...

Autosalon Genf
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Im Gegensatz zum Volkswagen Sedric kann Franzose wahlweise aber noch vom Fahrer gesteuert werden – der ungewöhnlich-futuristisch gestylte Wolfsburger verfügt nämlich weder über Lenkrad noch Pedale.

Die Karosserie des X E-Tense besteht komplett aus Karbon. Der Grill liegt natürlich nicht mittig, sondern ist nach links zur Fahrerseite hin versetzt und geht fließend in die Motorhaube über. Ein Novum. Bislang hat die Autowelt diese beiden Teile stets bewusst voneinander getrennt.

Ebenso separiert sind Fahrer und Beifahrer. Während rechts der Gast unter einer großen Glaskuppel hockt, weht dem Fahrer kräftig der Wind ins offene Cockpit, das nur von einer kleinen Speedster-Scheibe geschützt ist. Beide Abteile sind über verschieden Schwingtüren zugänglich.

Und beide Abteile haben ihre Kuriositäten. Unter seinen Füßen blickt der Beifahrer auf die Straße, der Boden ist aus Glas, ähnlich wie bei einem Touristen-Boot. Soll ein weiterer Passagier mit, kann im vorderen Fußraum ein Klappsitz entfaltet werden. Zwei Personen sitzen dann hintereinander wie Piloten in einem Jet.

Der Glasboden im DS X E-Tense Quelle: Michael Specht / SP-X
Blick auf die Straße

Der Glasboden im DS X E-Tense.

Auch für das Fahrer-Interieur ließen sich die Designer etwas Neuartiges einfallen. Nur einen konventionellen Schalensitz einzubauen, erschien Andreas Stump, Leiter Advanced Interior Design, zu langweilig. „Wir haben monatelang getüftelt und wohl etwas Einmaliges geschaffen“, so der gebürtige Schwabe. Der Sitz geht nun fließend in die Seitenwände über und umgibt den Fahrer wie eine große, offene Muschel.

Bereits beim Anblick fragt man sich, wie hier denn wohl die Verstellung funktionieren soll? Die Lösung ist mehr als clever: Die lederumnähten Karbonblätter an den Seitenwänden liegen versetzt übereinander. Wird ein Knopf betätigt, fährt die gesamte Einheit aus Sitz und Wänden vor oder zurück, die einzelnen Elemente verschieben sich als würde man Spielkarten auffächern. Ein nettes Schauspiel. Dem Fahrer selbst soll im X E-Tense eine Minimal-Instrumentierung genügen. Knöpfe gibt es nicht. Infos werden auf einem transparenten Bildschirm oder über Hologramme angezeigt.

Eine kurze Mitfahrt in der 4,70 Meter langen und zwei Meter breiten Karbon-Flunder liefert bekannte Geräusche. Der Elektro-Racer klingt so hochfrequent wie die Renner in der Formel E. Was nicht wundert, DS fährt hier seit Jahren erfolgreich mit und hat reichlich Erfahrung mit elektrischen Hochleistungsantrieben gesammelt.

Flügeltüren am Elektro-Sonderling Quelle: Michael Specht / SP-X
Ungewöhnlicher Einstieg

Der Elektro-Sonderling hat Flügeltüren.

Für die Studie entlieh man sich schlicht die Technik aus der Formel E. Will heißen: Zwei Motoren treiben den X E-Tense an und können bei Bedarf, zum Beispiel auf abgesperrten Rennstrecken, bis zu 1.000 Kilowatt mobilisieren. Nach alter Physik sind dies stolze 1.360 PS. Für den Alltag ist die Leistung auf 400 kW reduziert.

Mit dem X E-Tense möchte DS nicht nur zeigen, wie wir übermorgen automobil unterwegs sein könnten. Die französische Marke liefert auch ein Statement für morgen ab. Denn ab 2025 sollen nur noch elektrifizierte und vollelektrische Fahrzeuge vom Band rollen.

Nächstes Jahr will DS sein erstes E-Mobil auf die Straße bringen, in Form des DS3 Crossback. Gezeigt werden soll das City-SUV im Oktober auf dem Pariser Salon. Und es wird sogar ein Teil aus dem X E-Tense übernehmen: die bündig versenkten Türgriffe. Nach dem Jaguar I-Pace wäre der DS3 Crossback dann bereits das zweite Elektroauto mit diesem Öffnungsmechanismus.

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