Honda FCV Saubermann auf Zukunftskurs

Zündet die Brennstoffzelle nun vielleicht doch noch? Nach Toyota will jetzt auch Honda im großen Stil in die Serienfertigung der Wasserstofftechnik einsteigen.
  • Benjamin Bessinger
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  • Spotpress
Honda FCV - Saubermann auf Zukunftskurs Quelle: Honda
Wasserstofftechnik treibt den Honda FCV an

Während unter der Haube Prozesse ablaufen, für deren Detailverständnis man wahrscheinlich einen Doktortitel in Chemie und Physik braucht, reicht am Steuer wie bisher der Führerschein.

TochigiManche Bretter sind etwas dicker und man bohrt daran ein bisschen länger. Niemand weiß das besser als die Brennstoffzellen-Entwickler. Nicht umsonst arbeiten sie schon seit Jahrzehnten daran, Wasserstoff im Auto in Strom für Elektromotoren umzuwandeln und dabei nichts anderes auszustoßen als heiße Luft und Wasserdampf. Dass dieses Antriebskonzept technisch funktioniert, haben sie bereits hundertfach bewiesen. Nur mit der Vermarktung hat es bislang nicht so recht geklappt. Doch das soll sich jetzt ändern. Denn nach Toyota mit Mirai will jetzt auch Honda im größeren Stil in die Serienfertigung einsteigen und der Brennstoffzelle damit buchstäblich Dampf machen.

Treiber dieser Absicht ist eine schnittig gezeichnete Limousine, die Anfang nächsten Jahres den bislang keine hundert Mal gebauten FX Clarity ablöst. Auch sie fährt mit Karbontanks voller Wasserstoff, der an Bord an Membranen mit einer Platinbeschichtung reagiert, zu Wasserdampf wird und als Abfallprodukt Strom liefert. Zwischengespeichert in einem Lithium-Ionen-Akku unter dem Fahrersitz treibt der einen Elektromotor an, der mit 130 kW/177 PS auf die Vorderachse wirkt.

Der Innenraum ist nicht besonders futuristisch  Quelle: Honda
Der Honda FCV fährt sich wie ein gewöhnliches Elektroauto.

Auch der Innenraum ist nicht besonders futuristisch.

Während unter der Haube Prozesse ablaufen, für deren Detailverständnis man wahrscheinlich einen Doktortitel in Chemie und Physik braucht, reicht am Steuer wie bisher der Führerschein. Denn so kompliziert der Antrieb der Zukunft ist, so leicht lässt er sich fahren.

Weil es der E-Maschine egal ist, ob der Strom jetzt aus dem Akku oder einem Kraftwerk kommt, fühlt sich der Honda an wie ein ganz gewöhnliches Elektro-Auto: Er beschleunigt kräftig, zieht nahtlos an und gerät dafür früh wieder an seine Grenzen.

Viel mehr als 150 Sachen jedenfalls sind bei der ersten Testfahrt laut Tacho nicht drin. Der einzige Unterschied zum reinen E-Auto ist die Geräuschkulisse, weil es immer mal wieder ein bisschen rauscht und pfeift im Gebälk, als wäre man tatsächlich zu Gast in einer Chemiefabrik.

Highlights der Tokyo Motor Show
Mehr Skulptur als Auto
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Eines der Highlights auf der 44. Tokyo Motor Show ist das mattrote Nissan Concept 2020. Zugriff auf das Fahrzeug werden zunächst die Gamer haben, die auf Sonys PS4 den Klassiker Gran Turismo zocken. Die Messe, bei der vor allem japanische Hersteller viele neue Konzepte und ungewöhnliche Visionen vorstellen, öffnet ihre Pforten bis zum 8. November. Weitere Schwerpunkte sind neue Konzepte für urbane Mobilität, autonome Fahrzeuge und Vernetzung.

Nissan Concept 2020
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Fans von Nissans Godzilla genannten Supersportwagen GT-R lesen an der kantigen und zerklüfteten Studie ab, welche Änderungen sich für die neue Generation des GT-R andeuten. die 2018 auf den Markt kommen soll. Man darf gespannt sein, ob das Handling verbessert wird und das Gewicht gesenkt werden kann.

Honda und der rasende Hocker
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Der Bedeutungswandel des Begriffs Feuerstuhl steht unmittelbar bevor, und Honda, ansonsten auch für Motorräder wie die Fireblade bekannt, trägt einen erheblichen Teil dazu bei. Hier sieht man Angestellte unterwegs am Messestand mit dem UNI-CUB. Der elektrisch betriebene Einsitzer hat Fußrasten und hinten winzige Stützräder, er wird durch Gewichtsverlagerung gelenkt. Wer sich nicht an Dokumente klammert, hat Gelegenheit, die Hände zum Gebet zu falten. Dann geht sie leise summend los, die wilde Fahrt. Die in Führung liegende Dame zeigt schon ein typisches Siegerlächeln.

Und nochmal Honda ...
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Wem der Uni Cub zu gefährlich vorkommt, und wer sich nicht als alternativ mobilisierter Draufgänger fühlt, der hat natürlich auch die Möglichkeit mit dem so genannten "Wander Stand" quasi einen Helm auf Rollen auszuprobieren. Sollte man dieses Angebot auf Europa ausdehnen wollen, empfehlen wir, zumindest den Namen zu überdenken.

Concept Car Tokyo Vision 2015 von Mercedes-Benz
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Natürlich kann Mercedes in diesem Messeumfeld nicht einfach ein normales Auto vorstellen. Aber diese silberglänzende Mischung aus Spaceshuttle und Wal auf Rädern überrascht dann doch. Schon allein wegen der beleuchteten Räder.

Man könnte ihn wegen der abgedunkelten Scheiben fast für einen Lieferwagen halten. Doch zeigt er einmal mehr, dass sich Mercedes zwar vorstellen kann, auf aktive Fahrer zu verzichten, nicht aber auf Luxus im Innenraum. Eine Lounge mit Internetanschluss ist der Tokyo Vision, mit Ledersofa für fünf, 26 Zoll großen Rädern und 4,80 Meter Länge ...

44th Tokyo Motor Show 2015
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So hip sind die Schwaben, dass sie Kühlergrill und Räder blau-weiß beleuchten. Innen sieht man zunächst weder Lenkrad noch Fahrersitz, die Studie soll - wie schon das Forschungsfahrzeug F015 - seinen Weg und das Ziel allein finden. Hinter der Flügeltür auf der linken Seite lernt intelligente Technik die Wünsche der Insassen in Sachen Infotainment und der Elektroantrieb bezieht seine Energie aus einer Brennstoffzelle.

Mercedes-Studie Vision Tokyo 2015
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Das Kennzeichen ist eine Projektion und das Heck wird von einer roten LED-Lichtinstallation eingerahmt. Innen gibt es zahlreiche Monitore, die fast nahtlos in Konsolen integriert sind, und die Scheiben sind so bedruckt, dass Übergänge scheinbar nahtlos werden. Möchte doch mal jemand selbst ins Lenkrad greifen, so gibt erst ein Knopfdruck ein Steuer und einen Fahrersitz frei, und dann das Kommando zurück an den Menschen.

Mehr noch als mit der fast sphärischen Fahrgefühl überrascht der Honda deshalb mit ein paar anderen Qualitäten: Er ist für ein japanisches Modell überraschend vornehm gestaltet und modern ausgestattet. Die Holzkonsolen in den Türen auf dem Mitteltunnel fühlen sich zwar komisch an, sind aber mit viel Liebe ausgewählt. Die Instrumente sind aufwändig animiert und neben dem Lenkrad strahlt ein Touchdisplay, das groß und edel aussieht wie ein Tablet-Computer.

Der Wasserstofftank ist gut geschützt Quelle: Honda
Der Wasserstofftank ist gut geschützt

Der Wasserstoff aus dem Karbontank reagiert an Membranen mit einer Platinbeschichtung, wird zu Wasserdampf und liefert als Abfallprodukt Strom. Zwischengespeichert wird in einem Lithium-Ionen-Akku unter dem Fahrersitz, der auch den Elektromotor antreibt. Dieser wirkt mit 130 kW auf die Vorderachse.

Dazu gibt es – und auch das ist ungewöhnlich für ein Brennstoffzellen-Fahrzeug – jede Menge Platz: Die Ingenieure haben das Volumen der so genannten Stacks um ein Drittel geschrumpft, nun braucht der ganze Antrieb nicht mehr Platz als ein V6-Motor und passt komplett unter die Haube.

Selbst wenn natürlich immer noch Bauraum für den Lithium-Ionen-Akku unter den Vordersitzen und die Drucktanks bei der Rückbank benötigt wird, sitzt man in der 4,90 Meter-Limousine jetzt so bequem wie in einer S-Klasse und kann in den noch immer etwas zerklüfteten Kofferraum immerhin drei Golfbags packen.

Den zweiten großen Schritt haben die Japaner bei den Kosten gemacht: Weil sie deutlich weniger Platin einsetzen, wird der Stack angeblich 90 Prozent billiger. Zwar kann Honda damit den Preis sicher ein wenig drücken und nahe an die ungerechnet gut 50.000 Euro bringen, die der Mirai in Japan kostet.

Der Elektromotor kommt auf 177 PS Quelle: Honda
Der Elektromotor kommt auf 177 PS

Weil die Ingenieure das Volumen der so genannten Stacks um ein Drittel geschrumpft haben, braucht der ganze Antrieb nun nicht mehr Platz als ein V6-Motor und passt so komplett unter die Haube.

Doch aus finanzieller Sicht rechnet sich eine Brennstoffzelle für den Kunden so schnell noch nicht, räumt Thomas Brachmann ein, der in Europa seit Jahren für diese Technik trommelt. Während in Japan und den USA der politische Druck und mit ihm die öffentliche Unterstützung so groß ist, dass Honda dort schon bald hunderte oder gar tausende Brennstoffzellen-Fahrzeuge verkaufen will, rechnet er in Deutschland mit kleineren Stückzahlen.

Sehr viel kleineren sogar. „Wir müssen halt Flagge zeigen und werden deshalb eine Handvoll Autos importieren“, sagt der Honda-Manager. Allerdings werden sie sicherheitshalber nicht zum Kauf angeboten, sondern nur im Leasing abgegeben, weil sonst das Interesse noch weiter sinkt.

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  • Wer wirklich glaubt Wasserstoff wäre die saubere Variante soll sich bitte über die Herstellung Lagerung und den Transport informieren.
    Danach kommt ein ganz anderes Bild zum Vorschein.
    Auch die Brennstoffzelle hat keinen optimalen Wirkungsgrad von 100 Prozent, sondern liegt bestenfalls bei 50 bis 60 Prozent [7], der Elektromotor im Auto verursacht weitere Verluste. Moderne Dieselmotoren hingegen haben einen Wirkungsgrad von bis zu 65 Prozent, Ottomotoren erreichen bestenfalls 35 bis 40 Prozent [8]. Zusammen mit dem schlechten Wirkungsgrad der Dampfreformierung ist ein Wasserstoffantrieb damit deutlich ineffizienter als ein moderner Verbrennungsmotor, es entstehen beim Wasserstoffantrieb also insgesamt mehr Treibhausgase als bei der direkten Verbrennung.

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