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E-Roller Elektro-Schnäppchen aus China – das kann der Vässla 2

Elektrische Mobilität muss nicht teuer sein: Elektroroller wie der Vässla 2 können bei Anschaffung und Unterhalt durchaus günstig sein.
  • Mario Hommen
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  • Spotpress
Optisch wirkt der Vässla 2 wie ein ganz normaler 45-km/h-Roller Quelle: Mario Hommen/SP-X
Keine Auffälligkeiten.

Optisch wirkt der Vässla 2 wie ein ganz normaler 45-km/h-Roller.

Köln Wem das E-Auto für die Stadt noch zu teuer ist, aber das Klima am Herzen liegt, könnte alternativ auf einen E-Roller umsteigen. Wie etwa auf den neuen Vässla, der vorgibt, ein Schwede zu sein, tatsächlich aber wie viele andere E-Scooter aus China kommt. Auf einer Testfahrt waren es eben auch diese fernöstlichen Gene, die einen gewissen Edelschliff vermissen lassen.

Im Großen und Ganzen macht der kleine Stromer seine Sache ordentlich, vor allem, wenn man seine Leistung in Relation zum Preis setzt. Schaut man auf die neuen stylischen Stars der E-Roller-Szene, dazu gehören Vespa Elettrica oder die E-Schwalbe, bewegt sich der Vässla 2 mit einem Preis von 2.500 Euro in der Schnäppchen-Liga.

Und auf den ersten Blick erfreut das schwarze Leichtgewicht mit modernem Schick. Anders als etwa das Classic-Modell von Unu zieren den Vässla ein paar Akzente mit progressivem Touch. Auffällig ist der von einen Tagfahrlicht gerahmte LED-Scheinwerfer. Das Rücklicht im Klarglasdesign oder aufgeschraubte Chrombleche sollen ebenfalls die Optik aufwerten, wirken allerdings billig.

Insgesamt präsentiert sich der Roller sauber verarbeitet, wobei Materialien und Komponenten keinen sonderlich hochwertigen Eindruck hinterlassen. Exemplarisch ist das kleine Plastikwindschild vor dem Cockpit, welches einfach mit vier unverblendeten Schrauben befestigt wurde. Das geht auch schöner.

Zum moderneren Styling passt das digitale Cockpit, welches im Format eines quer liegenden Smartphones alle wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit und Akkustand anzeigt. Scheint die Sonne stark, sind die Infos nur noch schwer ablesbar. Anders als einige Mitbewerber bietet der Vässla keine Konnektivitätstechnik, die eine clevere Einbindung von Smartphones und Online-Funktionen erlaubt.

Der 1,2 kW starke Bosch-Motor steckt im Hinterrad  Quelle: Mario Hommen/SP-X
Antrieb im Hinterrad

Der 1,2 kW starke Bosch-Motor steckt im Hinterrad.

Im Gegenzug bleibt der kleine Stromer unkompliziert und einfach in der Handhabung: Dreht man den Startschlüssel auf „On“, kann man umgehend los stromern - lautlos und einigermaßen spritzig. Nein, ein Dampfhammer ist der lediglich 1,2 kW/1,6 PS starke Bosch-Motor im Hinterrad nicht, doch auf den ersten Metern reicht seine Schubkraft, um mit Autos mithalten zu können.

Bei voller Batterie ist sogar ein Mitschwimmen fast auf Augenhöhe möglich, denn dann schafft der Vässla 51 oder gar 52 km/h. Doch selbst wenn der Vässla-Pilot dem Temporausch verfällt, bleibt er Autofahrern ein lästiges Hindernis und wird wie ein solches behandelt. In der Praxis wünscht sich wohl jeder Rollerfahrer, 60 fahren zu können.

Gelegentlich fällt es dem Vässla allerdings schwer, auf 45 km/h zu kommen: Vor allem an Steigungen geht ihm leicht die Puste aus. Wenn man einen Schalter am Lenker auf den stromsparenden Vortriebsmodus legt, wird es selbst mit voller Batterie zäh, die 45 km/h auf der Ebene zu erreichen. In der Praxis wird deshalb keiner die freiwillige Drosselung wählen.

Ist die Batterie weniger als halbvoll, wird man ebenfalls in mehreren Stufen ausgebremst. Zunächst fällt es dem Vässla schwer, die 45 km/h zu erreichen. Bei einem Füllstand von 20 Prozent wird auf 40 und bei 10 Prozent auf 25 km/h gedrosselt. Sogar nervig ist eine nicht immer ganz perfekte Dosierbarkeit der „Gasannahme“, denn wenn man mit etwas reduziertem Tempo fahren will, setzt ein leichtes Ruckeln ein.

Das digitale Display ist eigentlich eine feine Lösung. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird die Ablesbarkeit allerdings zum Problem  Quelle: Mario Hommen/SP-X
Spiegel

Das digitale Display ist eigentlich eine feine Lösung. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird die Ablesbarkeit allerdings zum Problem.

Ansonsten ist der Einspurstromer mit 65 Kilogramm angenehm leicht und handlich. Das erleichtert das Rangieren und das Aufbocken auf den zusätzlich vorhandenen Hauptständer. Von der Ergonomie empfiehlt er sich mehr für kleine als große Fahrer. Wenn auch in gewisser Weise handlich, ist der Vässla kein virtuoser Kurvenkünstler. Durch Links-Rechts-Kombinationen fährt man beschwingt aber nicht ambitioniert. Ähnlich zufriedenstellend verrichten die Scheibenbremsen an Vorher- und Hinterrad ihre Arbeit.

Wie bei E-Scootern der 45-km/h-Klasse üblich, ist auch der Vässla kein Reichweitenriese. Die Schweden versprechen bis zu 64 Kilometer. Doch in der Praxis, und damit im Speed-Modus, werden daraus 40 und 50 Kilometer. Das reicht für den Nahverkehr, doch bereits eine Tour zwischen den Nachbarstädten Köln und Bonn sollte gut geplant sein.

Das Laden an einer 230-Volt-Steckdose kann über fünf Stunden dauern. Der zum Laden herausnehmbare Akku, ein stattlicher Kasten mit solidem Tragegriff, steckt übrigens unter der Sitzbank rutschfest in einem passgenauem Einschubfach aus Kunststoff. In dem Staufach, der mit Akku bestückt keine Helme aufnehmen kann, ist der Platz für ein Zweitakku, mit dem sich die Reichweite verdoppeln lässt. Mit 800 Euro Aufpreis macht dieser den Vässla 2 deutlich teurer.

Allzu groß sollte der Fahrer eines Vässla 2 allerdings nicht sein Quelle: Mario Hommen/SP-X
Nichts für Riesen

Allzu groß sollte der Fahrer eines Vässla 2 allerdings nicht sein.

Besonders günstig bleibt dafür der Unterhalt, denn Energiekosten für 100 Kilometer bewegen sich um einen Euro. Exakt 2.500 Euro verlangt Vässla für sein derzeit einziges Rollermodell, dem wohl nächstes Jahr ein moderner Bruder folgen soll. Vertrieben wird der Scooter ausschließlich online, angeliefert wird kostenfrei an eine Wunschadresse. Sollte es Probleme geben, hat Vässla Service-Partner, allerdings ist dieses Netz nicht sehr engmaschig.

Wer also den kleinen Schweden-Stromer bestellt, sollte schauen, ob es eine Anlaufstelle in seiner Stadt gibt. E-Roller gelten allerdings als wartungsarme Fahrzeuge.

Technische Daten

Bürstenloser Elektromotor im Hinterrad, 1,2 kW/1,6 PS. Reichweite laut Hersteller: 64 km. Reichweite im Test: 40 - 50 km. Verbrauch 3,1 kWh/100 km. Höchstgeschwindigkeit 45 km/h. Beschleunigung (0 - 45 km/h) k.A. Sekunden Maße und Gewichte: Länge 1,71 m, Höhe 1,12 m, Breite 0,74 m. Gewicht mit einer Batterie 65 kg, Zuladung 149 kg; Preis: 2.500 Euro

Per Knopfdruck am Lenker kann der Fahrer zwischen den Fahrmodi Eco und Fast wählen. Praktisch fährt man ausschließlich
Zwei Fahrmodi

Per Knopfdruck am Lenker kann der Fahrer zwischen den Fahrmodi Eco und Fast wählen. Praktisch fährt man ausschließlich "Fast".

Vorne und hinten gibt es Scheibenbremsen, die ihre Arbeit ordentlich verrichten Quelle: Mario Hommen/SP-X
Gute Bremsen

Vorne und hinten gibt es Scheibenbremsen, die ihre Arbeit ordentlich verrichten.

Der Vässla 2 wird ausschließlich in Schwarz angeboten  Quelle: Mario Hommen/SP-X
Zum Start ganz in schwarz

Die erste Edition des Vässla 2 wird ausschließlich in Schwarz angeboten.

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