Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Neuer Porsche 911

Der Auftritt ist deutlich muskulöser, verharrt aber in der klassischen Form.

(Foto: Porsche)

Neue Generation des 911 Porsche poliert seine Ikone auf

Schneller, größer, teurer: Die Schwaben stellen ihren neuen Sportwagen mit den alten Erfolgsmustern vor. Aber auch die Schwarmintelligenz bahnt sich ihren Weg.
Kommentieren

StuttgartNie war der Spagat zwischen Tradition und Moderne für Porsche größer: Der Autobauer investiert derzeit Milliarden in die Umrüstung des Stammwerkes zur Elektromobilität. Porsche-Chef Oliver Blume lässt keine Gelegenheit aus, über den neuen Elektro-Boliden Taycan und dessen neues Fahrgefühl zu schwärmen, „Wir bauen das sportlichste Elektroauto der Welt“. Im kommenden Jahr soll das elektrisierte Zeitalter beginnen.

Doch zuvor hat der schwäbische Sportwagenbauer erst noch einmal seine Ikone, den 911er, aufpoliert. Seit 55 Jahren auf dem Markt, über eine Million Mal verkauft stellte Porsche am Dienstagabend (Ortszeit) die achte Generation des einst von Ferdinand Alexander Porsche kreierten Models auf der Autoshow in Los Angeles vor.

Dabei zählen äußerlich noch die alten archaischen Erfolgskriterien: Der Auftritt ist deutlich muskulöser, verharrt aber in der klassischen Form. An ihr haben die Schwaben immer nur mit Fingerspitzengefühl Dinge verändert. Es gilt, die treuen Fans nicht zu verschrecken. Im Innern weist vor allem der neue 10,9 Zoll große Touchscreen-Monitor mit intelligenten Systemen für neue Bequemlichkeit auf die Moderne hin.

Chef-Designer Michael Maurer hat sich alle Mühe gegeben, den klassischen Heckmotor-Sportwagen mit den Ansprüchen der digitalen Welt in Einklang zu bringen. Wie bei jedem Modellwechsel darf es immer ein bisschen mehr sein. Diesmal sind es 30 PS.

Angetrieben wird der Sportwagen mit einem in der S-Version jetzt mit 450 PS und einem aufgeladenen verbesserten Sechszylinder-Boxermotor einschließlich neu entwickeltem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Den Saugmotor hat das Unternehmen vor drei Jahren weitestgehend aus dem Angebot genommen.

Angetrieben wird der Sportwagen mit einem in der S-Version jetzt mit 450 PS und einem aufgeladenen verbesserten Sechszylinder-Boxermotor einschließlich neu entwickeltem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Quelle: Porsche
Höhere Motorisierung

Angetrieben wird der Sportwagen mit einem in der S-Version jetzt mit 450 PS und einem aufgeladenen verbesserten Sechszylinder-Boxermotor einschließlich neu entwickeltem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe.

(Foto: Porsche)

3,7 Sekunden benötigt das hinterradgetriebene Coupé von Null auf 100 Stundenkilometer, 0,4 Sekunden schneller als der Vorgänger. Mit einem Sonderpaket ist der Sportwagen noch einmal 0,2 Sekunden fixer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt nun 308 Stundenkilometer.

Der Verbrauch des 911 Carrera S notiert mit 8,9 l/100 km nach korreliertem NEFZ. Für sportliche Porsche-Fahrer dürfte der Wert allerdings nicht zu erreichen sein. Aber das wird die zahlungskräftigen Kunden wohle eher wenig kümmern. Über den großen Rädern mit vorn 20 und hinten 21 Zoll Durchmesser wölben sich deutlich breitere Radhäuser. Vorn wuchs die Breite der Karosserie um 45 Millimeter.

Die echten Porsche-Puristen sind vermutlich nicht begeistert, werden es aber mit der Zeit verschmerzen: Es gibt wieder neue kleine Helferlein, um nicht aus der Kurve zu fliegen. Ein so genannter Wet Mode für noch sichereres Fahrverhalten auf nassen Straßen und ein Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera. Der warnt und erkennt Kamera-basiert die Gefahr von Kollisionen mit sich bewegenden Objekten und leitet gegebenenfalls eine Notbremsung ein.

Persönlicher Lifestyle-Assistent

Der auf Wunsch verfügbare Abstandsregeltempostat umfasst eine automatische Distanzregelung, eine Stop-and-Go-Funktion, einen reversiblen Insassenschutz und eine neuartige autonome Nothaltefunktion. Bequemlichkeit und Sicherheit macht auch nicht vor dem 911er halt. All das sind auch bei der Sportikone Trippelschritte hin zum autonomen Fahren. Solange alles abschaltbar ist, wird es der Sportwagenpilot tolerieren.

Porsche-Fahrer fühlen sich zwar als Individualisten, aber in der achte Generation können sie auch die moderne Schwarmintelligenz für Online-Navigation nutzen. Die Applikation „Porsche Road Trip“ ermöglicht Routen mit exklusiven Hotel- und Restaurantvorschlägen sowie Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten entlang der Strecke.

Der persönliche Assistent „Porsche 360+“ soll ein persönlicher Lifestyle-Assistent rund um die Uhr sein. Er soll den Alltag erleichtern und exklusive Erlebnisse möglich machen.

Porsche-Fahrer fühlen sich zwar als Individualisten, aber in der achte Generation können sie auch die moderne Schwarmintelligenz für Online-Navigation nutzen. Quelle: Porsche
Apps an Bord

Porsche-Fahrer fühlen sich zwar als Individualisten, aber in der achte Generation können sie auch die moderne Schwarmintelligenz für Online-Navigation nutzen.

(Foto: Porsche)

Und noch ein kurioses Feature gibt es: der „Porsche Impact“ zur Neutralisation des individuellen CO2-Fußabdrucks. Dabei handelt es sich um einen Emissionsrechner. Dieser bemisst die finanziellen Beiträge, die Porsche-Kunden zahlen können, um ihren CO2-Fußabdruck zu kompensieren. Sie wählen selbstständig, in welche international zertifizierten Klimaprojekte sie investieren wollen. Diese sind über die ganze Welt verteilt und konzentrieren sich auf Wind-, Wasser- und Sonnenenergie sowie Waldschutz.

Grünes Alibi, werden die Kritiker dazu sagen. Ob die Funktion dieses Image überwindet, dürfte fraglich sein. Der Porsche Carrera S wird 120.000 Euro aufwärts kosten. Und er wird aller Wahrscheinlichkeit weiter dazu beitragen, dass Porsche mit einer Rendite von zuletzt über 17 Prozent der wohl profitabelste Autobauer der Welt bleibt.

So sieht der neue 911er von Porsche aus
Porsche 911
1 von 10

Seit 55 Jahren auf dem Markt, über eine Million Mal verkauft: Porsche stellte auf der Autoshow in Los Angeles am Dienstagabend (Ortszeit) die achte Generation des einst von Ferdinand Alexander Porsche kreierten Models vor.

Porsche 911
2 von 10

Drei Jahre lang haben Hunderte von Ingenieuren erst digitale Prototypen im Simulator getestet, später handgefertigte Einzelstücke auf Prüfständen und Teststrecken.

Porsche 911
3 von 10

Der Auftritt ist deutlich muskulöser, verharrt aber in der klassischen Form. An ihr haben die Schwaben immer nur mit Fingerspitzengefühl Dinge verändert. Es gilt, die treuen Fans nicht zu verschrecken. Im Innern weist vor allem der neue 10,9 Zoll große Touchscreen-Monitor mit intelligenten Systemen für neue Bequemlichkeit auf die Moderne hin.

Porsche 911
4 von 10

Chef-Designer Michael Maurer hat sich alle Mühe gegeben, den klassischen Heckmotor-Sportwagen mit den Ansprüchen der digitalen Welt in Einklang zu bringen. Wie bei jedem Modellwechsel darf es immer ein bisschen mehr sein. Diesmal sind es 30 PS.

Porsche 911
5 von 10

Die Plattform des neuen 911ers ist für die Aufnahme eines Akkus vorbereitet. Doch solange die Batterien so schwer sind, werden sie in den Sportwagen nicht verbaut. Bis zum nächsten Facelift in drei, vier Jahren ist eine Elektrifizierung damit erst mal kein Thema.

Porsche 911
6 von 10

Im Heck steckt der bekannte und bewährte Boxer mit 3,0 Litern Hubraum, der im Carrera S nun auf 450 PS und 530 Nm kommt. Neu ist die Doppelkupplung, die nun acht statt sieben Gänge hat und mit ihrem kürzeren Format für den Einbau eines E-Motors gerüstet ist. Damit beschleunigt der Carrera S in 3,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und schafft deutlich mehr als 300 Kilometer pro Stunde.

Porsche 911
7 von 10

Als zweite Motorvariante kommt dann der Basis-Elfer, der künftig 385 PS leisten wird. Danach kommen wie üblich GTS, Turbo & Co und auch die anderen Karosserievarianten wie das Cabrio und der Targa. Die Motoren bekommen erstmals auch einen Partikelfilter.

Startseite

Mehr zu: Neue Generation des 911 - Porsche poliert seine Ikone auf

0 Kommentare zu "Neue Generation des 911: Porsche poliert seine Ikone auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%