Elektrooffensiven zur IAA Alle wollen ein bisschen grün sein

Mit einer ambitionierten Elektrooffensive und einem gelassenen Ferdinand Piëch startet VW in die diesjährige IAA. Daimler setzt auch auf seine neuen Stromer - aber in einer anderen Größenordnung als die Wolfsburger.
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„Elektromobilität ist keine Vision mehr“

FrankfurtEuropas größter Autokonzern setzt sich selbst unter Strom. Bis 2018 will Volkswagen zum führenden Hersteller für Elektrofahrzeuge aufsteigen. Auf dem traditionellen Markenabend einen Tag vor der Eröffnung der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt hatte VW-Chef Winterkorn gleich zwei reine Elektroautos im Gepäck - den E-Up und den batteriebetriebenen Golf. Zwei Modelle, die das Schattendasein der Elektromobilität beenden sollen.

„Wir treten hier nicht mit zwei oder drei Nischenmodellen an“, betonte Winterkorn. Konkrete Absatzziele nannte er aber nicht. Allein der hohe Preis dürfte allerdings einige Kunden abschrecken. Sowohl E-Up als auch E-Golf bewegen sich preislich deutlich oberhalb der Standardmodelle mit Verbrennungsmotor. Mit einem Neupreis von 26.900 Euro ist der E-Up mehr als doppelt so teuer wie die normale Basis-Benzinervariante.

Trotzdem betonte Winterkorn, dass die Elektromobiltät nun „im Zentrum des Konzerns“ angekommen sei, es gehe um „mehr als Effekthascherei“, sondern um einen „fundamentalen Wertewandel“. Bis 2014 wolle der Konzern 14 Modelle mit Elektro- oder Plug-In-Hybridmodelle auf den Markt bringen. Bei Erfolg könne die Produktpalette auf 40 Modelle ausgebaut werden. „Das Elektroauto darf keine rollende Verzichtserklärung sein“, sagte Winterkorn.

Wie das aussehen könnte, zeigte Konzerntochter Porsche, die mit 918 Spyder und dem Panamera S E-Hybrid gleich zwei vollwertige Sportwagen mit Hybridantrieb mit nach Frankfurt gebracht hatten. Der A3 e-tron von Audi, der seine Premiere bereits in Genf gefeiert hatte, komplettierte die Runde.

Bei guter Laune: Ferdinand Piech, Aufsichtsratsvorsitzender von VW mit seiner Ehefrau Ursula und Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender von Porsche. Quelle: dpa

Bei guter Laune: Ferdinand Piech, Aufsichtsratsvorsitzender von VW mit seiner Ehefrau Ursula und Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender von Porsche.

(Foto: dpa)

Trotz fulminanter Präsentationen waren die großem Überraschungen an diesem Abend Mangelware. Skoda und Seat stellten Kombivarianten ihrer Erfolgsmodelle Rapid und Leon vor. Allein Audi hatte eine kleine Überraschung im Gepäck und enthüllte neben dem A3 Cabrio ein 570-PS-starkes Konzeptauto, natürlich mit Allrad-Antrieb, das gemeinsam mit der italienischen Autodesignschmiede Giugiaro entworfen wurde. Der „Nanuk“ war so etwas wie der ersehnte Überraschungsgast des Abends, auch wenn er von der Serie noch weit entfernt ist.

Auch die Ducati-Chef Claudio Panenicale hatte für seinen ersten Auftritt auf dem VW-Markenabend eine Weltpremiere mitgebracht. Das neue, kleinere Superbike 899 Panigale fuhr er persönlich vor. Die Motorradschmiede, die der Konzern dem Aufsichtsratschef Piëch im vergangenen Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte, zeigte so das erste neue Produkt unter dem Dach von Audi.

Besondere Aufmerksamkeit wurde an diesem Abend auch dem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Berichten über seinen vorzeitigen Abschied begegnete er zumindest äußerlich gelassen. Gemeinsam mit Gattin Ursula ließ er Blitzlichtgewitter über sich ergehen und diktierte den Journalisten, dass er ihnen noch erhalten bleiben werde.

„Mir geht es gut“, betonte Piëch auf Nachfrage eines Radiosenders. Seinen Vertrag der noch bis 2017 läuft wolle er mindestens noch erfüllen. Er „könne keine Wünsche erfüllen, die nicht von mir stammen“, sprach der 76-Jährige etwas kryptisch und verließ - wie schon in Genf - als einer der ersten die Veranstaltung.

Eine echte Überraschung: Audi-CEO, Rupert Stadler präsentierte am Vorabend der IAA den neuen Audi Nanuk. Quelle: Reuters

Eine echte Überraschung: Audi-CEO, Rupert Stadler präsentierte am Vorabend der IAA den neuen Audi Nanuk.

(Foto: Reuters)
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  • Bei der " artigen" Vorstellung des Nanuk oder wie immer das Audi-Konzept-Car heißt, fiel mir ein, dass Herr Stadler gar nicht Herr im eigenen Haus ist. Die Entwicklungsleitung hat der ehemalige Technik-Vorstand von VW übernommen. Herr Stadler ist kein Ingenieur, er ist Kaufmann und war Bürochef von Piëch, als der noch in Wolfsburg war. Für sein damaliges Wohlverhalten in schwieriger Zeit ( Situation) wurde er von Gottes Gnaden Chef bei Audi und durfte auch mal mit zum Weltwirtschftsgipfel nach Davos! Seit Stadler schmilzt der Vorsprung durch Technik! An die Spitze von Audi muss ein Car-Gay! Auf dem vor 30 Jahren begründeten China-Geschäft sollte man sich nicht ausruhen! Übrigens: Ich bin nach 31 Jahren BMW zu Audi gekommen und bin heute noch dabei. Aber seit dem der A1-Etron mit dem Wankel als Range-Extender auf Befehl von Wolfsburg gestoppt wurde, habe ich Zweifel an der Eigenstäandigkeit von Audi, die doch mal zum Quattro und zur Dieseldirekteinspritzung geführt hat. Da muss ein starker, charismatischer Ingenieur an die Spitze und nicht ein artiger Kaufmann, der eine Vorstellung zelebriert, als ob man ein Gedicht aufsagt!

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