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Elektromobilität Honda E-Mini – der japanische Elektro-Retro-Flitzer ist fast serienreif

Der „Prototyp“ ist noch namenlos. Doch die Premiere des Honda-Elektroautos in Genf wird sehnsüchtig erwartet. Schon Ende des Jahres soll er in Serie gehen.
  • Peter Maahn
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  • Spotpress
Honda E-Mini - Elektrischer Sympathie-Träger Quelle: Honda
Elektrischer Sympathie-Träger

Schon als Concept sorgte der elektrische Kompaktwagen mit Retro-Optik für Aufsehen.

Stuttgart Jetzt kommen sie alle mit ihren Elektroautos, auch Honda macht nach langem Zögern mit. Auf dem Genfer Autosalon steht ein knuddeliger Viertürer, der als sogenanntes Konzeptauto schon vor zwei Jahren auf der IAA erstmals auf sich aufmerksam machte und schon in Vergessenheit zu geraten schien. Das Warten hat sich aber gelohnt, denn die blechgewordene Antwort der Japaner auf die Frage nach dem idealen Stadtauto kann sich innen wie außen durchaus sehen lassen.

Im Vergleich zum Frankfurter Appetithäppchen hat sich einiges verändert. War das noch ein Zweitürer mit mittig angeschlagenen, recht breiten Zugängen, hat sich Honda im Sinne der späteren Kunden dann doch zu einem Viertürer entschlossen. Der ist allerdings dank des in der hinten Dachsäule versteckten Griffs gut getarnt.

Die Silhouette des Kleinwagens ist eckiger geworden, wohl auch wegen der Kopffreiheit für die Fond-Insassen. Geblieben ist das freundlich-kecke Gesicht mit den kreisrunden Scheinwerferaugen in LED-Technik. Erinnerungen an den 1974 erschienenen ersten VW Golf werden wach. Auch der guckte aus runden Augen an beiden Seiten des rechteckigen Kühlergrills. Mit 3,70 Meter war der Wolfsburger Klassiker gut 20 Zentimeter kürzer als der heutige Honda und galt damals nicht als Kleinwagen.

Ein markanter Hingucker des elektrischen Asiaten ist die große, unter einer Klappe auf der Fronthaube versteckte Öffnung für den Ladestecker. Ein deutliches Zeichen an die Umwelt, dass dieses Auto an einer Lade- anstatt einer Zapfsäule Halt machen wird. Ob es das bei Dunkelheit beleuchtete Honda-Logo im Grill in die Serienproduktion schafft, steht noch nicht fest. Hier bremsen deutsche Regularien, die ein mittiges weißes Licht derzeit nicht zulassen, den japanischen Ideenreichtum noch aus.

Das Heck spiegelt die vordere Optik, allerdings natürlich mit roten Rundleuchten. Erlaubt ist der Verzicht auf klassische Seitenspiegel-Ohren. Dort, wo diese normalerweise platziert sind, ragen beidseitig kleine Zapfen aus dem Blech, die jeweils eine Kamera in sich tragen.

Das Serienmodell soll 2020 kommen Quelle: Honda
Schau mir in die Kulleraugen

Das Serienmodell des Hondas soll 2020 kommen.

Die Honda-Lösung ist deutlich dezenter als etwa die des Audi Q5 etron, dessen Kameragehäuse ähnlich weit aus der Karosse reicht wie ein normaler Spiegel. Beim kleinen Japaner ist der sogenannte virtuelle Rückblick serienmäßig, beim 80.000-Euro-Audi kostet er 1.540 Euro extra.

Die Farbmonitore an den beiden Ecken des wagenbreiten Armaturenbretts liefern ein gestochen scharfes Bild, die Kopfbewegung des Fahrers fällt einige Grad knapper aus als jahrelang gewohnt. Auch der Innenspiegel ist übrigens ein kleiner Bildschirm, der von der Heckkamera gespeist wird. Die Armaturen selbst werden von mehreren Bildschirmen gebildet, die in Summe zu einer extrem breiten Einheit verschmelzen.

Die einzelnen Anzeigen können je nach Geschmack und Laune des Fahrers programmiert werden. Sie tragen zum Beispiel Tacho, Navigation, Entertainment und vor allem Infos über den elektrischen Antrieb. Die untere Begrenzung der Monitore bildet eine sanfte Stufe in Holz-Deko, in der vier klassische Knöpfe und ein Drehschalter untergebracht sind.

Das Cockpit bietet eine Mischung aus Retro-Stil und modernstem Infotainment Quelle: Honda
Modern und retro in einem

Das Cockpit bietet eine Mischung aus Retro-Stil und modernstem Infotainment.

Zusammen mit der Bedieneinheit der Klimaanlage vertreten sie die analoge der ansonsten virtuellen Welt des Elektroautos. Bemerkenswert ist zudem die Fülle von Steckern im unteren Zentrum. Neben Dosen für 230 und 12 Volt finden sich zwei USB-Buchsen und ein HDMI-Anschluss.

Die wichtigste Frage: Wie weit komme ich mit meinem E-Mini? Honda spricht von mehr als 200 Kilometern nach neuer WLPT-Norm. Das ist deutlich weniger als bei anderen Neuerscheinungen, folgt aber der Logik, dass der noch Namenlose als reines Stadtfahrzeug konzipiert ist und wohl nur selten im Überlandverkehr genutzt wird. An einer starken Stromzapfsäule soll die Batterie in einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent ihrer Leistung aufgeladen werden können.

Nähere Daten zur Leistung des Motors will Honda erst auf dem Genfer Messestand preisgeben. Der Viersitzer mit seinem für die Außenmaße ordentlichen Kofferraum tritt zum Beispiel gegen den viertürigen Elektro-Smart, diverse Kleinwagen aus China oder den für 2022 geplanten E-Mini von VW an.

Vom Band rollen soll der Honda ab Ende des Jahres, auf die Straße wird er 2020 kommen. Zunächst sind 5.000 Stück für ganz Europa geplant. Auch wenn der Preis noch nicht feststeht, sollten sich Interessenten für das rundum sympathische Auto also beeilen.

Auf den Bildschirmen gibt es das Bild der Außenspiegelkamera Quelle: Honda
Keine Rückspiegel, nur Kameras

Auf den Bildschirmen gibt es das Bild der Außenspiegelkamera.

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