Modellautos Millionenmarkt im kleinen Maßstab

Modellautos und den Begriff Skandal in einem Satz zu nennen, darauf wäre vor ein paar Wochen kaum jemand gekommen. Auch ohne Affäre Haderthauer sorgen rollende Miniaturen in Deutschland für dreistellige Millionenumsätze.
  • Heiko Haupt
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  • Spotpress
Warum überhaupt Modellautos gesammelt wird, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Der übliche lautet: Einfach zum Spaß. Quelle: Simcatoys

Warum überhaupt Modellautos gesammelt wird, dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Der übliche lautet: Einfach zum Spaß.

DüsseldorfWer es sich einfach machen will erklärt es so: Ein Modellauto ist die verkleinerte Kopie des Originals. Wer es genauer erläutern will, wird allerdings schnell erkennen, dass die Sache weit komplexer ist. Ein Modellauto kann etwas sein, das der Erwachsene von heute einst vom Taschengeld kaufte und fleißig durch den Sandkasten schob.

Es kann sich aber auch um ein Kleinod und eine handwerkliche Meisterleistung handeln, die aus gut 1.600 perfekt nachgebildeten Einzelteilen zusammengesetzt wird, und dann für 15.000 Euro einen Liebhaber findet. Daneben kann es entweder winzig klein oder beeindruckend groß sein, kann die Kopie eines Klassikers oder auch eines aktuellen Serienmodells darstellen.

„Der Markt der Modellautos ist sehr inhomogen“, sagt einer, der sich damit auskennt wie kaum ein Zweiter. Denn Andreas A. Berse ist Chefredakteur der Zeitschrift „Modellfahrzeug“, die seit 25 Jahren als Leit-Medium der Szene gilt. Einer Szene, die in Deutschland jedes Jahr für Umsätze von mehr als 250 Millionen Euro sorgt, die sich aus durchaus kaufkräftigen Menschen zusammensetzt – und die trotzdem vor einem Problem steht: Die Modellauto-Liebhaber altern. Neueinsteiger wachsen nur spärlich nach, nicht zuletzt weil Kinder lieber am Computer als mit Siku, Matchbox oder Schuco im Sandkasten spielen.

Die schönsten Modellautos 2013
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Maserati 300 S

Der klassische Sportwagen von CMC Modellbau besteht aus rund 1.500 Einzelteilen. Geliefert wird der Wagen als fertige Miniatur im Maßstab 1:18, das Auto kostet rund 350 Euro. Es wurde 2013 zum "Modellauto des Jahres" in der Kategorie "Klassik" gewählt.

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Kategorie G, 1:43, Kleinserie: Die Vaillant-Werbung, der große Flügel – auch dieser Porsche ist kein Straßenauto, sondern ein Rennwagen. Das Modell 934, besser bekannt als Porsche Turbo RSR, sauste in den späten 70er-Jahren über die Pisten, es basierte auf dem 911 Turbo der zweiten Elfer-Generation. Schucos Interpretation in 1:43 zeigt das Auto des französischen Rennfahrers Bob Wollek von 1976 und kostet 69,95 Euro.

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Kategorie H, Zweiräder: Schuco holt auch den Sieg bei den Motorradmodellen. Die miniaturisierte Yamaha SR 500 ist eine Art VW Käfer auf zwei Rädern – schlicht, preiswert, kaum kaputt zu bekommen. Von 1978 bis 1999 war die Einzylindermaschine mit dem Kickstarter im Angebot, allein in Deutschland verkaufte sie sich 38.000 Mal. Als zehnfach verkleinertes Modell kostet die Schuco-SR 79,95 Euro.

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Kategorie K, 1:18 aktuell: Dieses Auto ist auch im Original auf dem Weg zum Oldtie, denn Lamborghini hat die Produktion des Gallardo eingestellt – es wurden allerdings mehr als 14.000 Stück davon gebaut, zur Rarität wird ein älterer Gallardo so schnell nicht werden. Autoart setzt der leistungsstärksten Gallardo-Version Superleggera LP 570/4 ein Denkmal in 1:18, dieses Modell kostet je nach Lackierung zwischen 120 und 130 Euro.

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Kategorie C, 1:87, Nutzfahrzeuge. Herzallerliebst steht der Ur-VW-Bus, die Generation T1, als Pritschenwagen des Circus Roncalli in der Sammlervitrine. Hersteller Bubmobil meldet: "Ausverkauft". Jetzt kann der Preis anfangen zu steigen.

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Kategorie D, 1:43, Pkw Großserie Klassik: Minichamps bietet den 1977 eingesetzten BMW - eine Nachbildung eines Gruppe-5-Rennwagens - in drei Varianten von 1977 an, der hier abgebildete Wagen des Jägermeisterteams wurde von Ronnie Peterson und Helmut Kelleners gefahren. Preis: 50 bis 55 Euro.

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Das spiegelt sich auch in dem Angebot der Hersteller: „Bei den Modellen ist der historische Bereich sehr gewünscht, aktuelle Modelle dagegen sind schwierig“, fasst Maika Karahl von Schuco zusammen. Eine Miniatur des ersten VW-Busses T1 ist für Sammler mit Erinnerungen verbunden, die Nachbildung des aktuellen T5 dagegen einfach nur ein Transporter.

Die Hersteller befinden sich damit in der Zwickmühle: Einerseits bedienen sie weiter den treuen Kundenstamm, auf der anderen Seite versuchen sie das Interesse der Jugend zu gewinnen. Das machen sie unter anderem, indem sie sich selbst in die Welt der Computerspiele begeben – und etwa reale Nachbildungen der Gefährte aus Videospielen wie Mario Kart anbieten.

Doch auch das ist nicht immer einfach. So hat Schuco laut Maika Karahl ein Modell von Lightning McQueen ins Programm aufgenommen, dem automobilen Helden des Animationsfilms „Cars“. Allerdings in gewohnt hoher Qualität und im Großmaßstab 1:18. Der Preis: 249,95 Euro – und damit nicht wirklich kindgerecht.

Jaguar D-Type von Matchbox mit Originalverpackung: Mit roten Felgen besonders rar, gesucht und teuer. Quelle: Screenshot

Jaguar D-Type von Matchbox mit Originalverpackung: Mit roten Felgen besonders rar, gesucht und teuer.

(Foto: Screenshot)

Aber Lightning McQueen dürfte in das Beuteschema manch älteren Sammlers passen. Denn auch wenn der Markt weit gefächert ist, gibt es laut Berse einige Orientierungspunkte. Einer davon sind die Größen. „Durchgesetzt haben sich vor allem drei Maßstäbe“, so Andreas A. Berse. Einer ist der Maßstab 1:87, in dem etwa ein VW Golf kaum mehr als vier Zentimeter misst und entsprechend wenige Details aufweist.

Im Maßstab 1:43 käme das Auto dagegen schon auf knapp zehn Zentimeter, und der Hersteller würde in der Regel auch den Innenraum recht detailliert nachgebildet haben. Dritter gängiger Maßstab ist 1:18, was bei einem Golf eindrucksvollen 24 Zentimetern Länge entspricht. „Solche Modelle verfügen meist über bewegliche Teile wie zu öffnende Türen oder Hauben“, erklärt Berse.

Wertzuwachs oft zweifelhaft
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