Fahrvorstellung des VW T6 Kult, die sechste

Seit 65 Jahren gibt es den VW-Bus. Nur der Käfer prägt bis heute die Geschichte von Europas größtem Autobauer noch mehr. Die sechste Generation „Bulli“ erinnert dabei zumindest optisch wieder an die erste.
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Das neue Modell (rechts) kann mit Extras auf rund 70.000 Euro gebracht werden. Für den Oldie links im Bild zahlen Sammler längst Summen über 100.000 Euro. Perfekter Zustand vorausgesetzt. Quelle: PR
VW "Bulli" T1, auch bekannt als Samba-Bus, und de neueste Generation T6.

Das neue Modell (rechts) kann mit Extras auf rund 70.000 Euro gebracht werden. Für den Oldie links im Bild zahlen Sammler längst Summen über 100.000 Euro. Perfekter Zustand vorausgesetzt.

(Foto: PR)

StockholmEs gibt wohl kaum ein Auto, das mit so vielen Attributen behaftet ist: Arbeitstier und Familienkutsche, Mannschaftsbus und Kultmobil. Die Hippies fuhren damit nach Woodstock und die Surfer an die Strände Kaliforniens. Roger Daltrey, Frontman der Rock-Legende The Who, zeigt sich heute noch einem Modell in den Farben der Band aus dieser Zeit. Der VW Bus ist seit 65 Jahren beinahe das Markenzeichen von Europas größtem Autobauer. An den Käfer wird er jedoch auch mit der Neuauflage der mittlerweile sechsten Generation nicht heran kommen.

Was bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover, wo der von seinen Fans noch immer liebevoll „Bully“ genannte Bus angesiedelt ist, auch niemand will. Vorstandschef Eckhard Scholz spricht eher neudeutsch von der „Heritage“, die ein solches Fahrzeug für seine Fahrer verkörpert.

Bleibt alles anders
VW Transporter Generation sechs, kurz T6, von Fans immer noch liebevoll Bulli genannt
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Warum inszeniert VW eigentlich die Bulli-Präsentation in Amsterdam? Es ist eine Hommage an den holländischen Volkswagen-Importeur Ben Pon. Denn der Autohändler, so heißt es, hat 1947 mit einer Ringbuch-Skizze des Bullis einen entscheidenden Anstoß für den Bau des Transporters gegeben ...

Generationen eins und sechs
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Der Bulli ist für VW seit 65 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Die Mischung aus Bus und Lieferwagen war bei Handwerkern, Kleinunternehmern, Familien, Studenten und Campern stets gleichermaßen beliebt wegen ihres großen Platzangebots und der enormen Variabilität. Weltweit verkaufte sich der Vorgänger T5 in 12 Jahren knapp zwei Millionen Mal. Über die gesamte Baureihe waren es in 65 Jahren rund 12 Millionen Fahrzeuge.

Neue Motoren, neues Design
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Nutzfahrzeugvorstand Scholz:war aber auch gezwungen, den Bulli technisch zu modernisieren. Ab dem 1. September dieses Jahres müssen neu zugelassene Pkw in der EU die Abgasnorm Euro6 erfüllen. Die im T5 verbauten Motoren schaffen dies nicht. Aber natürlich wurde mehr daraus als eine neue Motorengeneration. So ist der neue T6 insgesamt kastiger designt als sein Vorgänger, die Front wurde komplett überarbeitet, und es gibt nun LED-Scheinwerfer ...

Von 84 bis 204 PS
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Künftig gibt es den Bulli mit sechs neuen Motoren, allesamt mit Start-Stopp-Automatik. Laut Hersteller sind sie im Durchschnitt etwa einen Liter sparsamer als der Vorgänger T5. Als Dieselaggregate stehen TDI-Motoren mit 84, 102, 150 und 204 PS zur Wahl; dazu kommen zwei Benziner mit 150 oder 204 PS.

Der Bulli ist ein Design-Klassiker
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Entsprechend behutsam wurde er modernisiert: Er ist aber etwas schärfer, kantiger geworden. Die Linienführung der Sicken und Kanten setzt sich von vorne bis ins Heck in einem fort. Dadurch wirkt die Karosse wie aus einem Guss.

Blick ins Innere
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Die sechste Generation der T-Baureihe wird in wenigen Tagen bestellbar sein, die Preise bewegen sich dabei auf dem Niveau des Vorgänger-Modells oder auch leicht darunter. Die Preise liegen dabei bei einigen Modellen sogar deutlich unterhalb der vergleichbaren Vorgänger-Versionen. So beginnt die Preisliste beim Transporter bei 23.035 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer für 62 kW-TDI/Euro5), der Einstieg in die Welt des Multivan beginnt bei 29.952 Euro für den Multivan Conceptline mit 62 kW-TDI (inkl. Mehrwertsteuer Euro6). Der bisherige Startline wird durch den aufgewerteten Trendline zum Preis von 34.301 Euro (brutto) ersetzt.

Fahreigenschaften verbessert
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Neu ist die adaptive Fahrwerksregelung Dynamic Cruise Control (DCC) für die sogenannten geschlossenen Aufbauten. Mit dieser kann das Fahrzeug an drei Fahrmodi angepasst werden: Komfort, Normal und Sport. In diesen Fällen passt sich die elektrisch einstellbare Dämpfung via vorgewähltem Programm dem ausgewählten Fahrstil an.

Tatsächlich haben sie sich mit der sechsten Auflage an die Ursprünge erinnert. Damals in den Sechzigern und Siebzigern waren die ersten beiden Versionen T1 und T2 der Epoche geschuldet in zwei verschiedenen Farben lackiert. Unten rot und oben weiß strahlt auch das Sondermodell „Generation six“. Wem das zu grell ist, der kann auch blau und silber, grün und weiß oder grau und weiß wählen.

Und da die Farbpalette bei den Nutzfahrzeugleuten von VW aus 180 Farbtönen besteht, macht Vorstandschef Scholz kein Hehl daraus, dass er sich in den kommenden Jahren noch manch eine freche Kombination vorstellen kann. Die Fangemeinde will schließlich bedient werden und fragt schon jetzt die neuen Farbtupfer eifrig nach.

„Diese Wagen werden grob und rücksichtslos behandelt“
Bus + Lieferwagen = Bulli
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Vor 65 Jahren, um ganz genau zu sein, am 8. März 1950, war Produktionsstart des ersten Transporters von Volkswagen, damals noch in Wolfsburg. Ab 1956 wurde er im Volkswagenwerk Hannover-Stöcken gebaut. Schon früh erreichte der sogenannte Typ 2 – Typ 1 war der Käfer – den Kultstatus, den er bis heute bei seinen gewerblichen Nutzern und noch mehr bei seinen privaten Liebhabern erlebt.

Mit den Genen des Käfers
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Gern wird die Geschichte kolportiert, alles habe 1947 mit einer Bleistiftskizze begonnen. Der holländische Autoimporteur Ben Pon soll im Volkswagenwerk einen einfachen Plattenwagen gesehen haben. Dessen Idee nimmt er auf und kritzelt auf einen Notizzettel die Umrisse eines Transporters mit Käfergenen. So weit die Legende.

Robuste Nutztiere sind gefragt
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Zwei Jahre später präsentiert Volkswagenwerk-Geschäftsführer Heinrich Nordhoff vier Prototypen: zwei Kastenwagen, einen Kombi und einen Kleinbus. Einer davon geht an den Parfümhersteller Mülhens (4711) in Köln. Kompromisslos und robust wie der Käfer werde auch der Transporter sein, verspricht Nordhoff: „Diese Wagen werden nicht mit Glacé-Handschuhen angefasst, sondern grob und rücksichtslos behandelt.“

Blick in die Produktion
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Bereits vor dem Produktionsstart im Frühjahr 1950 waren die ersten acht, in Handarbeit gefertigten Fahrzeuge des neuen Transporter, der intern unter dem Kürzel „Typ 29“ läuft, unterwegs gewesen. Die sechs Kastenwagen und zwei Kombis der Prototypen-Serie dienten Präsentationszwecken, sei es zu Kundenbefragung oder zur Pressearbeit.

24 PS müssen reichen
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Die Konstrukteure verwenden Motor und Achsen des Käfers. Statt des Zentralrohrrahmens bekommt der Bus eine selbsttragende Karosserie, die auf einem Leiterrahmen sitzt. Der Motor hat 1.131 ccm Hubraum und leistet 18 kW / 24 PS bei 3.300 Umdrehungen pro Minute.

Blick in einen ausgebauten Transporter
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Bis zu 750 Kilogramm Zuladung sind möglich im 4,6 Kubikmeter großen Laderaum des Transporters. Der ist anfangs nur über zwei Klapptüren auf der rechten Seite zugänglich, ab Juni 1951 optional auch über ein zusätzliches Paar von links. Erst 1955, als das Reserverad ein Versteck hinter den Vordersitzen findet, und die Motorklappe um die Hälfte schrumpft, ermöglicht eine zusätzliche Klappe mit Fenster über dem Motorraum Zugriff zum Laderaum auch von hinten.

Er gehörte zum Straßenbild
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Der Bus befördert bis zu acht Personen. Mit ein paar Handgriffen lassen sich die beiden hinteren Sitzreihen ausbauen, um rund 750 Kilogramm Nutzlast zu befördern. „Demgemäß“, schwärmte Alfred Haesner, von 1948 bis 1952 Leiter der Technischen Entwicklung der Volkswagenwerk GmbH, „ist dieser Nutz-Lieferwagen-Typ verwendbar für alle Geschäftszweige, Eiltransporte und Speditionszwecke, zum Beispiel als Kleinomnibus, als Sonderfahrzeug, als Postwagen, als Krankenwagen, als fliegende Station.“

Und auf den Straßen um Stockholm, wo die Fahrzeuge dieser Tage der Öffentlichkeit präsentiert werden, werden sie von Passanten wie Touristen eifrig geknipst. Wo gibt es das sonst, dass ein kastenähnliches Fahrzeug die Menschen so in Aufregung versetzt.

Kein reines Retro-Modeprodukt geplant
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1 Kommentar zu "Fahrvorstellung des VW T6: Kult, die sechste"

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  • Die Karre ist, wie alle VWs mittlerweile, ein rundgelutschtes Stück Plastik und wenn ich meine Bekannten sehe, die T4 und T5 fahren, dann ist es um die legendäre Zuverlässigkeit und Solidität alles andere als gut bestellt. Demgegenüber steht ein krasser Einstiegspreis, der durch NICHTS zu rechtfertigen ist. Vergleichen mit T1 und T3, die echte Arbeitstiere waren, ist der aktuelle T5 sicherlich komfortabel und mehr Personenwagen, als Transporter, aber er ist eben kein VOLKS-wagen mehr. Die legitimen Nachfolger des Bulli kommen aus Korea und Japan.

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