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Mobilitätsdienstleister Kampf um das beste Geschäftsmodell

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Mobilität ist Standortfaktor

Dabei eignet sich Deutschland bestens, die Weichen für intelligente Mobilitätskonzepte zu stellen, denn die weltweit führenden Verkehrstechnikunternehmen sitzen hierzulande: Autohersteller wie BMW, Daimler und Volkswagen, Hersteller von Zügen und Bahnkomponenten wie Siemens und Voith, IT- und Telematik-Konzerne wie Toll Collect und Deutsche Telekom. Die Unternehmen sind inzwischen die Treiber der mobilen Zukunft, die über die wirtschaftliche Dynamik einer Stadt entscheidet. Mobilität ist der mit Abstand wichtigste Standortfaktor für Investoren. Ein Beispiel: Amazon eröffnete im Juli ein Kundenservice-Zentrum in Berlin mit bis zu 400 Arbeitsplätzen. Als Grund nannte der US-Internet-Konzern neben qualifizierten Mitarbeitern die "gute Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel".

Für den Megamarkt Nahverkehr reichen die bisherigen Konzepte der Anbieter von Mobilität für Städte aber nicht mehr aus. "Die Unternehmen verändern ihr Geschäftsmodell radikal", sagt ADL-Partner Ralf Baron. Sie streben in Geschäftsmodelle, wie sie in der Informationstechnologie erfolgreich sind: Apple, Google oder Dell haben mit ihren verschiedenen Strategien nicht nur die Regeln ihrer Branche, sondern das Geschäft weltweit verändert. Nun dienen sie als Vorbild. "Die Unternehmen eifern den Idealtypen nach", sagt Baron.

BMW: Die Apple-Strategie

Warum bloß ein Autohersteller sein, wenn das Geschäft die Mobilität ist, fragte sich BMW-Chef Norbert Reithofer schon 2007 und schrieb einen folgenschweren Satz in die Konzernstrategie "Number One": Bis 2020 solle BMW "der weltweit führende Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität" werden. Reithofer erklärte BMW zum Mobilitätsanbieter und definierte alles, was Menschen von A nach B bringt, als potenzielles Geschäftsfeld.

Vier Jahre später zeichnet sich ab, was Reithofer meinte. BMW will sich mit umfassenden Produkt- und Dienstleistungen einen Teil des Megamarktes sichern: mit Elektromobilen wie dem neuartigen Stadtauto i3, das 2013 auf den Markt kommen soll, aber auch mit einem Carsharing-Angebot, das der Konzern mit dem Autovermieter Sixt entwickelt, mit der Vermarktung eines eigenen Navigationssystems, dem Elektroroller E-Scooter aus der Motorradsparte oder einer Carsharing-Lösung für Firmenflotten, die seit Kurzem die BMW-Leasingtochter Alphabet anbietet.

Zudem gründete BMW 2011 einen mit 100 Millionen Euro ausgestatteten Risikokapitalgeber in New York. iVentures spürt Erfolg versprechende Geschäftsideen in der Mobilität auf und hilft ihnen mit Geld und Rat. So kamen die Münchner an das Startup My City Way, das Applikationen (Apps) für Mobiltelefone anbietet mit Infos über öffentliche Verkehrsmittel, Parkplätze und Veranstaltungen. Auch das Londoner Unternehmen ParkatmyHouse, das freie Privatparkplätze im Internet vermarktet, ist ein Zögling von iVentures.

Es scheint, als hätten sich die Münchner ein Vorbild am Elektronikriesen Apple genommen: Was mit dem Apple-Musikabspieler iPod vor über einem Jahrzehnt begann, ist heute eine hoch profitable, geschlossene Wertschöpfungskette mit Musik- und Medienvertrieb, mit Soft- und Hardwaregeschäft. Der US-Konzern hatte erkannt, dass sich nicht nur mit dem Verkauf des Players Geld machen lässt, sondern auch mit Musik und Programmen auf den Geräten. Es war dieser Schritt zum Komplettanbieter von Hardware, Software und Inhalten, der Apple zum weltvollsten Unternehmen der Welt machte.

"Das Apple-Modell lässt sich nicht eins zu eins auf unseren Markt übertragen", sagt Tony Douglas, der bei BMW die neu entwickelten Mobilitätsdienstleistungen vermarktet. "Dennoch gilt auch für uns: Wir werden weit über den reinen Verkauf von Autos hinausgehen und unseren Kunden ein komplettes Produkt- und Dienstleistungspaket anbieten."

BMW hat noch ein anderes Vorbild
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1 Kommentar zu "Mobilitätsdienstleister: Kampf um das beste Geschäftsmodell"

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  • Peer-to-peer carsharing gibt es in Deutschland nun auch auf http://www.rent-n-roll.de/.

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