Multifunktional und modern Caravan-Branche sucht neue Kunden

Die Schuldenkrise in Europa bremst die Nachfrage nach Reisemobilen und Wohnwagen. Das spüren auch die deutschen Hersteller. Sie bemühen sich deshalb, ihres verstaubtes Image abzustreifen - und suchen neue Zielgruppen.
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Auf der CMT werden die Wohnmobiltrends für 2014 festgelegt. Quelle: dpa

Auf der CMT werden die Wohnmobiltrends für 2014 festgelegt.

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StuttgartRückläufige Zulassungszahlen, gedrosselte Produktion, Kurzarbeit, sinkende Umsätze - die Lage der Wohnmobil- und Caravan-Hersteller sieht alles andere als rosig aus. Doch beim Caravaning Industrie Verband (CIVD) bemüht man sich um Optimismus: „Es gibt keine Caravaning-Krise, es gibt eine Wirtschaftskrise, die sich auf den privaten Konsum auswirkt“, sagte CIVD-Geschäftsführer Hans-Karl Sternberg am Montag auf der Reisemesse Caravan, Motor, Touristik (CMT, 11. bis 19. Januar) in Stuttgart.

Das Problem: Die Neuzulassungen von Wohnwagen und Wohnmobilen ging nach Daten des CIVD 2013 um 5,5 Prozent auf 138 390 Reisemobile und Wohnwagen zurück. Wichtige Märkte wie Frankreich und die Niederlande brachen ein. Viele deutsche Hersteller sind abhängig vom Export - gleichzeitig drängen ihre europäischen Konkurrenten auf den Heimatmarkt.

Welche Neuheiten Camper-Fans zur Messe locken
allgemein
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Die Reisemobilbranche hat es nicht leicht. Äußerlich erkennbare Modellwechsel sind deutlich seltener als in der übrigen Autowelt, der Fortschritt spielt sich meist verborgen im Inneren ab und vollzieht sich meist in Detailverbesserungen und neuen Stoffmustern. Zudem müssen in der Regel mindestens 40.000 Euro für die Anschaffung einkalkuliert werden. Wer es etwas bequemer haben möchte, der muss über die 50. 000-Euro-Grenze gehen.

Was es zwischen deutlich teuren Luxus-Caravans und preiswertem, aber sinnvollem Zubehör an Neuheiten gibt, zeigt die Branche in Düsseldorf auf dem alljährlichen Caravan Salon. Wir zeigen vor dem Start der Messe bereits einige der maßgeblichen Highlights in der folgenden Bilderstrecke ...

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Der Absatz schwächelt, die Branche hofft daher auf kaufwillige Interessenten, die sich für die mobile Freiheit begeistern können: Beim Caravan Salon zeigen 570 Aussteller aus aller Welt rund 1800 Wohnwagen und Reisemobile. In neun Messehallen und auf dem Freigelände in der Nähe des Rheins werden zur größten Messe für Freizeit-Fahrzeuge und Zubehör rund 150.000 Besucher erwartet.

Bei den Caravans ging der Absatz schon vor geraumer Zeit zurück. Jetzt klemmt es auch bei den Reisemobilen. Und das besonders beim Export, der gerade für die deutschen Hersteller ausgesprochen wichtig ist. Rund die Hälfte der in Deutschland produzierten Fahrzeuge fand in der Vergangenheit Kunden im Ausland ...

Reisemobil-Messe Caravan Salon
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... Gewohnt drastisch formuliert es etwa Klaus-Peter Bolz, Geschäftsführer von Bürstner: „Die Märkte sind dort so gut wie tot.“ Die Ursachen sind für den Geschäftsführer des Caravaning Industrie-Verbandes (CIVD), Hans-Karl Sternberg, klar: „Wir leiden unter den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Südeuropa.“

Foto: Caravisio-Wohnwagen von Knaus vor dem Benrather Schloss.

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Neben der Premiere der ersten eigenen Kastenwagenbaureihe Vantourer stellt die Fachhandelskette Intercaravaning auf dem Caravan Salon auch eine in Kooperation mit Bürstner entstandene Sonderedition vor. Die Reisemobile der Edition IC-Line zeichnen sich durch ihre weiß-schwarze Lackierung aus. Im Cockpit erwartet die Reisenden schwarzes Leder, das bei Lenkrad, Armaturenbrett und Schaltknauf für eine edle Haptik sorgt.

Die Edition IC-Line ist für die Bürstner-Modelle Argos Time A 670 G, Nexxo t 569 sowie Travel Van 620 und Ixeo it 664 ohne Aufpreis bei den Intercaravaning-Bürstner-Händlern erhältlich. Auf Anfrage sind auch weitere Modelle aus dem aktuellen Bürstner-Programm als IC-Line lieferbar.

Reisemobil- und Wohnwagenhersteller Bürstner
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Des Reisemobil- und Wohnwagenhersteller Bürstner leidet 55 Jahre nach seiner Gründung unter wirtschaftlichen Unsicherheiten im europäischen Ausland. Das knapp 1.100 Mitarbeiter zählende Unternehmen rechnet nach eigenen Angaben zufolge im laufenden Geschäftsjahr (bis 31. August) mit 15 bis 18 Prozent Absatzrückgang..

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Angesichts der aktuellen Absatzkrise bei Reisemobilen und Wohnwagen hat der deutsche Hersteller Bürstner in Kehl seine Typenvielfalt beim Hauptprodukt Reisemobile zurückgefahren, alle Freizeitfahrzeuge wurden überarbeitet und besonders in den Wohnbereichen aufgewertet. Im 55. Jahr seit der Gründung von Bürstner bringt die neue Saison auch die „Fifty-Five-Edition“ mit besonderem Design und guter Ausstattung.

Bei den Reisermobilen verringerte Bürstner die Zahl der angebotenen Grundrisse um fast ein Viertel von 54 auf 41, besonders bei den so genannten Teilintegrierten mit Fahrerkabine des Fahrzeugherstellers. Wieder im Programm sind bei Bürstner jetzt klassische Ausbauten.

Der Kastenwagen City Car eröffnet jetzt das Preisspektrum bei 40.430 Euro Einstiegspreis. Es reicht bis rund 125.000 Euro für den Grand Panorama i 920 G. Ein neues Außerdesign erhalten die Reisemobil-Baureihen Viseo, Aviano und Elegance. Bei Nexxo, Viseo, Aviano und Argos wurden die Einrichtungen überarbeitet. Bei den Caravans wurde der Averso Plus umfassend erneuert; der Premio bekam ein komplett neues Innendesign.

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Den Auftakt der Edition 55 bilden zwei Nexxo-Varianten: der t 685 Fifty-Five mit seitlichem Queensbett im Heck und separater Duschkabine und der t 690 Fifty-Five mit Einzelbetten und Garage im Heck. Ihr Preis liegt bei 55.000 Euro.
Bei den Wohnwagen stehen in diesem Jahr der Averso Plus und der Averso Nature im Vordergrund. Insgesamt finden sich für die kommende Saison 38 Modelle im Programm: neun Grundrisse im Premio und jeweils 13 im Averso und Averso Top sowie 3 im Averso Plus. Bei den Wohnwagen-Grundrissen geht Bürstner also mit zwei Varianten mehr als im Vorjahr in die neue Saison.

Für alle Freizeitfahrzeuge kündigte Bürstner eine Preiserhöhung um die zwei Prozent an, sieht die aber durch die bessere Ausstattung gerechtfertigt.

Dominik Suter, Chef des zur Hymer-Gruppe gehörenden Herstellers Dethleffs, spricht von einer „gewaltigen Herausforderung“. Die sinkenden Neuzulassungen seien nur ein Problem. Gleichzeitig wachse der Bestand an gebrauchten Fahrzeugen und Anhängern, so Suter. Denn Wohnwagen und Reisemobile überdauern in der Regel Jahrzehnte - und im Gegensatz zum Automarkt werden die Fahrzeuge und Anhänger nicht im großen Stil über die Grenzen Europas weiterverkauft, sondern bleiben im Markt. „Wenn wir nicht untergehen wollen, müssen wir neue Zielgruppen erschließen“, sagt Suter. „Caravaning muss hip werden.“

Die Hersteller bemühen sich nach Kräften: Auf der CMT in Stuttgart präsentieren sie Einsteigermodelle zu moderaten Preisen mit einer Inneneinrichtung, die an moderne Wohnkonzepte aus dem Möbelhaus erinnert. Der CIVD unterstützt sie mit einer breit angelegten Imagekampagne, die außer der klassischen älteren Klientel junge Familien und Menschen ab 40 und 50 Jahren ansprechen soll.

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