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Landwind X7 ärgert Range Rover China-Evoque aus dem Copy-Shop

Die Kopier-Wut der chinesischen Automobilhersteller schien zuletzt etwas nachgelassen zu haben. Auf der Guangzhou Motor Show hat nun aber wieder ein besonders dreister Fall von Doppelgängertum für Aufregung gesorgt.
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  • Spotpress
Landwind X7 - Billig-Range-Rover aus China Quelle: Landwind

Landwind X7: Billige Range Rover Evoque-Kopie aus China

Original und Fälschung stehen Wand an Wand: Während Range Rover auf der Automesse Mitte November im südchinesischen Guangzhou die Premiere des gemeinsam mit dem lokalen Hersteller Chery gebauten Evoque feiert, präsentiert Landwind eine Halle weiter eine nahezu identische Kopie des edlen Kompakt-SUV.

Der Landwind X7 ist zwar fünf Zentimeter länger, gleicht dem britischen Vorbild ansonsten aber äußerlich wie ein Ei dem anderen: die gleiche bullige Front, die identischen abgesetzten Kotflügel und der exakt nachmodellierte Verlauf des schwebend wirkenden Daches.

Dem britischen Auto Car Magazine zufolge will Jaguar Land Rover-Chef Ralf Speth offiziell gegen den chinesischen Autohersteller Landwind wegen Diebstahl geistigen Eigentums vorgehen.

Auch im Innenraum haben sich die Chinesen mehr als nur inspirieren lassen und das Cockpit originalgetreu nachgebaut, lediglich einen etwas größeren Touchscreen montiert. Einziges verlässliches optisches Identifizierungsmerkmal ist daher das Logo der Jiangling-Motors-Tochter, das das „Land Rover“-Markenzeichen ersetzt.

Diese Autos kaufen Chinesen am liebsten
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Platz 10: VW Passat

Ein Passat „nur“ auf dem zehnten Platz in der Zulassungsstatistik – in Deutschland undenkbar. Dennoch kann sich der Erfolg der NMS-Version des Passats (New Midsize Sedan), die in den USA und China verkauft wird, sehen lassen: Im ersten Halbjahr 2014 kam der Passat in China auf 135.954 Neuzulassungen.

Zum Vergleich: In Deutschland kam der Passat, trotz oder wegen des anstehenden Modellwechsels, in der Statistik von Januar bis Juni hinter dem Golf auf den zweiten Platz – allerdings reichen dafür hierzulande gerade einmal 35.533 Neuzulassungen.

Link: Der neue Passat in Bildern.

(Foto: PR)
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Platz 9: Great Wall Haval H6

Great Wall Motors gehört zu den größten SUV-Herstellern Chinas. Sein Bestseller ist der Haval H6, teilweise auch Hover H6 genannt. Das Kompakt-SUV ist mit 4,64 Metern etwa so groß wie ein Audi Q5. Mit 143.119 Zulassungen ist der H6 das beliebteste SUV Chinas im ersten Halbjahr 2014.

(Foto: PR)
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Platz 8: Nissan Sylphy

Ab jetzt folgen nur noch die in China gefragteste Karosserieform – viertürige Stufenheck-Limousinen in allen erdenklichen Größen.

Den Anfang macht auf dem achten Rang der Nissan Sylphy, der als Kompakt-Limousine für chinesische Verhältnisse geradezu klein ist.

Mit 4,61 Metern ist er in etwa so lang wie hierzulande ein Golf Kombi. Im ersten Halbjahr konnte Nissan 145.214 Sylphys verkaufen.

(Foto: PR)
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Platz 7: Buick Excelle XT

Ihnen kommt der Buick Excelle XT irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, schließlich ist es ein Opel Astra. Lediglich die Logos außen und innen wurden getauscht, ebenso der verchromte Kühlergrill – Badge-Engineering vom Feinsten.

Mit dieser wohl einfachsten Art der „Modellentwicklung“ bringt es die GM-Tochter immerhin auf 147.404 Neuzulassungen.

(Foto: PR)
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Platz 6: VW Jetta

Jetzt wird es etwas kompliziert: 152.621 Neuzulassungen in China gab es für den VW Jetta. Unter diesem Namen wurde auch in Deutschland jahrelang die viertürige Limousine auf Basis des Golf verkauft. Auf den aktuellen Jetta trifft das nur noch in Teilen zu.

Um den Ansprüchen der amerikanischen und chinesischen Kunden zu entsprechen, übernimmt der Jetta von der Plattform des Golf VI zwar zahlreiche Teile, ist aber deutlich länger. Der Jetta wird in China allerdings auch noch unter anderen Modellbezeichnungen verkauft.

(Foto: PR)
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Platz 5: VW Sagitar

Ein Beispiel dafür ist der VW Sagitar. Er entspricht zwar technisch und weitestgehend auch optisch dem Schwestermodell Jetta, wird aber nicht von VW selbst, sondern von dem Joint Venture FAW-VW zusammen mit First Automotive Works - gebaut.

Und dieses formell eigenständige Unternehmen nennt seinen Jetta eben anders. Am Verkaufserfolg ändert sich wenig, der Sagitar kam im ersten Halbjahr auf 155.393 Neuzulassungen.

(Foto: PR)
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Platz 4: VW Santana

1983 war der biedere Stufenheck-Viertürer namens Santana noch ein China-Pionier für VW. Und den gut eingeführten Modellnamen gibt es immer noch. Doch der seit 2013 gebaute New Santana ist nun eine Eigenentwicklung von Shanghai Volkswagen, speziell für den chinesischen Markt.

Damit ist der Santana eines der wenigen VW-Modelle in China, das nicht auf einem bestehenden Fahrzeug basiert. Mit einer Länge von 4,47 Metern gehört der Santana zu den kleineren Limousinen. Er brachte es im ersten Halbjahr auf 161.957 Neuzulassungen. Shanghai Volkswagen ist übrigens ein weiteres VW-Joint Venture aus der Shanghai Automotive Industry Corporation und eben Volkswagen.

(Foto: PR)

In einer Pressemitteilung gesteht Landwind durchaus ein, dass das SUV in einigen Teilen an ein Modell einer ausländischen Luxusmarke erinnere. Die Details seien aber gründlich im Landwind-Stil überarbeitet worden.

Jenseits des Designs gibt es dann aber doch auch handfeste Unterschiede. Der wichtigste ist der Preis. Während der Evoque in China umgerechnet mehr als 50.000 Euro kostet, gibt es den X7 bereits für knapp 18.000 Euro.

Und wo beim Range Rover ein mindestens 177 kW/240 PS starker Motor über eine Neungangautomatik alle vier Räder antreibt, werkeln im Landwind 140 kW/190 PS an einer Achtgang-Automatik.

Unverschämt gut abgekupfert: Der Landwind X7 Quelle: Screenshot

Unverschämt gut abgekupfert: Der Landwind X7

(Foto: Screenshot)

Landwind ist in Deutschland nicht unbekannt. 2006 hatten die Chinesen erstmals versucht, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Ihr Geländewagen versagte in Crashtest aber derart, dass sich die Marke mangels Käufervertrauen bald wieder zurückzog. Ein weiterer Anlauf 2011 mit dem Familien-Van CV9 war etwas erfolgreicher – immerhin gab es zwei von fünf Sternen.

Offiziell nach Europa importiert wird das Modell trotzdem zurzeit nicht. Ein niederländischer Importeur bietet den Kompakt-Van im Format eines VW Touran jedoch aktuell in Holland und Belgien zu Preisen ab 10.920 Euro (netto) an.

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2 Kommentare zu "Landwind X7 ärgert Range Rover: China-Evoque aus dem Copy-Shop"

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  • Klauen gehört doch mittlerweile zum guten Ton in der Wirtschaft. In Großunternehmen werden Erfindungen der Mitarbeiter, den Urhebern entwendet und dem Unternehmen zugeschlagen, um die Abfindungen der Führungskräfte zu erhöhen. Schlechte wirtschaftliche Situationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden ausgenutzt um den Profit zu erhöhen, weltweit. Die Chinesen halten uns nur den Spiegel vor.

  • Was regen wir uns auf? Einige deutsche Maschinenbauer tun es auch nicht anders, sie kopieren sogar Systeme aus Schwellenländern wie Südafrika. Auch für sie ist es billiger zu klauen, als selbst zu entwickeln. Man sehe sich nur den Bereich der Lebensmittelmaschinen an.