E-Auto-Gipfel Merkel empfängt Auto-Bosse – warum das denn?

Die Autoindustrie hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Abgasskandale schädigen das Image, und beim Prestigethema Elektromobilität kommt man kaum vom Fleck. Nun soll wohl wieder der Staat helfen.
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Das mit zusätzlichem Elektromotor ausgestattete Fahrzeug kann an einer Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Private Käufer finden solche Autos aber bislang nur vereinzelt. Quelle: dpa
Porsche Panamera e-Hybrid

Das mit zusätzlichem Elektromotor ausgestattete Fahrzeug kann an einer Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Private Käufer finden solche Autos aber bislang nur vereinzelt.

(Foto: dpa)

BerlinVon der Kanzlerin weiß man, dass sie früher einmal Golf fuhr. Mit Verbrennungsmotor. Doch die Zeiten ändern sich. Angela Merkel hat ihren Golf längst verkauft, und die deutsche Autobranche muss aufpassen, dass sie bei den Antrieben der Zukunft wie der Elektromobilität nicht hinterherfährt.

Private Autokäufer sind nach wie vor bislang kaum mit E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs: 25.502 reine E-Fahrzeuge und 130.365 Autos mit Hybrid-Motoren, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin betankt werden, zählte das Kraftfahrtbundesamt 2015 auf deutschen Straßen. Und die weit überwiegende Zahl von ihnen ist auf Hersteller und Händler und Firmenfuhrparks zugelassen.

Zum Vergleich: Insgesamt rollten 2015 etwa 45,1 Millionen Pkw auf deutschen Straßen. Der Elektroanteil lag also bei nicht einmal einem halben Prozent. Die Bundesregierung ist aber nach wie vor nicht von ihrem utopisch erscheinenden Ziel abgerückt, dass 2020 eine Million Elektrofahrzeuge (sowohl reine Stromer als auch Hybride) auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen.

Und weil es auch um 800.000 Jobs in der Industrie geht, hat Bundeskanzlerin Merkel für Dienstagabend Vorstandschefs und das halbe Kabinett zum „Autogipfel“ geladen. Allerdings wird über Zuschüsse zum Kauf der „Stromer“ schon seit Jahren debattiert. Während Befürworter wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dies als hilfreich einschätzen, warnen Skeptiker vor einem künstlichen Konjunkturprogramm für die gut verdienende deutsche Autobranche. „Die (Elektroautos) müssen sich ohne Subventionen durchsetzen, im Wettbewerb“, sagt etwa Autoexperte Stefan Bratzel.

Wird es Kaufprämien für E-Autos geben?
Es sieht ganz danach aus. Im Gespräch waren zuletzt 4000 bis 5000 Euro für reine E-Autos und 3000 Euro für Hybride mit ergänzendem Verbrennungsmotor. Allerdings pocht Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) darauf, dass sich Steuerzahler und Autoindustrie die möglichen Förderkosten von rund 1,2 Milliarden Euro 50:50 teilen. Dazu sollen die Konzerne zuletzt noch nicht bereit gewesen sein.

Wann könnten Prämien ausgezahlt werden?
Noch in diesem Jahr, sobald es einen Kabinettsbeschluss und grünes Licht vom Haushaltsausschuss des Bundestages gibt. Dann hieße es: Interessenten müssten sich sputen. Die Prämien könnten 2018 auf 3000 Euro für reine „Stromer“ und 2000 Euro für Hybride gesenkt werden.

Zudem könnte das sogenannte Windhundverfahren gelten. Prämien gibt es also nur so lange, wie das Geld im Fördertopf reicht. Das war bei der Abwrackprämie nach der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 zuerst auch so.

Generell sollen Prämien nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro fürs Basismodell möglich sein - und bisherigen Plänen zufolge direkt über die Autohändler ausgezahlt werden.

Warum will der Staat den Autokonzernen überhaupt helfen?
Die Autoindustrie ist eine deutsche Schlüsselbranche mit 800.000 Arbeitsplätzen und 370 Milliarden Euro Jahresumsatz. Geraten die Autobauer unter Druck, weil sie den Anschluss an Zukunftstechnologien wie E-Mobilität oder autonomes Fahren (wo Bordcomputer das Steuer übernehmen) verpassen, kann das der Kanzlerin nicht egal sein. 

Dazu kommt, dass die Regierung von ihrem eigenen Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen, weit entfernt ist. Im Vorjahr waren es nur 25.500, dazu kamen 130.000 Hybride - bei 45 Millionen Pkw insgesamt.

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37 Kommentare zu "E-Auto-Gipfel: Merkel empfängt Auto-Bosse – warum das denn?"

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  • Lieber Herr Vogel,

    die deutsche kerntechnische Industrie hat mit der Übernahme von Siemens Erlangen durch den franzsischen Konzern AREVA aufgehört zu existieren. Die KWU in Mülheim wurde schon früher dicht gemacht. Das war das Ende des Baus von AKWs in D.

  • Die Forschung am E--Mobil aus dem Jahre 1899 von Porsche muß nachhaltig vorangetrieben werden, daher ist es notwendig die Automobil-Konzerne zu unterstützen. Frau Merkel wird mit Sicherheit dieses Projekt voranbringen.

  • Für das, was die sogenannten Verantwortlichen an jährlichem Bonus erhalten, könnte die doppelte bis dreifache Menge der E-Fahrzeuge kostenlos ausgeliefert werden, die derzeit in Deutschland zugelassen sind.

    Ich glaube, die deutsche Autoindustrie versucht mit allen Mitteln den Laufe der Zeit zu bremsen. Es wird ihr nicht gelingen.

    Entweder wird dieses Land mit seiner Industrie den Weg der Nachhaltigkeit gehen, oder dieser Weg wird über unseren Köpfen hinweg von anderen zementiert. So einfach ist das.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Soll das jetzt eine Kapitalismus-Kritik sein??
    Den gibt es in unserem Land (und in der EU sowieso) nur noch als rudimentären Restbestand.
    Wir leben de facto in einer KORPORATISTISCHEN OLIGARCHIE.
    Undenkbar, dass in einer freien Marktwirtschaft eine ReGIERung eine "Energiewende" beschließen könnte, damit sich deren Günstlinge auf Kosten der breiten Mehrzahl der Bürger daran bereichern können. Es gäbe auch keine irrrwitzigen SUBVENTIONEN für noch irrsinnigere E-Autos.
    Im Kapitalismus würde ganz alleine der Markt entscheiden, ob sich Verbrennungsmotoren oder E-Motoren durchsetzen.
    Im Kapitalismus hat die Politik respektive eine ReGIERung einzzig und alleine für die innere und äußere Sicherheit der Bürger zu sorgen (wofür diese an den Staat ihre ZWANGS-Abgaben entrichten). Bei dieser Kernaufgabe versagt unsere Regierung gerade kläglich!! Ja "Mutti" zerstört die Sicherheit auch noch vorsätzlich!! Und in einem wirklichen Kapitalismus wäre bei einem solchen Zustandr ein Steuerboykott der Steuerzahler angesagt...

  • Scheint als würde die Schadens-Kanzlerin wieder zur Tat schreiten. Die Autos noch,
    nach der Energie u.s.w. perfekt alles hin.

  • Wie sagt ein chinesisches Sprichwort.

    Das Schlimmste annehem und auf das Beste hoffen!

  • BYD-Europachef Ho: Die Tage der Verbrennungsmotoren sind gezählt.

    Das würde dann für Deutschland bedeuten, für uns auch sofern man den Blick für die Beschäftigunsquote in der Branche hat.

    Der Rest erledigt dann die digitale Transformation unserer Volkswirtschaft.

    Willkommen in Industire 4.0.

    Werm2glaubt heute schon, dass er morgen schon tot ist?

  • Man darf in Deutschland nur drohen, dass Arbeitsplätze wegfallen und schon werden diese Schlafhauben von Unternehmern hofiert!
    In den USA bekommen die VW Dieselbesitzer je 5TEU und in Deutschland? Da darf man warten bis ein Rückruf erfolgt! Kein Wort mehr und schwam drüber und jetzt überlegen wir schnell wie wir das Geld dieser Dödels an Euch unfähigen Autobosse verteilen können! Soweit Merkel, denn die hat für meine Begriffe irgendwo was an der Kl...!
    Wenn diese Autobosse nicht in der Lage sind mit den extrem hohen Gewinnen Autos für die Zukunft zu entwickeln, dann ist das ihr Pech! Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler nun herhalten soll und die überbezahlte sogenannten Bosse auch noch finanziert!!

    Wenn es darum geht Gesetze zu schaffen die dem Menschen an der unteren Einkommenskette ganz schnell das Fürchten lehren, dann ist Merkel schnell. Es könnte doch auch ein Gesetz geben die verpflichtend für die Autohersteller sind, finanzierbare E-PKW zu bauen! Wer heute ein E-PKW kauft zahlt extrem viel mehr als für einen vergleichbaren Benziner! Warum denn?

    Es kann nicht sein, dass der dumme Michl für alles und jedes nur noch blechen darf, für die Atomindustrie, für die Braunkohleindustrie, für die Stromindustrie......alles wird subventioniert! Danach darf der kleine Michl dann auch noch erhöhte Preise bezahlen! Wie schräg ist das denn?

  • Jetzt empfängt sie AUTOBOSSE

    nächstes mal RÜSTUNGSBOSSE

    DANACH PHARMABOSSE

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    Eine Frau der B O S S E


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    das ist der ANFANG vom E N D E der


    D E M O K R A T I E





    .

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