Luxus-Dienstwagen Viel Rabatt hilft dem Phaeton nur wenig

Die "Gläserne Manufaktur" für den VW Phaeton feiert im zehnten Jahr Produktions- und Besucherrekorde. Doch erst seit China Geschmack am großen Volkswagen gefunden hat, kommt Schwung in das Werk.
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Volkswagens Phaeton fand bereits 2004 auf der Messe Auto China in Peking großen Anklang. 2011 ging fast jede dritte der Luxuslimousinen ins Reich der Mitte. Quelle: ap

Volkswagens Phaeton fand bereits 2004 auf der Messe Auto China in Peking großen Anklang. 2011 ging fast jede dritte der Luxuslimousinen ins Reich der Mitte.

(Foto: ap)

DresdenSeit zehn Jahren arbeitet in Dresden die "Gläserne Manufaktur", die wohl spektakulärste Autofertigungsstätte, die VW 2001 zum Produktionsstart ihrer Luxuslimousine Phaeton eigens errichtet hatte. Im Jubiläumsjahr 2011 feierte das Werk mit mehr als 11.000 montierten Limousinen einen Produktionsrekord. 2010 war mit 7.500 neuen Phaetons ebenfalls eine Bestmarke gesetzt worden.

Dass der Wettbewerber von der Mercedes S-Klasse erst im zehnten Produktionsjahr so richtig in Schwung kommt, liegt aber nicht an der starken Nachfrage in Deutschand, sondern vor allem am schnell wachsenden Geschmack chinesischer Kunden an dem großen Wolfsburger.

Mehr als 3.000 Phaetons gingen 2011 von Dresden aus auf die Reise ins Reich der Mitte. In den ersten neun Jahren waren insgesamt nur rund 50.000 Limousinen gebaut worden.

Die Wolfsburger hatten ihr Flaggschiff im Mai 2010 umfassend überarbeitet und zu dem Zeitpunkt zu Preisen ab 66.500 Euro in den Handel gebracht.

Aktuell zeigen Daten des Online-Autoportals MeinAuto.de und aus der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) aber auch, dass weder das Facelift noch der Exporterfolg dem Phaeton hierzulande zum ganz großen Durchbruch verholfen haben.

Satte 34,5 Prozent Rabatt bekommen den Daten von Januar bis November 2011 zufolge sogenannte Eroberungskunden (also Erstkunden) auf den Phaeton als Dienstagwagen, was im deutschen Markt eine Rekordmarke sein könnte.

Als mögliche Erklärung für einen solch starken Kaufanreiz, wie man ihn sonst eher von Kleinwagen im Importbereich kennt, taugt die Zulassungsstatistik. In der fährt der wenig umweltfreundliche Luxusschlitten der offenbar prestigeträchtigeren Konkurrenz von Audi A8, Mercedes-Benz S-Klasse und 7er BMW deutlich hinterher.

Der Phaeton hatte zuletzt für unschöne Schlagzeilen gesorgt. Im Internet hatte der Autohersteller auf der eigenen Website im Fahrzeugkonfigurator die Effizienzklasse "H" aufgeführt, weshalb sein Luxusmodell nicht in der schlechtesten Klasse eingestuft erschien.

Die Deutsche Umwelthilfe prangerte dies wenige Tage später als "dreiste Verbrauchertäuschung" an, das die gesetzliche Skala nur bis "G" reicht. VW wies das entschieden zurück und sprach von einem bedauerlichen Irrtum.

Bei genauerer Betrachtung der Statistik ist leicht zu erkennen, dass sogar rekordverdächtige 45 Prozent aller Phaeton-Zulassungen auf die Branche selbst gehen, also vom Hersteller oder von Händlern (etwa als Tageszulassung und zu Probefahrten) zugelassen wurden. Das ist ein überdurchschnittlich hoher Wert. Der Erfolg in China ist also nur eine Seite der Medaille.

Rekorde anderer Art feiert derweil die "Gläserne Manufaktur" 2011. Ihre Besucherzahlen erreichten mit 145.000 ein neues Rekordniveau. Mehr als 2.000 Abholer von Phaeton, Tuareg und CC wollten den Auslieferungsservice der Manufaktur mit Rundgang und umfassenden Besuchsprogramm in Dresden in Anspruch nehmen.

(Mit Material von mid und meinauto.de)

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9 Kommentare zu "Luxus-Dienstwagen: Viel Rabatt hilft dem Phaeton nur wenig"

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  • Der Phaeton verbreitet eine ganz spezielle Atmosphäre... Langeweile pur.

    Eine derart einschläfernde, dem Durchschnittsgeschmack huldigende, absolut nichtssagende Möhre würde ich nur dann anschaffen, wenn ich ein Problem mit Neidern hätte.

  • @dickschiffuser: Der Phaeton hat aber auch mit Abstand den höchsten Anteil an Werkszulassungen, was ein schlechtes Zeichen ist. Der höhere (aber immernoch geringe) Anteil an Privatkunden entsteht nur durch den schändlich hohen Rabatt auf die Listenpreise.
    Mit einem Porsche ist nicht nur ein deutlich höherer Kaufpreis verbunden, der durch die exorbitante Aufpreisgestaltung bewirkt wird, sondern auch Unterhaltskosten jenseits von Gut und Böse. Dass die Stückzahlen des Panamera überschaubar bleiben ist also keineswegs dem Produkt als solches geschuldet.
    Im Übrigen wurde ja nicht behauptet, der Phaeton sei ein schlechtes Auto sondern nur, dass er sich schlecht verkauft und das ist nunmal Fakt. Und der Verkauf, der tatsächlich stattfindet, muss mit extremen Rabatten subventioniert werden - wie ja auch Ihre Leasingrate zeigt. Insofern war, ist und bleibt der Phaeton ein Flop - nicht als Fahrzeug, aber wirtschaftlich.
    PS: Auch die R-Klasse hat nurnoch wegen des Chinageschäfts eine minimale Daseinsberechtigung.

  • Ich finde es bescheuert,das man sich immer über Phaetonfahrer und das Auto lustig macht.Es ist ein wunderbarer Wagen und ich habe einen 3,0 TDI lang 4Sitzer Bj.2011 NP.130000€ für Leasingrate 790 Euronen Brutto ergattert.Nach GMD wie Neuwagen.Vollausstattung ohne DVD-Anlage.Fahre noch einen A7 Sportback,kommt aber an den Phaeton in keinster Weise ran.Hatte einen A8 4,2 TDI,der kostete aber schon 1360 € Netto in Vollausstattung.Will nur gemütlich reisen und muss und will mich mit niemanden messen.Mit Garantieverlängerung bin ich rundum bestens versorgt.Hinter dem "aufgeblasenen Passat" vermutet auch niemand so ein "Schätzchen"und das hat nicht nur Nachteile.Ich werde jedenfalls meinen Dicken weiterhin mit Genuss fahren,auch wenn er 9 Liter Diesel braucht,mein MB /8 Diesel hat auch 10 Liter gebraucht.und die früheren Scheunentore aus Amerika waren auch keine Kostverächter.
    Mit freundlichem Gruß an alle Phetionisten . Linsenopa

  • Was für ein schlecht recherchierter Bericht.Man könnte meinen , der ist in Stuttgart oder München verfasst worden. 1. Die Angabe zum Rabatt ist an den Haaren herbeigezogen. Nur weil das die Zeitung mit den 4 Buchstaben geschrieben hat, ist es lang noch nicht richtig. 2. Wie in der Liste aufgeführt, erreicht der Phaeton sage und schreibe die Hälfte der Zulassungen eines 7er oder S-Klasse. Und das als newby und in seiner ersten Ausgabe und nach 10 Jahren! . Wir sprechen hier also bei den Marktanteilen von der erfolgreichsten Oberklasse , die je präsentiert wurde. 3. Der ach so prestigeträchtige und neue Panamera verkaufte sich grad 700 mal mehr in D. Also so schlecht kanns ja dann mit dem Phaeton nicht sein. 4. Die Liste zeigt, das der Phaeton von allen genanten Fahrzeugen den höchsten Privatanteil hat. Das D-Segment besteht sowieso hauptsächlich aus Leasingfahrzeugen. Somit stürzt die ganze kausale Kette ihres redaktionellen Ergusses ein. Der Phaeton ist ein handgefertigtes Manufakturprodukt , das bestätigt durch die TÜV-reports von Dekra und Tüv - eines der hochwertigsten Autoprodukte ist, das man in D für Geld kaufen ( leasen ) kann. Übrigens: Imige kann ein zweischneidig Schwert sein. S Klasse steht für Nieten in Nadelstreifen und für die Bushido-Rotlicht-Zone , der Phaeton trägt lieber den Nerz nach innen und ist ein Auto für Gourmets , die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen. PS: Bin gespannt , ob die Redaktion dieses werten Blattes diesen post veröffentlicht.

  • wenn der phaeton ein aufgeblasener passat ist,dann ist der porsche zukünftig ein aufgeblasener schirokko.

  • VW baut Autos für die Masse. Eine Oberklasse hätte Piech garnicht versuchen brauchen. Wer einen Oberklasse-Wagen kauft will etwas darstellen. Wie kann ich einen aufgeblasenen Passat kaufen und damit etwas darstellen? Will ich mich in der Werkstatt hinter einem Polofahrer am Empfangsdesk anstellen? Will ich im Bekanntenkreis bei meinen Mercedes-S-Klasse und BMW-7er Freunden als VW-Fahrer-Loser dastehen? Der Phötus symbolisiert: "Ich will oben mitspielen, aber eigentlich bin ich ein Würstchen, das sich nie vom gemeinen Pack absondern kann." Dass das Ding immernoch gebaut wird, kann man überhaupt nicht begreifen. Den müssen doch alle UP, Polo, Golf, Passat-Fahrer subventionieren. Viel Spaß dabei.

  • Anabolika-Passat. Wer mit $$ kauft den denn?

  • Immerhin ist Qualität gut, und das Auto ist nicht so protzig, wie herkömmliche Luxusautos.

  • Wie sagte schon Harald Schmidt mit Blick auf die Geschichten mit Jörg Haider und M. Kässmann: Offensichtlich ein Auto, das nur im Suff zu ertragen ist.

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