ICCT-Studie Nur jeder zehnte Euro-6-Diesel erfüllt Norm

Laut der Umweltorganisation ICCT sind neun von zehn Diesel der Abgasnorm Euro 6 auf der Straße zu schmutzig. Im Schnitt stoßen sie fast fünfmal so viel Stickoxid aus, wie die Norm vorgibt. Illegal ist das nicht.
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Neun von zehn Euro-6-Diesel auf der Straße sind zu schmutzig: Für die Zukunft fordern die Forscher der Umweltorganisation ICCT weitere unabhängige Tests unter realen Fahrbedingungen. Quelle: dpa
Dieselauto auf der Straße

Neun von zehn Euro-6-Diesel auf der Straße sind zu schmutzig: Für die Zukunft fordern die Forscher der Umweltorganisation ICCT weitere unabhängige Tests unter realen Fahrbedingungen.

(Foto: dpa)

BerlinNur jeder zehnte moderne Diesel der Abgasnorm Euro 6 ist einer Studie zufolge im Alltag auf der Straße so sauber wie auf dem Papier und bei Tests im Labor. Die Umweltorganisation ICCT, die den Abgas-Skandal 2015 mit ins Rollen brachte, hat Messdaten von Behörden und anderen Organisationen in Europa für insgesamt 541 Diesel-Pkw der Normen Euro 5 und 6 ausgewertet.

Im Schnitt stoßen die Euro-6-Diesel auf der Straße demnach 4,5 Mal mehr gesundheitsschädliches Stickoxid (NOx) aus, als die Norm vorgibt, 90 Prozent der Fahrzeuge reißen den Labor-Grenzwert auf der Straße.

Illegal ist das nicht, da erst seit September in der EU für Neuzulassungen die Abgasnorm auch für den Ausstoß auf der Straße maßgeblich ist. Zudem dürfen die Stickoxid-Werte weiterhin um einen sogenannten Konformitätsfaktor über den Grenzwerten liegen.

Allerdings gelten die teils drastischen Überschreitungen im Alltag als Grund dafür, dass die Luft in vielen Städten trotz immer strengerer Grenzwerte schmutziger ist, als die EU erlaubt. Gerichte könnten deswegen die Politik zu Fahrverboten zwingen.

„Dieselautos sind zum Ramschprodukt geworden“

„Die Ergebnisse bestätigen frühere Erkenntnisse, basieren nun aber auf einer sehr großen Anzahl an Fahrzeugtests und erlauben damit auch Rückschlüsse auf das durchschnittliche Emissionsverhalten einzelner Hersteller“, sagte der Geschäftsführer von ICCT in Europa, Peter Mock.

Die realen NOx-Emissionen einiger Euro-6-Fahrzeuge liegen demnach sogar unterhalb des Grenzwerts, während andere den Grenzwert um das Zwölffache überschreiten. Die 541 Diesel-Pkw repräsentieren 145 verschiedene Modelle.

Die ICCT-Forscher fordern für die Zukunft weitere unabhängige Tests unter realen Fahrbedingungen, die nicht nur den Ausstoß von Stickoxiden, sondern auch von CO2 unter die Lupe nehmen - und zwar von Autos, die Kunden oder Mietwagen-Firmen bereitstellen, nicht die Autobauer selbst.

  • dpa
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5 Kommentare zu "ICCT-Studie: Nur jeder zehnte Euro-6-Diesel erfüllt Norm"

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  • Noch was: die Headline!

    das ist wirklich Fakenews. Die Norm hat eine Abnahmespezifikation und diese wird erfüllt!

    Die Headline ist eine reine Falschmeldung! Bitte korrigieren!

  • und Parteien dann auch sagen: Hört mal her, hört auf Euch und vorzulügen, dass Euch Bildung am Herzen liegt, wenn Euer Spitzenkandidat trockener Alkoholiker und Buchhändler ist! Mit welcher Qualifikation will denn der Mann etwas erreichen? Wie will er die Zusammenhänge verstehen? Wenn Bildung wichtig ist, dann eben auch fürs Spitzenpersonal!

  • und Parteien dann auch sagen: Hört mal her, hört auf Euch und vorzulügen, dass Euch Bildung am Herzen liegt, wenn Euer Spitzenkandidat trockener Alkoholiker und Buchhändler ist! Mit welcher Qualifikation will denn der Mann etwas erreichen? Wie will er die Zusammenhänge verstehen? Wenn Bildung wichtig ist, dann eben auch fürs Spitzenpersonal!

  • Herr Steingart fragt gerade nach unseren Meinungen zum Thema Bildung.

    Ich finde diesen Artikel ein schönes Beispiel. Irgendeine Umweltorganisation (also anscheinend per se glaubwürdig) veröffentlicht irgendetwas zum Thema Überschreitung von Grenzwerten. Es Und dieses Thema schafft es dann in die Qualitätsmedien, weil eine Nachrichtenagentur die angebliche Faktennachricht verteilt. So regiert man mit UNBILDUNG!

    Wer etwas zum Thema Euro 6 und Diesel wissen will:

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Schluss-mit-unserioesen-Diesel-Statements-article19859513.html

    Bitte hier, das Statement der TU Karlsruhe (heute KIT) ist da eindeutig!

    Was hat das mit Bildung zu tun: ganz wenig technischen Verständnis vorausgesetzt ist es evident, dass es DIE Straße nicht gibt. Und es ist halt ein Riesenunterschied ob man das Gaspedal durchdrückt, Sitzheizung und Klimaautomatik an, vorausschauend fährt, oder eben nicht!
    Wenn Sie jetzt die Aufgabe einer Norm haben, müssen Sie erst einmal normierte Bedingungen einführen. Und darin liegt auch der einzige Sinn! Ansonsten werden solche Einrichtungen wie EU-Energielabel vollkommen lächerlich, da sich sonst jeder ein Label selbst ausstellt, wie er es gerade haben will. Und jetzt ist der einfachste Weg, dass man zu diesen normierten Bedingungen einen passenden technischen Grenzwert definiert, um die Norm zu erfüllen.

    Das ganze andere Geschwätz, dass der Grenzwert angeblich sich aus der Gesundheitsgefährdung der Bürger ableitet und deswegen erfüllt sein muss, ist Ideologie und das Ausnutzen mangelnder Bildung! Diesen Zusammenhang gibt es nicht!

    Aber: wenn wir alle Euro 6 fahren, dann werden die Grenzwerte auch bei den Messstellen in den betroffenen Gebieten eingehalten werden. Und diese Messstellen sind für die Leute relevant!

    In Frankreich gibt es zum Beispiel eine Schule zum "Erlernen des Wirtschaftskrieges", da lernt man dann wie man solche Kampagnen fährt. Ein gutes Mittel dagegen wäre Bildung, aber wir müssten unseresn Politikern und Parteie

  • Schon wieder ein Studie. Sollen diesmal auch 25.000 Menschen pro Jahr in der EU durch Diesel sterben? Es ist so langweilig von Studien der grünen Gedankenpolizei zu hören, die nichts anderes tun als normalen Menschen das Leben zu vermiesen, ob Waldsterben, Ozonloch, Dioxinbelastung, Eierwahn, Atomaversion oder Dieselphobie.

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