Luxusmarken fahren in neue Segmente Adel auf Abwegen

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Lernen vom Cayenne-Erfolg

Einen Schritt weiter ist Maserati. Die Fiat-Tochter hat im vergangenen Herbst auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt die SUV-Studie Kubang enthüllt und lässt keinen Zweifel an ihren ernsthaften Absichten. «Der Terminplan ist noch offen, aber gebaut wird das Auto auf jeden Fall», sagt Pressesprecher Luca del Monte.

Der Allradler teilt sich die Technik mit dem Grand Cherokee der Konzernschwester Jeep und bekommt einen V8-Motor, den Maserati bei der ebenfalls im Fiat-Konzern integrierten Marke Ferrari bauen lässt. Zudem gibt es Gerüchte, dass Maserati neben dem für Ende 2012 geplanten Nachfolger der Luxuslimousine Quattroporte noch ein zweites, kleineres Stufenheck-Modell entwickelt.

«Mit neuen Baureihen lässt sich der Absatz auch in den etablierten Märkten weiter steigern, ohne dass die vorhandenen Autos an Exklusivität verlieren», erläutert Branchenkenner Nick Margetts vom Analyseinstitut Jato Dynamics in Limburg die mutmaßlichen Erwägungen bei den Luxusmarken.

Das Beispiel Porsche Cayenne zeige, wie sehr neue Segmente ein Marke beflügeln könnten. Doch müssen Hersteller dann mitunter hinnehmen, wenn sich ihr Image ändert: In China zum Beispiel ist Porsche wegen des mächtigen SUV weniger als Sportwagenlegende bekannt denn als Hersteller großer Geländewagen, räumt ein Porsche-Sprecher ein.

Solche Auswirkungen auf den Ruf einer Marke hält aber auch die Zuffenhausener nicht davon ab, weitere Baureihen zu entwickeln. «Wir werden künftig jedes Jahr eine große Neuheit präsentierten», kündigt Firmenchef Matthias Müller an. Neben Neuauflagen bekannter Modelle wie des Boxsters und Caymans, wird für 2013 mit einem kleinen Geländewagen unterhalb des Cayenne geliebäugelt - unter dem Arbeitstitel Cajun, die Gerüchteküche brodelt seit Monaten. Auch eine kleine Ausgabe des Panamera könnte demnach kommen.

Auch Luxusmarken können sterben, wie das Beispiel Maybach zeigt. Die Rolle der Nobelkarossen soll ab 2013 die kommende S-Klasse von Mercedes übernehmen. Quelle: PR

Auch Luxusmarken können sterben, wie das Beispiel Maybach zeigt. Die Rolle der Nobelkarossen soll ab 2013 die kommende S-Klasse von Mercedes übernehmen.

(Foto: PR)

Gegen den Trend steht die Geschichte von Maybach, der einzigen deutschen Marke in Top-Luxussegment, deren Ende Daimler Chef Dieter Zetsche vor einigen Wochen angekündigt hat. Die rund eine halbe Million Euro teuren Luxuslimousinen Maybach 57 und Maybach 62 verkauften sich zu schlecht, in zehn Jahren wurden 3000 Exemplare ausgeliefert. Die Baureihen sollen immerhin noch so lange produziert werden, bis 2013 die neue Mercedes S-Klasse auf den Markt kommt. Von ihr soll es dann gleich sechs Karosserievarianten geben.

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