Aston Martin Vantage

Das Modell ist vor allem gegen den Porsche 911 und den Mercedes-AMG GT positioniert.

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Neue Modelle Was Aston Martin für die nächsten Jahre plant

In sieben Jahren will die britische Marke sieben grundlegend neue Modelle an den Start bringen. So soll sich der Absatz verdreifachen.
  • Michael Specht
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  • Spotpress

Andy Palmer zählt in der Autobranche zu jenen Managern, die sich nicht hinter schwülstigem Marketing-Kauderwelsch verstecken. Der Mann redet Klartext. Palmer ist Chef von Aston Martin und sichtlich stolz auf die 104 Jahre alte Marke aus Großbritannien. Kann er auch. Denn der Laden läuft wie geschmiert, verdiente 2017 wieder Geld und erreichte einen Rekordumsatz.

2015 hatte Palmer seinen sogenannten „Second Century Plan“ präsentiert, gab sich und seinen Leuten zwei Jahre Zeit zur „Stabilisation“ der Firma. „Den Patienten im Krankenhaus wieder fit machen“, nennt Palmer diesen ersten Teil seiner Strategie. Er setzt flachere Strukturen durch, bezahlt Schulden ab, lässt Plattformen entwickeln und hat keine Probleme damit, in künftige Modelle deutsche Motoren einzubauen.

„Der V8 von Mercedes-AMG ist das Beste, was es in diesem Segment auf dem Markt zu kaufen gibt“, so Palmer. Daimler ist mit fünf Prozent an Aston Martin beteiligt, der Rest ist in Privathand, gehört Equity-Investoren aus Kuwait und Italien.

Mit dem DB11 begann Ende 2016 der Auftakt zu einer Serie von neuen Modellen Quelle: Aston Martin
Aston Martin DB11

Der DB11 stellte Ende 2016 den Auftakt einer Serie von neuen Modellen dar.

Mit dem DB11 begann Ende 2016 der Auftakt zu einer Serie von neuen Modellen. Dem schicken Gran Turismo sollen nicht weniger als sechs Baureihen folgen, nicht mitgerechnet sind Derivate wie Roadster oder spezielle Motorisierungen.

Kurz vor seiner Markteinführung steht der Vantage. Er tritt das Erbe des Bestsellermodells von Aston Martin an und ist vor allem gegen den Porsche 911 und den Mercedes-AMG GT positioniert. Während sich in der Vergangenheit einige Baureihen recht ähnlich, viele sagen zu ähnlich sahen, soll dies zukünftig nicht mehr passieren, verspricht zumindest Chefdesigner Marek Reichman, der 2005 bei Aston Martin die Nachfolge von Henrik Fisker antrat.

„Die Zeit der russischen Puppen ist vorbei“, sagt Reichman. Damit dürfte besonders der Auftritt des nächsten Vanquish spannend werden, der noch in diesem Jahr vorgestellt wird. Ausschließlich mit einem V12-Motor bestückt, bildet er das Topmodell der GT-Fahrzeuge und soll hauptsächlich Interessenten locken, die sonst mit einem Ferrari 812 Superfast liebäugeln.

„Premium, nicht Luxus”

Dass es zur weiteren Gesundung aber einer größeren Diversifizierung im Modellportfolio bedarf, deutete Aston Martin schon 2015 auf dem Genfer Autosalon mit der Crossover-Studie DBX an. Ende 2019 soll das erste SUV der Marke in Serie gehen. Der Allradantrieb, Debüt bei Aston Martin, kommt wie Motor und Elektronik von Mercedes.

Dieser Brite will den Porsche 911 jagen
Fighter statt Gleiter
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Während der vor Jahresfrist eingeführte DB11 so etwas ist wie der Aristokrat unter den Supersportwagen und den perfekten Gentleman auf Räder gibt, hat sich sein kleiner Bruder Vantage zum genauen Gegenteil entwickelt. Wenn das Coupé im Juni zu Preisen ab 154.000 Euro in den Handel kommt, pfeift es deshalb auf die bei Aston Martin so übliche Attitude des automobilen Hochadels und gibt den Angreifer, dessen Attacke vor allem ein Ziel hat: Den Porsche 911.

Kurzstrecken-Rakete
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Doch der Vantage setzt nicht nur auf ein aggressives, polarisierendes Design mit eng zusammen gekniffenen Leuchten, einem Kühlerschlund mit einer Unterlippe die fast am Asphalt schleift, einer Silhouette, die eine Spannung hat wie ein Raubtier vor dem Sprung und dem Heck mit seinem riesigen Diffusor.

Auf Porsche 911-Jagd
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Vor allem setzt er auf einen Motor, der über jeden Zweifel erhaben ist: Den vier Liter großen V8-Turbo des Kooperationspartners AMG aus Affalterbach. Zwar kommt der auch schon im DB11 zum Einsatz und hat genau wie dort 510 PS und 685 Nm. Doch die Wirkung ist eine ganz andere. Bei Vollgas ist er wegen der geänderten Übersetzung zwar etwas langsamer als der DB11 und schafft nur 314 statt 322 km/h. Doch dafür ist er wie es sich für einen Rennwagen mit Straßenzulassung gehört der bessere Sprinter und nimmt seinen großen Bruder drei Zehntel ab: Gerade einmal 3,6 Sekunden vergehen, bis das Coupé bei Tempo 100 ist. Also die geeignete Rezeptur, um dem Platzhirschen aus Zuffenhausen den Garaus zu machen.

Brite im Sport-Dress
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Nicht umsonst ist der Vantage bei identischer Plattform 30 Zentimeter kürzer, hat zehn Zentimeter weniger Radstand und wiegt vor allem fünf Zentner weniger. Dazu gibt es im Heck ein anderes übersetztes Getriebe mit schnellerer Folge für die acht automatischen Gänge, die drei Fahrprogramme sind schärfer programmiert, die Lenkung ist sehr viel direkter und das Blasorchester im Diffusor unter dem Heck schlägt andere Töne an.

Austrainierter Sportler
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Während man sich im DB11 ganz entspannt zurücklehnt und schon damit zufrieden ist, dass man um die schiere Kraft des Sportwagens weiß, will man sie im Vantage nicht nur ausprobieren, sondern auch ausreizen. Schneller und immer schneller will man mit dem Wagen fahren und, mit jeder Kurve steigt der Mut und irgendwann fühlt sich die Landstraße gefährlich nach Rennstrecke an. Dazu kommen eine perfekte Gewichtsverteilung von 50:50 und eine besonders steife Aluminium Karosserie.

Nah am Asphalt
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Die Raserei genießt man in einer dunklen Höhle, die sich ebenfalls deutlich vom DB11 unterscheidet. Nicht nur, weil im Fond die ohnehin unbrauchbaren Rücksitze fehlen, sondern weil alles etwas gedrungener ist, sich etwas stärker auf den Fahrer fokussiert und alles etwas funktionaler ist.

Schalterwüste
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Auch das unten abgeflachte Lenkrad liegt exzellent in der Hand. Trotz des noblen Interieurs muss jedoch etwas Kritik sein: Die Kommandozentrale auf dem Mitteltunnel ist hoffnungslos überladen.

Für den DBX bauen die Briten derzeit eine neue Fertigungsstätte in St. Athan in Wales. Die Planungen sehen ein Produktionsvolumen von anfänglich jährlich 5000 Fahrzeugen vor, fast so viele, wie Aston Martin im vergangenen Jahr überhaupt verkauft hat. „Bei Bedarf lässt sich St. Athan noch um 2000 Einheiten erweitern, sagt Palmer. Zusammen mit dem Stammwerk in Gaydon wäre man dann bei 14.000 Fahrzeugen.

Enthalten sind in dieser Zahl auch die Modelle fünf, sechs und sieben. Nummer fünf lebt ab 2020, trägt die interne Bezeichnung AM9 und ist ein sogenanntes „mid-engine car“. Das fehlte bislang. In Design und Konzeption ähnelt das Modell den Kontrahenten Ferrari 488 GTB und McLaren 720 S. Welchen Namen die Serienversion tragen wird, mag Palmer noch nicht verraten.

Wohl aber, dass man die Hausmarke Lagonda wiederbeleben will. In Genf stand hierzu bereits eine Studie. 2021 soll es mit einem Crossover losgehen, kurz danach ist dann eine Luxuslimousine in der Größe einer Mercedes S-Klasse dran. Beide Modelle fahren ausschließlich elektrisch.

Der Zwölfzylinder-Supersportwagen Valkyrie, den Aston Martin bis Ende 2019 in einer Auflage von 150 Stück gebaut haben will, kostet mindestens 2,5 Millionen britische Pfund – und ist ausverkauft Quelle: Aston Martin
Aston Martin Valkyrie

Der Zwölfzylinder-Supersportwagen soll bis Ende 2019 in einer Auflage von 150 Stück gebaut werden. Der stolze Preis: Mindestens 2,5 Millionen britische Pfund.

Stromautos sind für Aston Martin fester Bestandteile der Zukunftsstrategie. Schon nächstes Jahr will man mit dem RapidE den Schalter umlegen. Die sportlich geschnittene Limousine wird es in einer Auflage von nur 155 Einheiten geben. Die Zahl wurde in Anlehnung an die Höchstgeschwindigkeit (155 mph) des RapidE gewählt. Alle Verbrenner erhalten bis 2025 optional ein 48-Volt-Mildhybrid-System. Den Plug-in-Hybrid schließt Palmer aus. „Viel zu schwer.“ Ebenso geht sein Daumen für Diesel, Vier- und Sechszylinder sowie für die Brennstoffzelle nach unten.

Lagonda soll dort starten, wo Tesla aufhört. Palmer nennt die Kalifornier „Premium“, nicht „Luxus“ und schiebt den Lagonda preislich in Richtung 300.000 Euro. Sorgen um potenzielle Kunden macht sich der 54-jährige Manager nicht. „Weltweit gibt es über 16 Millionen High Net Worth Individuals. Sie haben mehr als eine Million Dollar in bar zur Verfügung, um sich dafür etwas Nettes zu kaufen.“

Für den Valkyrie, den Aston Martin bis Ende 2019 in einer Auflage von 150 Stück gebaut haben will, reicht selbst diese Summe nicht. Der Zwölfzylinder-Supersportwagen kostet mindestens 2,5 Millionen britische Pfund – und ist ausverkauft. Gleiches gilt für den ebenfalls limitierten (25 Exemplare) und 1.000 PS starken Boliden Valkyrie AMR Pro. Das Hypercar entsteht in Zusammenarbeit mit dem Red-Bull-Formel-1-Team, wird ab 2020 ausgeliefert und soll rund drei Millionen Pfund kosten.

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