Nur 101 Autos an Privatkäufer Elektroauto-Absatz weit hinter Erwartungen

Die Elektroauto-Bilanz des Jahres sieht ernüchternd aus. In den ersten elf Monaten des Jahres sind gerade mal 1.808 Elektroautos neu auf die Straße gebracht worden. Ein Leitmarkt für E-Mobilität sieht anders aus.
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Ein Elektro-Smart "tankt" in Ulm an einer Stromzapfsäule. Quelle: dpa

Ein Elektro-Smart "tankt" in Ulm an einer Stromzapfsäule.

(Foto: dpa)

Duisburg/EssenDie Elektroauto-Bilanz des Jahres 2011 in Deutschland sieht einer Studie zufolge ernüchternd aus. In den ersten elf Monaten des Jahres seien gerade mal 1.808 Elektroautos neu auf die Straße gebracht worden, sagte Auto-Forscher Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen am Sonntag. Die Bilanz werde noch nüchterner, wenn man die Elektroautos zähle, die von Privaten zugelassen worden seien: „Ganze 101 Elektroautos wurden in elf Monaten von Privatkunden gekauft“, so Dudenhöffer weiter.

Bis zum Ende des Jahres 2011 werden es keine 120 Elektroautos sein, die von Privatkunden gekauft wurden. Das liegt unter den Zahlen der Jahre 1996, 1997 oder 1998. Damals hatten Privatkäufer mehr Elektroautos gekauft als im dritten Jahr der „Leitmarkt-Vision“ der Bundesregierung. Im November 2008 hatten die vier Bundesministerien für Umwelt, Verkehr, Wirtschaft, Forschung erklärt, Deutschland solle „Leitmarkt für Elektromobilität“ werden.

In Deutschland seien 92 Prozent der wenigen Exemplare bei Autobauern, Autohändlern oder Unternehmen wie etwa Stromkonzernen neu zugelassen worden. Weltweit kamen laut der CAR-Studie in diesem Jahr etwas mehr als 50.000 Elektroautos neu auf die Straße. An allen verkauften Pkw weltweit hat Deutschland laut der Studie einen Anteil von fünf Prozent, an den weltweit verkauften Elektroautos von drei Prozent.

Beispiel USA: In USA wurden in den ersten elf Monaten des Jahres nur von den beiden Elektroauto-Modellen Nissan Leaf und Chevrolet Volt 14.862 Fahrzeuge verkauft. Bis Jahresende werden nur von diesen beiden Modellen in USA dann über 16.000 Fahrzeugen neu in den Markt gekommen sein.

USA ist jetzt sicher nicht das Musterland für Elektroautos. Aber im Jahr 2011 werden in USA fast 10-mal so viele Elektroautos verkauft werden als in Deutschland. Bei den gesamten Neuwagenverkäufen ist USA in diesem Jahr aber gerade mal 4-mal so groß wie der deutsche Automarkt.

Eine der Hauptursachen sieht Dudenhöffer in den Förderprogrammen der Bundesregierung: „Es dauert sehr lange, bis Wettbewerbe definiert werden und dann Projekte genehmigt sind. So wird es von April 2011 bis Januar 2012 dauern, bis die ersten Förderskizzen für den Schaufenster-Wettbewerb für Elektromobilität eingereicht werden.“ In anderen Ländern geht das deutlich schneller. Allein in Paris werden bis zum Frühjahr 3.000 Elektroautos im Car-Sharing eingesetzt werden.

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8 Kommentare zu "Nur 101 Autos an Privatkäufer: Elektroauto-Absatz weit hinter Erwartungen"

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  • Der geneigte Deutsche Kunde kann die erwähnten Modelle Nissan Leaf und Chevrolet Volt/Opel Ampera sowie viele weitere Modelle leider noch nicht kaufen.Wie also hätte eine zu den USA proportional ähnliche Entwicklung hier in D. stattfinden sollen?Zudem incentivieren die USA den Kauf.Die Bundesregierung tut das nicht.Und zur Erinnerung:Opel meldete,sie hätten für ihre 5000 Ampera,die sie von GM aus den USA geliefert bekommen,bereits Reservierungen....

  • Was für eine Überraschung!
    ich schreibe mir schon seit 5 Jahren die Finger wund in diesem Forum und wurde von meinen Mitkommentatoren regelmäßig als Innovations- und Realitätsverweigerer benannt, nur weil ich nicht an einen durchschlagenden Erfolg des eAutos glaube.
    Welcher Privatmensch kauf sich schon ein Auto, das nach wenigen Kilometern stehen bleibt, für den spontanen Einsatz wg. Ladebedarf ggf. nicht zur Verfügung steht, das man als Laternenparker nicht laden kann, für welches man 10.000 EURs für einen Ersatzakku einkalkulieren muss, wenn der nach 2-3 Jahren verschlissen ist?
    Welche Automobilbosse geben von heute auf morgen ihre Motorenfertigungen und Entwicklungen auf? Feine global gesponnene, logistische und vertragliche Netzwerke mit massivem Invest kann man nicht über Nacht einreißen.
    Zudem die halbe Welt lebt von Ölförderung, Raffinerien, Reederei, Häfen, Kraftstofflogistik, Vertriebsnetz etc. Das lässt sich nicht in 2 Jahren einfach ausknipsen.
    Das Öl wird knapp, es muss auch tatsächlich was passieren. Das braucht jedoch seine Zeit und echte Lösungen. Die eAutos in ihrer heutigen Form sind nicht überlebensfähig. Weder wirtschaftlich, noch ökonomisch (Stichwort: Strom kommt nicht aus der Steckdose, sondern aus Kohlekraftwerken).

  • Elektroauto-Absatz weit hinter Erwartungen
    --
    da sollten sie erstmal zufrieden sein. Es taugt für Massenabsatz noch nicht.
    Zudem erfährt man auch so um die Ecken, dass der Rohstoff "Lithium", mit dem die "Lithium-Metalloxid-Batterien "hergestellt werden ,gerade mal für 10 Jahre reicht, wenn Millionen Elektro-Autos wirklich unterwegs wären.
    Die Erfinder wissen das sicher.

  • Sie sind ja ein ganz Schlauer - und dann noch einer mit hellseherischen Fähigkeiten. Solche Leute braucht unser Land.
    Aber Scherz beiseite. Es soll Leute geben, denen die momentane Reichweite der Autos mit elektrischem Antrieb ausreicht für die allermeisten Fahrten.
    Bei der Feuergefahr spielen Sie wahrscheinlich auf den Brand eines GM Volt an, der drei (!) Wochen nach einem Crash-Versuch in Flammen aufgegangen ist. Bei einem Fahrzeug mit Benzintank kann es gleich nach dem Crash brennen. So gesehen hat das Elektroauto einen kleinen Zeitvorteil bei der Rettung der Insassen.
    Sobald der Sprit bedingt durch irgendeine Krise wieder astronomische Summen kostet, werden Sie die Autofahrer beneiden, die jeden Tag das Auto an der Steckdose aufladen können. Mich kotzt die Preistreiberei bei Diesel jetzt schon an...
    Aber bleiben Sie ruhig bei Ihrem Auto mit Verbrennungsmotor. Es zwingt Sie ja niemand solch ein Fahrzeug zu kaufen.
    Wenn das Angebot in 2012/2013 besser wird (Renault, Nissan, BMW, VW usw.) dann werden die Zulassungszahlen schon noch anwachsen. Wetten Sie dagegen ?

  • Eingeschränkte Reichweite, weitere Verluste bei Kälte, Feuergefahr bei Unfällen, unglöste Fragen bei fälligem Batteriewechsel - und das alles zu unverschämt hohen Preisen. Und dann wundert man sich über Kaufzurückhaltung? Wenn Sie wieder mal viel Geld für eine blödsinnige Studie loswerden wollen, rufen Sie mich an, denn diese überraschende Ergebnis hätte ich Ihnen auch ohne "Studie" kostengünstig vorhersagen können.

  • Mal überlegen, welche Autos mit E-Antrieb waren denn 2012 verfügbar. Fällt mir doch glatt nix ein, nix bei VW, Ford, Opel, BMW, DB, Saab, Volvo etc.
    Wollte ich E-Autos schlecht machen, würde ich das in der Presse auch so kommunizieren.

  • Kein Wunder, denn in Deutschland muss dazu beispielsweise dringend das steuerliche Dienstwagenprivileg geändert werden.

    Sobald die Bundesregierung nur noch Dienstwagen steuerlich fördert, die Elektroautos sind, dann würden unsere Konzerne und Firmen sehr schnell umsatteln. Aber solange unsere Bundesregierung hier weiterhin steuerlich das Dienstwagenprivileg nicht umbaut, wird auch wenig geschehen.

  • Aha Herr Dudenhöffer, es ist also die mangelnde Förderung! Ich dachte schon es läge an der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der E-Mobile.

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