Markenausblick Mercedes In Stuttgart dreht sich der Wind

Nie zuvor hat Mercedes mehr neue SUV auf den Markt gebracht als 2015. Doch nun planen die Schwaben eine Cabrio-Offensive, gegen den schwächelnden Markttrend. Bis 2020 sollen acht offene Modelle zum Portfolio gehören.
  • Michael Specht
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Markenausblick Mercedes - Vom „Jahr der SUVs“ zum „Jahr der Cabriolets“ Quelle: Mercedes-Benz
Markenausblick Mercedes

Vom „Jahr der SUVs“ zum „Jahr der Cabriolets“

Das immer noch boomende Segment der SUV hat Mercedes im vergangenen Jahr um nicht weniger als vier Modelle bereichert. Das GLE Coupé, der überarbeitete GLE, der GLC als Nachfolger des GLK und schließlich der modellgepflegte GL, der im Zuge der neuen Nomenklatur nun GLS heißt. Es wundert nicht, dass Konzernchef Dieter Zetsche das Jahr 2015 für die Marke Mercedes offiziell zum „Year of the SUV“ deklarierte. Die SUV-Familie der Stuttgarter umfasst mittlerweile sechs Baureihen mit insgesamt 37 Varianten und Motorisierungen. „Kein anderer Hersteller hat ein derart breit gefächertes Angebot im Programm“, meint Wolf-Dieter Kurz, Leiter Produktgruppe SUV und Sportscars. Mit ein Grund, warum Mercedes erneut ein Rekordjahr ausweisen kann. 2015 stieg der Absatz weltweit um über 13 Prozent auf mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge.

Die SUV-Parade allerdings neigt sich langsam dem Ende entgegen. Für dieses Jahr steht nur ein Modell auf der Agenda: das GLC Coupé, dessen Studie 2015 in Shanghai präsentiert wurde. Der „schräge Schwabe“ wird hauptsächlich gegen den BMW X4 positioniert und feiert als Serienversion auf der Auto Show in New York Ende März seine Premiere.

Sonnendeck mit acht Zylindern
Mercedes S-Klasse Cabrio
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Die offene S-Klasse soll das komfortabelste Cabriolet der Welt sein, formuliert Mercedes den Anspruch des luxuriösen Viersitzers. Weil die Konkurrenz unter anderem Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé und bald vielleicht Bentley Grand Cabrio heißt, gibt es neben den aus Limousine und Coupé bekannten Wohlfühl-Extras und einem luftgefederten Fahrwerk eine Reihe von kleinen Technik-Premieren.

Technische und komfortable Fenheiten auf Spitzennievau
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So etwa die von Mercedes Thermotronic genannte Klimaanlagensteuerung, die Temperatur und Gebläse vollautomatisch an das geöffnete oder geschlossene Dach anpasst. Oder eine Verdeck-Konstruktion, die ohne die sonst üblichen Verschlüsse auf dem Verdeckkasten-Deckel auskommt.

Mercedes S-Klasse Cabrio
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Das in den vier Farben Schwarz, Blau, Beige und Rot erhältliche Stoffverdeck öffnet und schließt bis Tempo 60, der Vorgang dauert jeweils 20 Sekunden.

Mercedes S-Klasse Cabrio
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Garniert wird das Wohlfühl-Programm mit den neuesten Versionen von aus anderen Mercedes-Cabrios bekannte Open-Air-Extras wie dem Warmluft-Gebläse für den Nacken oder dem automatischen Windschott.

Mercedes S-Klasse Cabrio
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Den Antrieb des Fünf-Meter-Cabrios übernimmt immer ein Achtzylinderbenziner. Im S 500 Cabrio kommt ein 4,7-Liter-Biturbo mit 335 kW/455 PS zum Einsatz, der an eine Neungangautomatik gekoppelt ist. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 8,5 Litern an.

Mercedes S-Klasse Cabrio
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Als sportliche Alternative gibt es die offene S-Klasse auch in einer AMG-Version. Dann arbeitet unter der langen Haube der 5,5-Liter-Biturbo des Haustuners, der es auf 430 kW/585 PS bringt.

Mercedes S-Klasse Cabrio
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Immer an Bord ist in Deutschland dann ein hecklastig ausgelegter Allradantrieb, die AMG-Speedshift-Automatik und eine soundoptimierte Abgasanlage. Der Normverbrauch beträgt 10,4 Liter.

„2016 steht bei uns ganz im Zeichen der Dream Cars“, weiß Ola Källenius, Vorstand Vertrieb, und meint damit zwar auch die neue E-Klasse W 213, vor allem aber das zukünftige Portfolio der Cabriolets. Hier gilt ebenfalls: Weltweit existiert kein anderer Autobauer, der eine größere Palette an offenen Modellen in die Verkaufsräume stellen kann. „Während manch anderer sein Cabriolet-Angebot reduziert, erweitern wir unseres“, verspricht Mercedes-Designchef Gordon Wagener.

Der Modell-Spagat reicht dabei vom kleinen Smart Fortwo bis zur S-Klasse, die es nach 44 Jahren Pause wieder als offene Version gibt, intern A 217 genannt wird und auf dem Coupé basiert. Man will, so heißt es aus Stuttgart, damit nicht nur Kunden eine Alternative bieten, die sich gewöhnlich bei Rolls-Royce und Bentley umschauen, die Softtop-S-Klasse soll vielmehr auch zum weltweit meistverkauften Luxus-Cabriolet avancieren. Prognosen macht Mercedes prinzipiell nicht.

Doch schon bei einem Anteil von fünf Prozent an der Baureihe wären es jährlich über 5.000 Einheiten, wovon der Großteil in Kalifornien unterwegs sein wird. Zum Vergleich: Bentley verkauft pro Jahr rund 2.000 Continental GT Cabriolets. Die Topversion der offenen S-Klasse liefert die Tuning-Tochter AMG als S 65 (630 PS und 1.000 Nm Drehmoment). Das Power-Cabrio wurde jüngst auf der Detroit Auto Show vorgestellt und geht Mitte des Jahres in den Handel. Preis: knapp eine viertel Million Euro.

Für Normalsterbliche fährt ab Spätsommer und ab etwa 40.000 Euro das viersitzige Cabrio der C-Klasse (intern A 205) vor. Premiere wird im März in Genf sein. Mercedes verspicht im geschlossenen Zustand eine Geräuschkulisse auf dem Niveau des Coupés. Die Luftfederung, bislang einzigartig in diesem Segment, soll Komfort weit über Klassendurchschnitt garantieren.

Schon im Frühjahr gehen die renovierten Zweisitzer SL und SLC (vormals SLK) in den Markt. Mit deren optischer Auffrischung, der besseren Ausstattung und den sparsameren Motoren will Mercedes versuchen, dem derzeit brachliegenden Roadster-Segment auf die Sprünge zu helfen. Eher die Aufgabe eines „Abstrahl-Effekts auf die Marke“ wird im November auf der Los Angeles Auto Show dem Mercedes-AMG GT Roadster zugedacht, dessen Technik weitestgehend der des Coupés entspricht.

AMG? OMG!
Dieser Mercedes ist ein Aufsehen-Erreger
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Die meisten silberfarbenen Mercedes, die wir auf der Straße sehen, sind langweilig. Wir übersehen sie, statt hinzugucken. Dieser Testwagen ändert das radikal. Der Mercedes AMG GT-S folgt einem besonders erfolgreichen Design-Rezept: Lange Schnauze, breit, flach, knapp geschnittene Fahrerkabine weit hinten. Und wer ihn nicht sofort sieht, der hört ihn. Dafür sorgt ein V8-Biturbo mit satt brabbelnden bis böse aufbrüllenden Sound.

Er duckt sich flach auf den Boden, wie zum Sprung bereit
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Unter der langen Motorhaube liegt der knapp vier Liter Hubraum große V8, der bis zu 510 PS an die Hinterräder schickt. Erst bei 7.200 Touren beginnt der rote Bereich des Drehzahlmessers. Und die 650 Newtonmeter maximales Drehmoment schieben schon ab 1.500 Umdrehungen mächtig an. In 3,8 Sekunden beschleunigt der AMG GT-S aus dem Stand auf Tempo 100, Schluss ist erst bei 310 km/h.

Doch Mercedes bringt den Porsche-911-Herausforderer nicht nur mit Leistungsdaten in Stellung, auch mit dem Preis: Bei 134.000 Euro beginnt der Spaß.

Ein schöner Rücken!
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Die Heckansicht gefällt Außenstehenden am besten. Und wir glauben nicht, dass das ein Zufall ist, denn die meisten Autofahrer werden ihn wohl auch aus dieser Perspektive zu sehen bekommen. Denkt man sich den Stern und die drei Buchstaben AMG mal weg, so sind bei Laien Verwechslungen mit Jaguar F-Type-Coupé und Porsche 911 nicht ausgeschlossen. Aber natürlich unbeabsichtigt.

Platz für zwei. Und kleines Gepäck.
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Man steigt hinunter in diesen Wagen, macht einen Diener unter dem niedrigen Dachholm. Die Wangen der gut geformten Sportsitze sind individuell verstellbar, sie halten zwei Personen in sicherer Umklammerung. Das ist aber auch nach langer Fahrt noch angenehm, weil eher intim als zu eng.

Der leuchtet von innen
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Das lippenstiftrote und schwarze Leder wirkt sexy in Kombination mit Ziernähten, Chromzierrat und einigen Klavierlackoberflächen. Die Kopffreiheit ist so gut, dass der Pilot ohne Probleme einen Helm tragen kann.

Gut erreichbar
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Nicht alles, was der Sportfahrer braucht, ist übers Lenkrad zu erreichen. Für manche Funktionen muss man die Hand vom Steuer nehmen. Etwa um die Start-Stopp-Automatik zu deaktivieren, weil man permanent dem Motorgeräusch andächtig lauschen möchte. Oder weil man die manuelle Schaltung über die Lenkrad-Paddles bevorzugt. Und wenn die Auspuffklappen von sehr laut auf brüllend laut gestellt werden.

PS-Fans, bitte mal hinhören!
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Die auffälligen Flügeltüren seines großen Bruders AMG SLS, der 2010 auf den Markt kam, hat er nicht. Dennoch zieht dieser Mercedes mindestens so viele Blicke auf sich wie ein beliebiger Ferrari. Bestnoten also für die Optik. Das bestätigen uns auch Passanten, die spontan zum tollen Auto gratulieren, die hochgereckten Daumen anderer (AMG-)Mercedes-Fahrer.

Der stets satte und bisweilen (zu) aggressive Auspuffsound spricht vor allem Jugendliche an, die uns liebevoll motivieren: „Drück drauf, Alter!“

Vervollständigen wird das Cabrio-Programm im nächsten Jahr die offene E-Klasse. Im Fond soll das intern A 238 genannte Modell sogar mehr Platz bieten als die S-Klasse. Gut möglich, dass im E-Klasse Cabriolet bereits die neuen modularen Dreiliter-Sechszylinder-Reihenmotoren (Diesel OM 656, Otto M 256) zum Einsatz kommen. Ebenso denkbar: Ein E 63 Cabriolet, angetrieben von einem unter AMG-Regie entwickelten Vierliter-V8-Biturbo mit rund 600 PS. Dieser intern M 176 bezeichnete Direkteinspritzer wird zukünftig auch die S-Klasse und das S-Klasse Coupé antreiben. Es ist das erste Mal, dass die Mutter einen Motor von der Tochter übernimmt.

Bleibt eigentlich nur noch die A-Klasse, die von den Produktstrategen ebenfalls eines aufs Dach bekommen wird. Schließlich hat die Konkurrenz aus Bayern hier längst entsprechende Modelle (Audi A3, BMW 2er) im Markt. Mercedes ließ ja bereits durchblicken, bei der nächsten Generation der MFA-Baureihe (ab 2018) mehr Derivate vom Band laufen lassen als derzeit. Dazu dürfte dann mit ziemlicher Sicherheit auch eine Open-Air-Version gehören.

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