Gut aus den Startlöchern gestromert Sechs Monate Wartezeit für BMW i3

Mit jeder Menge Erwartungen hat BMW den i3 aufgeladen. Erste Bestellzahlen zeigen eine positive Tendenz. Dafür könnte auch sprechen, dass die Münchner bereits unauffällig an der Preisschraube gedreht haben.
Update: 28.01.2014 - 10:59 Uhr 9 Kommentare
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BMW i3 - Gut aus den Startlöchern gestromert Quelle: BMW

BMW i3

München/BochumEin wenig ruhig ist es geworden um das in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres gefeierte erste Elektroauto von BMW, den i3. Seit Mitte November steht der Kleinwagen mit dem 125 kW/170 PS starken E-Antrieb bei den Händlern und muss nun beweisen, ob die vielen Vorschusslorbeeren, die er mit Karbon-Konzept und BMW-Fahrgefühl geerntet hat, auch verdient. Geht es nach denen, die bei BMW die Zahlen verwalten, ist das Fahrzeug auf einem guten Weg: 11.000 Bestellungen weltweit liegen für den i3 vor.

Wie viele Käufer dabei aus Deutschland kommen, will BMW allerdings ebenso wenig preisgeben, wie die Zahl der i3, die in Leipzig derzeit wöchentlich vom Band rollt. Zum Vergleich: Das weltweit meistverkaufte Elektroauto, der Nissan Leaf, der bereits 2010 auf den Markt kam, wurde jüngst zum 100.000sten Mal erworben.

Mit dem selbsterklärten Erfolg nicht in Zusammenhang gebracht sehen will BMW eine De-facto-Preiserhöhung des i3. War im Grundpreis von 34.950 Euro bis Mitte Januar noch das Navigationssystem „Professional“ enthalten, kostet es nach der neuen Preisliste nun knapp 2.000 Euro Aufpreis. Dafür ist nun das günstigere Navi „Business“ für 990 Euro in die Optionsliste aufgenommen worden, das die für die E-Mobilität wichtigen Merkmale, wie die Anzeige von Stromtankstellen in der Nähe, ebenfalls anbietet.

Das sei aber nicht als Preisanpassung zu verstehen, heißt es aus München, das serienmäßige Navi sei von vornherein als Schmankerl für Frühbesteller geplant gewesen.

Die Automobilwoche meldet unter Berufung auf BMW, i3-Neubesteller müssten aktuell bis zu sechs Monate auf die Auslieferung ihres Elektroautos warten. 80 Prozent der i3-Kunden kämen laút Vorstand Ian Robertson von anderen Marken oder hatten zuvor überhaupt kein Auto. Ab Mai wird der i3 nach Robertsons Worten auch in den USA verkauft, wo 1.200 Vorbestellungen vorliegen. Bis Mitte 2014 soll die Einführung in weiteren Märkten wie China und Japan folgen.

Harald Krüger, Produktionsvorstand von BMW, sagte beim 14. Car Symposium der Universität Duisburg-Essen, vor allem in Norwegen sei die Nachfrage hoch. Die norwegische Regierung fördert den Kauf von Elektroautos. Eine Produktion des Elektroflitzers in China sei allerdings vorerst nicht geplant, so Krüger. Das sei auch eine Frage der Infrastruktur. Nehme man hohe Einfuhrzölle darum in Kauf. Das Werk in Leipzig, solle vorerst das einzige  BMW-Werk bleiben, das den Elektroflitzer baut.

Bei der Fertigung setzt BMW als erster Autohersteller im Kompaktsegment auf den Einsatz von Carbonfasern (CFK). Gefertigt werden die CFK-Fasern im Werk Moses Lake in den USA. Hauptargument: die Strompreise, dort kann zu einem Drittel des deutschen Strompreises produziert werden - und das mit Wasserkraft.

Die Fasern sind die Basis für die Bauteile und Komponenten des i3, die Wackersdorf und Landshut serienreif gemacht werden. Insgesamt verbaut BMW 130 CFK-Komponenten sind in einem i3 verbaut - 10 Prozent stammen aus recyceltem Carbon. Gefertigt wird er in einem Drittel der Zeit im Vergleich zu einem gewöhnlichen Fahrzeug.

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9 Kommentare zu "Gut aus den Startlöchern gestromert: Sechs Monate Wartezeit für BMW i3"

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  • Wenn bei meinem "Verbrenner" die Tankleuchte erscheint, habe ich noch 90 km Reichweite.
    Das sagt alles! Wenn BMW der Kiste wenigstens einen innovativen Rangextender spendiert hätte. Da nehmen sie einfach etwas aus der Motorradabteilung und kassieren dafür 4.000 Euro. Ich schätze der A3 E-Tron kann mehr begeistern!

  • Ich schließe mich der Sichtweise von Marvel an. Leider lassen sich ein Golf II und ein Golf VII nicht miteinander vergleichen. Wurde der Golf II bspw. mit einem 2 ltr Dieselmotor und 60PS ausgeliefert (der aus Erfahrung auch mit 4 Liter ausgekommen ist), werden Sie heute kein entsprechendes Komplement finden. Effizienzsteigerungen wurden in Leistungs- und Komfortsteigerungen umgesetzt. Ein Golf II brachte etwa 900kg auf die Wage, während ein Golf VII trotz innovativer Leichtbauweise fast 50% an Gewicht zugelegt hat. Auch wenn Sicherheit und Komfort gestiegen sind, bleibt unterm Strich ein Mehr an Materialeinsatz. Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass heutige Autos konstruktiv an dem durch die Hersteller vorgegebenen Lebenszyklus ausgelegt werden. Vergleichen Sie nur mal die Lebensdauer früher Dieseleinspritzsysteme (Bspw. Verteilereinspritzpumpe) mit heutigen Common Rail Pumpen. Sie werden staunen!

  • Ein Kollege hatte neulich einen i3 zur Probefahrt. Reichweite bei minus 8 Grad Aussentemperatur war 90 KM - der Preis des Wagens war mit 52.000,00 Euro angegeben.

    Was für ein marketinggetriebener Schwachsinn!!!

  • @ Marvel:
    In Ihrer Rechnung halt sich ein kleiner Denkfehler eingeschlichen. "Die nächsten 10.000 Jahre immer reparieren" ist nicht korrekt, vermutlich haben Sie es nicht ernst gemeint. Ein Golf II ist nur auf kurze Dauer besser in der Umweltbilanz.
    Vereinfacht gesagt gilt folgendes:
    Herstellungsenergie + Vebrauchsenergie = Gesamtenergie

    Da ein altes Fahrzeug i.d.R. einen erheblich höheren Ausstoß hat (zumindest bei gleicher Leistung und gleichem Gewicht), verschlechtert sich die Energiebilanz des alten Golf II im Vergleich zu einem neuen Fahrzeug mit zunehmender Betriebsdauer, auch wenn er schon gebaut wurde und diese Energie für den Status "heute" nicht mit eingerechnet wird. Auch hier stellt sich die Frage inwieweit dies gerechtfertigt ist.
    MFG
    Fritz

  • Ja, auch da stimme ich teilweise zu.

    Wobei ich letztens noch gelesen habe, dass der durchschnittliche Deutsche alle 6 Jahre ein neues Auto kauft. Sagen wir man fährt ein Elektrowagen 8 Jahre, dann könnte ich mir immer noch vorstellen, dass die CO2 Herstellungsbilanz negativ gegenüber einem alten Golf 2 ist. Ich kann es jetzt nur gerade nicht mit Zahlen untermauern.
    Und nach 8 Jahren beginnt ja das ganze Spiel von vorne.

    Und das der schöne Strom aus der Steckdose nicht zu 100% aus Wasser und Windenergie besteht, sollte man ebenfalls bedenken. Kohle und Atomstrom sind auch nicht wirklich besser als Benzin.
    Selbst wenn man alles zu 100% aus Windkraft etc. herstellt, dann gebe ich immer noch zu bedenken, dass auch so ein Rotorblatt inkl Mast gebaut sein will. Mit seltenen Erden aus dem schönen Afrika/China.
    Alternativ die tolle Solarzelle aus zweifelhaften Fabriken in China, wo man einfach die Chemieabfälle von der Produktion in Fluss leitet.
    usw...

    Ich könnte ewig so weiter reden, aber das wäre jetzt eine Endlos-Sinnlos Diskussion.

    Endfazit wäre eigentlich, dass man gar kein Auto mehr fährt und man wieder wie im 18. Jh lebt. Da gab es keine Umweltverschmutzung.

    ABER: Ich ich genieße den Luxus und wollte in keinster Weise mit meinen Postings den Fortschritt aufhalten. :-)

    VG
    Marvel

  • Teilweise haben Sie Recht, teilweise aber auch nicht.

    Ein nicht unerheblicher Teil der Emissionen von Autos geht auf die Nutzungsphase zurück. Je länger ein Auto auf der Straße fährt, um so größer wird der Anteil.

    Wenn Sie nun durch ein sparsameres Auto die Emissionen während der Nutzungsphase reduzieren, dann erreichen Sie nach einer gewissen Nutzungszeit den Punkt, an dem die Emissionen der Produktion und der Nutzung des neuen Fahrzeuges kleiner sind, als die Emissionen der Produktion und Nutzung des alten Fahrzeuges.

    Diesen Punkt gilt es zu bestimmen. Ab dann lohn der Kauf eines neuen Wagens.

  • Hallo,

    trotz aller Euphorie möchte ich kurz folgendes anmerken. Hatte das mal vor ein paar Jahren gelesen und finde es relativ überzeugend und logisch.

    Eine Elektroauto mag sicherlich mit Strom fahren,

    ABER:
    Was viele vergessen ist, dass so ein Elektroauto eine schlechtere CO2 Bilanz hat als ein schon produziertes Auto.

    Warum? Nun ja, das Elektroauto muss ja auch produziert werden. Alle Bauteile müssen hergestellt werden und via Transport zum Ziel gebracht werden. Das kostet alles Energie + verbraucht Transportenergie wie Benzin.

    Das heisst dann schlussendlich wirklich, dass ein gebrauchter Golf 2 zum Beispiel 10x umweltfreundlicher ist als jeder Neuwagen.

    Fazit: Eigentlich müsste man also nur noch Gebrauchtwagen fahren die für die nächsten 10.000 Jahre immer reparieren.

    Mir ist natürlich klar, dass das so nicht eintreten wird. ;-)

    Ich wollte nur mal kurz 2 Seiten der Medaille aufzeigen weil Elektroautos ja so "grün" sind. Sind sie eben nicht. Siehe oben.

    VG
    Marvel

  • Wenn eine Firma den Erfolg des Autos an den Bestellungen abbildet ohne im Sinn von Transparenz zu sagen, wo die Autos gekauft werden und wie die "Bestellkurve" verläuft, dann vermute ich, dass dem geneigten Leser Sand in die Augen gestreut werden soll. Von 10.000 Bestellungen und 100.000 Interessenten konntenman schon im Dez. lesen. Was ist aus den Interessenten geworden? Und Zulassungen in Norwegen sind bei der massiven Förderung dort für E-Autos kein Wunder. Da schafft es sogar der Tesla den Golf zu überholen. Ich finde das unternehmerische Engagement von BMW mit dem i3 mutig. Vor diesem Hintergrund kann man doch offen über Alles berichten. So z.B. über die Produktionskapazität, über den Ausschuss in der Anlaufphase, über die Kosten der weltweiten Marketing-Aufwendungen...u.s.w.
    Für mich sind Lieferfristen allein kein Indikator für Erfolg!

  • Wird der durchschnittliche CO2 Flottenverbrauch nach ausgelieferten Fahrzeugen oder nach angebotenen Modellen berechnet?
    Die letztere Methode würde die zögerhafte Auslieferung erklären - schließlich läßt sich mit E-Autos so gut wie nichts an Wartung verdienen.

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