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Made in Germany Maßanzug mit Turbo

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Schon der erste öffentliche Auftritt beweist, dass sich die Schinderei gelohnt hat. Im April 2008 dürfen Besucher der Hannover Messe das Fahrwerk und das Modell des Zehren bestaunen. Zwei Gäste am Stand von C2G zeigen sich besonders angetan. „Sie standen eine ganze Weile vor dem Glaskasten und sagten, dass der Wagen unglaublich schön ist“, erinnert sich Schindelhauer. Beim Gespräch stellt sich heraus, dass die beiden Ingenieure im Formel-1-Team von Toyota sind.

Zwar gibt das Lob von höchster Stelle Auftrieb. Aber nicht nur Technik-Freaks soll der Zehren ansprechen. Gestressten Managern oder sicherheitsbewussten Ex-Motorradfahrern sollen Kurztrips im Rennwagen das Gefühl von Freiheit schenken.

Dass der Zehren das Zeug dazu hat, beweist das rege Interesse von Sponsoren. Die ZF Sachs Race-Engineering etwa hilft mit Stoßdämpfern aus. Bei den Tests in den Werkshallen der Uni Magdeburg sind zudem Felgen von OZ-Racing und Michelin-Reifen dabei. Auch lokale Firmen wie IGS Development, die Schweißtechnische Lehranstalt und die Sondermaschinen Oschersleben unterstützten die Gründer. Der noch benötigte Mäzen aber ist trotz intensiver Bemühungen und eines prämierten Businessplans nicht in Sicht.

In Zeiten der Finanzkrise ist es nicht einfach, das Kapital zu begeistern. Vor einem Jahr rechneten die vier Magdeburger dank des Angebots eines Business-Angels schon mit einem üppigen Etat bis zur Markteinführung. Doch der vermeintliche Financier erwies sich als finanzschwach. Nun läuft auch noch das Exist-Gründerstipendium aus. So haben die Jungunternehmer zwar ein Netz aus zwei Dutzend startbereiter Zuliefer-Sponsoren aufgebaut, aber bald keine Werkstatt mehr. „Alle halten ihr Geld zusammen“, sagt Teamkollege Martin Schellhase. Dabei sei der Prototyp nach vier Jahren Arbeit greifbar nahe. „60 000 Euro, und in sechs Monaten steht er.“

Aufgeben kommt natürlich nicht infrage. „Leidensfähigkeit gehört dazu“, sagt Schindelhauer. Das Team brennt darauf, beim gemeinsamen Urlaub die Strapazen hinter sich zu lassen – im dann fertigen Prototypen. Mit dem Klang des Zwei-Liter-Turboaggregats in den Ohren wollen die Auto-Fans sich auf den kurvenreichen Straßen des Harzes der Jagd nach Adrenalin hingeben. Aber auch das wird nicht nur Freizeit sein: Das Modell muss harte Tests bestehen, um für den Straßenverkehr zugelassen zu werden.

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