Kompakt-SUVs Nicht mehr ganz so dicke

Der Parkraum in den Städten ist knapp, der Sprit teuer: Wer will noch einen dicken Geländewagen fahren, wenn er so viel Auto gar nicht braucht, SUVs aber trotzdem sexy findet? Der Trend geht zu kleineren Modellen.
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Der Mercedes GLA ist das, was die Konkurrenten BMW und Audi schon länger im Programm haben: ein echter Kompakt-SUV für ein stetig wachsendes Marktsegment. Foto: Christoph Walter Quelle: dpa

Der Mercedes GLA ist das, was die Konkurrenten BMW und Audi schon länger im Programm haben: ein echter Kompakt-SUV für ein stetig wachsendes Marktsegment.
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Frankfurt/MainDer Andrang war gigantisch: Heerscharen von Journalisten und Ausstellern rangen in der mehrstöckigen Mercedes-Arena auf der IAA in Frankfurt um die besten Plätze. Sie machen lange Hälse, um bloß nichts zu verpassen. Eine Live-Band gibt den Takt vor, dann rollte er über eine Rampe auf die riesige, mit Abertausenden LEDs illuminierte Glitzer-Bühne: der Mercedes GLA. Die Stuttgarter setzten ihr erstes Kompakt-SUV bei der Premiere wie einen Superstar in Szene.

Und das, obwohl der GLA recht spät kommt: Von den deutschen Premium-Herstellern ist Mercedes der letzte, der einen sportlichen Geländewagen im Kompaktformat auf den Markt bringt. BMW legte 2009 mit dem X1 vor, Audi brachte 2011 den Q3. Mit dem Auto sei es eben wie mit dem royalen Baby der Windsors, flachste Daimler-Boss Dieter Zetsche: Es habe damit länger gedauert, dafür sei es nun umso schöner. Außerdem kommt der Trend zu kleineren SUVs jetzt erst so richtig in Fahrt.

«SUVs sind ein Verkaufsschlager und werden es vorerst bleiben», sagte Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen. «In den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren rund 16 Prozent der 1,76 Millionen neu zugelassenen Pkw in Deutschland SUVs, im gesamten Jahr 2009 kamen sie noch auf einen Anteil von etwas mehr als 7 Prozent».

Und die Nachfrage steigt weiter. «Um das Jahr 2020 werden nach unseren Prognosen ein Drittel aller verkauften Neuwagen SUVs sein.» Getrieben werde das Wachstum durch die Kompaktmodelle und in naher Zukunft noch stärker durch Kleinst-SUVs.

Gute Voraussetzungen also für den Mercedes GLA: Mit seiner Länge von 4,42 Metern liegt er zwischen dem Audi Q3 und dem größeren BMW X1. Die klaren, leicht geschwungenen Linien im Blech und die geringe Dachhöhe von gerade einmal 1,49 Metern bescheren dem auf der Plattform der A- und B-Klasse basierenden Wagen einen sehr dynamischen Auftritt.

Die Oberflächen im Cockpit wirken wertig, einige Assistenzsysteme wie Müdigkeits- und Kollisionswarner sind serienmäßig an Bord. Zum Start des GLA, der ab November mit und ohne Allradantrieb bestellbar sein wird, haben Kunden die Wahl zwischen je zwei Otto- und Dieselmotoren mit 100 kW/136 PS bis 155 kW/211 PS.

Die SUV-Welle rollt und rollt
Daimler Chief Executive Zetsche presents the new SUV Mercedes GLA during a media preview day at the Frankfurt Motor Show
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Mercedes GLA

Dieter Zetsche ist mächtig stolz auf den neuen kompakten SUV der Schwaben. Dem auf der A-Klasse basierenden Geländewagen sagt nicht nur der Hersteller eine große Zukunft voraus. Einziges Manko: Mercedes hat sehr lange gewartet ehe der Premiumhersteller auf den SUV-Zug aufgesprungen ist. Mit dem GLA soll nun die Aufholjagd beginnen. Ab Ende November ist er bestellbar, im März 2014 rollt er dann zum Händler.

Frankfurt Motor Show IAA
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Der Mercedes GLA ist 13 cm länger als die A-Klasse, 6 Zentimeter höher und rund zwei Zentimeter breiter. Assistenz- und Multimediasysteme stammen aus der A-Klasse. Zum Start gibt es zwei Benziner und zwei Diesel. Der GLA 200 bringt 156 PS mit, der GLA 250 satte 211 PS. Der Normverbrauch bei den Benzinern soll bei 7,1 Liter liegen, bei den Dieselmodellen bei 4,3 Litern. Preis: Ab etwa 30.000 Euro.

Altbekanntes Design, neues Format: Mit der Studie C-X17 hat Jaguar einen Wachstumsmarkt im Visier. Foto: Christoph Walter
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Jaguar C-X17

Die Briten zeigen eine Crossover-Studie mit Raubkatzen-Emblem. Gemunkelt wird, dass ab 2016 mit einem Serienmodell zu rechnen ist. Der C-X17 steht auf einer Aluminium-Karosse. Chef-Designer Ian Callum hat typische Stilelement der Jaguar-Familie verwendet, was an der Frontpartie besonders deutlich zu sehen ist.

Weltpremiere Jaguar-Studie
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Jaguar C-X17: Die Studie ist Träger einer komplett neuen Monocoque-Architektur aus Aluminium, die bei Jaguar die Grundlage für eine neue Generation von erschwinglichen Modellen bilden soll. Diese Architektur ist leicht und extrem steif und erlaubt in Konstruktion, Raumkonzept und Produktion ein hohes Maß an Flexibilität.

Weltpremiere Jaguar-Studie
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Designstudie des Jaguar C-X17: Die Studie ist ein Ausblick auf das erste Modell mit dieser Architektur, das als sportliche Limousine 2015 im Premium-Segment auf Konkurrenten wie Audi A4, BMW 3er und Mercedes-C-Klassen treffen soll.

Mehr Crossover als Offroader: Nissan zeigt auf der IAA die dritte Generation des X-Trail. Foto: Christoph Walter
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Nissan X-Trail

Die Japaner stellen die dritte Generation ihres SUV vor. Nissan hat die Optik geglättet, insgesamt wirkt der SUV nun deutlich runder und gefälliger - in der Designsprache aber auch beliebiger. Ab 2014 ist die neue Variante auf dem Markt.

huGO-BildID: 32839861 The Dacia Duster is presented during the second press day of the 65th Frankfurt Auto Show in Frankfurt, Germany, Wednesday, Sep
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Dacia Duster

Die Renault-Tochter aus Rumänien zeigt das Facelift ihres SUV-Klassikers Duster. Wichtigste Neuerung: Den Duster gibt es jetzt auch als Turbo-Benzin-Direkteinspritzer. Verändert hat sich die Front. Hier setzt Dacia jetzt auf mehr Chrom. Der Preis bleibt derselbe. Der Duster ist ab günstigen 10.490 Euro zu haben.

Dass auch andere Hersteller wissen, worauf Autokäufer heute und morgen abfahren, zeigen auf der IAA mehrere Studien für neue Kompakt- und Mini-SUVs. Suzuki zum Beispiel präsentiert dort den nur 4,22 Meter langen, aber trotzdem ziemlich bulligen iV-4. Das Konzeptfahrzeug ist 8 Zentimeter kürzer als der neue SX4, dem sich das für 2015 versprochene Serienmodell unterordnen wird. Außerdem wird der Wagen laut Suzuki Offroad-Qualitäten haben, was nur wenige Hersteller von ihren SUVs behaupten können.

Wie Suzuki verschlägt es Kia mit dem 4,19 Meter langen Showcar Niro zwar auch ins B-Segment, aber sicher nicht in die Botanik: Die schnittige Karosserieform und die für den Wow-Effekt auf der Messe montierten Flügeltüren sind ein deutliches Signal der Koreaner, ein schickes Mini-SUV für den Großstadtdschungel bauen zu wollen. Die Entscheidung über ein entsprechendes Serienmodell steht noch aus, das Auto sei frühestens in zwei Jahren zu erwarten, hieß es bei Kia.

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