Ford Sierra Auf den ersten Blick futuristisch, auf den zweiten klassisch

Mit seiner Optik passt der Ford Sierra vielleicht nicht in die Denke konservativer Oldtimer-Liebhaber. Doch gibt es Argumente, warum der Kölner als Meilenstein gelten darf.
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Klassiker: Ford Sierra - Auf den ersten Blick futuristisch, auf den zweiten klassisch Quelle: Oldtimer Markt

Ford Sierra: Mehr als 2,7 Millionen Exemplare wurden gebaut, aber nur ein Bruchteil davon ist heute noch erhalten.

Mit 30 Jahren so alt wie ein Oldtimer – aber ein echter Klassiker? Diese Frage mag sich mancher beim Ford Sierra stellen. Die frühen Exemplare des Kölner Mittelklasse-Modells bekommen bereits ein H-Kennzeichen, auch wenn der Sierra – gebaut bis 1993 – noch gar nicht so lange aus dem Straßenbild verschwunden scheint. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Oldtimer Markt“ wird dem avantgardistischen Sierra sogar Klassiker-Potenzial attestiert.

Da wäre zum einen die damals revolutionäre Optik, die der Sierra Anfang der 1980er Jahre auf die Straßen brachte. Nach dem kantig-konservativen Vorgänger Taunus wirkte das Fließheck mit großer Heckklappe, aufgrund der aerodynamischen Vorteile Aeroheck genannt, zukunftsweisend. Ein Stufenheck war zunächst nicht eingeplant, erst mit der großen Modellpflege 1987 wurde es nachgereicht.

Oldie-Jahrgang 1984 im Überblick
Oldtimer - Endlich Geschichte – die neuen H-Klassiker
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Welche Volumenmodelle waren die Trendsetter des Jahres 1984? Allen voran die Mercedes-Benz 200 bis 300E der Baureihe W 124, die nach einem Facelift zur ersten E-Klasse mutierte.

Ford Escort RS200 ab 1984
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Selten, und bald mit H-Kennzeichen unterwegs: Ford Escort RS200 ab 1984

Subaru Justy 1984
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Zu den Allradlern mit 30 Jahresringen zählen urige kleine Offroadklassiker wie der Suzuki SJ 413 und der Daihatsu Rocky, aber erstmals auch Limousinen, Kombis und Sportwagen aller Segmente wie Alfa 33, Audi 200, Subaru Justy, VW Passat Variant Syncro, Ford RS 200, Mitsubishi L 300 oder Honda Shuttle. Überhaupt die Vans. Sie waren die großen Unverstandenen jenes Jahres.

Renault Espace ab 1984
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Renault Espace ab 1984

Nachdem Honda, Mitsubishi (Space Wagon) und Nissan (Prairie) zuerst in Japan den Kombi höher und variabler zu Raumkreuzern transformiert hatten, kamen die Vans nun nach Europa – zeitgleich zum Marktstart von Chrysler Voyager und Renault Espace. Es sollte aber Jahre dauern bis sich Familien und Firmen für die neuartigen Großraumlimousinen wirklich begeisterten.

Opel Kadett E Typ GSI
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Opel Kadett E Typ GSI

Peugeot 205 GRD ab 1984
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Peugeot 205 GRD ab 1984

Saab 9000 Turbo 1984
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Saab 9000 Turbo 1984

Die Form folgte der Funktion: Die Designer entwickelten zunächst eine windschlüpfrige Grundform, um auf deren Basis eine praxistaugliche Karosserie zu schaffen. Dank Fließheck, bündig verklebter Scheiben, integrierter Scheinwerfer und versteckter Kühlluftöffnungen erreichte der Sierra einen seinerzeit beachtlichen cW-Wert von 0,32. Dank seines abgerundeten Hecks schaffte auch der Kombi „Turnier“ diesen Wert.

Durch ein neues Rechnerverfahren konnten die Ingenieure zudem die auf die Karosserie einwirkenden Kräfte am Computer bestimmen und dadurch Blechstärken gezielt variieren. Zum ersten Mal war Ford damit in der Lage, vor dem eigentlichen Crashtest Unfälle mit einzelnen Komponenten virtuell simulieren. Während der Heckantrieb blieb, flog die Starrachse des Taunus auch hinten zugunsten einer Einzelradaufhängung raus.

Entwicklungssprung (von links): Taunus, Probe III Sierra Quelle: Oldtimer Markt

Entwicklungssprung (von links): Taunus, Probe III Sierra

Ebenfalls ihrer Zeit voraus war das 1,6-Liter-Vierzylinder-Triebwerk, das in der Economy-Version dank einer Black-Box, die aus 576 voreingestellten Positionen stets den optimalen Zündzeitpunkt ermittelte und so beim Spritsparen half. Eine Econo-Leuchte zeigte dem Fahrer, ob er noch auf Sparkurs war – heutzutage sind Schaltempfehlungen bei Neuwagen üblich.

Richtig viel Platz: Der Sierra ist auch ein Praktiker Quelle: Oldtimer Markt

Richtig viel Platz: Der Sierra ist auch ein Praktiker

Mehr als 2,7 Millionen Exemplare des futuristischen Sierra wurden gebaut, aber nur ein Bruchteil davon ist heute noch erhalten. Auch aus diesem Grund hat der Kölner nach Einschätzung der Experten von „Oldtimer Markt“ einen dauerhaften Platz in den Herzen der Oldtimer-Fans verdient.

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1 Kommentar zu "Ford Sierra: Auf den ersten Blick futuristisch, auf den zweiten klassisch"

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  • Wie oft muß ich im Zusammenhang mit aerodynamischen Karosserien denn noch das Wort "wind-SCHLÜPFRIG" lesen. Es gibt schlüpfrige Witze, aber es gibt nur "schlüpfige" Karosserien. Was ist der Journalistenberuf auf den Hund gekommen, wenn sowas nicht mehr auffällt.

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