Oldtimer-Auktion Kosmetische Cadillacs von Coys

Im noch frischen Jahr freuen sich Oldtimer-Fans schon auf das erste Highlight: In Maastricht kommen am 10. Januar seltene Oldtimer unter den Hammer.
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Staatstragende Abmessungen: Ford Lincoln Continental V8 von 1965. Quelle: PR

Staatstragende Abmessungen: Ford Lincoln Continental V8 von 1965.

(Foto: PR)

Unter den Hammer des renommierten britischen Auktionshauses Coys kommen am 10. Januar im niederländischen Maastricht rund 100 amerikanische und europäische Chromjuwelen aus der Stasys Brundza Collection, einer der berühmtesten privaten osteuropäischen Sammlungen alter Automobile aus Vilnius, der Hauptstadt von Litauen.

Allein 35 Cadillac aus den Baujahren 1904 bis 1987 stehen auf der Auktionsliste sowie zusätzlich einige Fahrzeuge, bei deren Anblick Oldtimer-Freunde wässrige Augen bekommen.

Wie etwa beim Cadillac B 4S. Der burgunder-rote Zweisitzer mit seinem 1,3 Liter großen Einzylinder-Motor wurde im gleichen Jahr produziert als den Gebrüdern Wright mit dem „Flyer 2“ ein Rundflug am Strand von Kitty Hawk im US-Bundesstaat Nordkarolina gelang. Der Wagen befindet sich in ausgezeichnetem kosmetischen Zustand und soll mindestens zwischen 60.000 und 75.000 Euro bringen. 


Diese Modelle werden 2015 Oldtimer
Kultsportler, Cabriolets und Katalysatoren - Die H-Kennzeichen-Klassiker des Jahres 2015
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Das magische „H“ wollen auch 2015 alle frisch gebackenen 30-jährigen Jubilare auf dem Kennzeichen tragen – egal ob knatternder Trabant, chromglänzende W126er S-Klasse oder Testosteron-Beschleuniger wie der damals noch neue Testarossa von Ferrari. Erst ein „H“ wie historisch zeichnet alte Autos offiziell als erhaltenswertes kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut aus.

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Schlagzeilen machten im IAA-Jahr 1985 weniger die vernunftbetonten Autos, sondern vielmehr die vielen V-Max-Racer einer völlig neuen Vierventil-Fraktion mit Leistungskurven, die scheinbar Luzifers Lockruf folgten ...

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Allen voran der dieserart aufgerüstete Altstar Lamborghini Countach S Quattrovalvole, der mit 455 PS exakt fünf PS mehr aufbot als der Vierventiler im neu vorgestellten Porsche 959.

...der Vierventiler im neu vorgestellten Porsche 959
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Der neu vorgestellte Porsche 959 war ein wahrer Über-Porsche, und erstmals war zudem ein Zuffenhausener schnellster im Lande, dem nicht mal ein frischer Zwölfender von Ferrari (412 von 1985 und Testarossa aus dem Spätjahr 1984) etwas entgegensetzen konnten.

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Auch sonst war Maranello nicht mehr das Maß der Dinge, wenn es  um Tempo ging. Katapultierte der neue Vierventil-Sechszylinder im BMW M5 den Viertürer doch in der neuen Supersportwagenzeit von 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

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Kaum langsamer war das 16-V-Kraftwerk in der IAA-Weltpremiere BMW M3.

Ziviler und deutlich erschwinglicher: Golf GTI 16V
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Ziviler und deutlich erschwinglicher dagegen die neuen Wolfsburger Opel-Manta-Jäger (den Capri gab es ab sofort nur noch für England) Golf GTI 16V und Scirocco GTI 16V.

Noch preiswerter waren nur die Aufkleber mit 16-V-Logo, die es damals an jeder Tankstellen für kleines Geld gab und mit denen sich sogar rostige Käfer aufrüsten ließen.

Billiger dürften Interessenten beim Cadillac Sedan De Ville Flat Top mit den imposanten Heckflossen davonkommen. Für das Auto mit dem Baujahr 1959 und dem 6,4 Liter großen Achtzylinder veranschlagt Coys lediglich 30.000 bis 40.000 Euro, was für den Inbegriff des amerikanischen Straßenkreuzers mit Servolenkung, Automatik, elektrisch zu bedienendem Dach und Klimaanlage fast ein Schäppchen darstellt.

Zumal der Caddy nur knapp 52.000 Meilen auf dem Tacho hat und seine Original-Polsterung immer noch mit einem durchsichtigen Plastiküberzug geschützt ist. Nicht nur das deutet darauf hin, dass seine ehemaligen Besitzer den Wagen sehr vorsichtig behandelt haben. 

Buick Super Cabrio (1944) Quelle: PR

Buick Super Cabrio (1944)

(Foto: PR)

Noch preiswerter, nämlich für um die 25.000 Euro, soll ein gleichaltriger schwarzer Cadillac Fleetwood Series 75 losgeschlagen werden. Auch dieses Auto verfügt über alle Annehmlichkeiten für den Fahrer – sogar ein Tempomat ist vorhanden –, die in europäische Autos erst Jahre später Einlass fanden.

Dass es am Beginn des Raumfahrtzeitalters entstand, verrät sein Armaturenbrett: Schalter und Instrumente erinnern an die eines Raumschiffs.
Doch das Angebot in der Auktion von Maastricht, die im Rahmen der Oldtimer-Messe „Interclassics & Topmobiel“ stattfindet, beschränkt sich nicht nur auf die zahlreichen Cadillac.

Mercedes-Benz 600 Pullman Quelle: PR

Mercedes-Benz 600 Pullman

(Foto: PR)

Da gibt es zum Beispiel ein wunderschönes Buick Super Cabriolet von 1944 mit einem Tachometerstand von 6.200 Meilen zu einem veranschlagten Preis zwischen 30.000 und 40.000 Euro, das die meiste Zeit seines Lebens im Museum verbrachte.

Oder ein schwarzer, scheckheft-gepflegter 1965er Ford Lincoln Continental V8, der einst zum Fuhrpark des amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson gehörte. Er soll zwischen 25.000 und 35.000 Euro bringen.

Interessenten können im Internet eine komplette Liste des Auktionsangebots einsehen und darunter auch ein Volkswagen Käfer Cabrio von 1971 (10.000 bis 15.000 Euro), einen 1968 Mercedes-Benz 600 Pullman (120.000 bis 160.000 Euro) oder auch einige Kuriositäten finden.

Zil 115 (1986) Quelle: PR

Zil 115 (1986)

(Foto: PR)

Da gibt es zum Beispiel ein Original Checker Marathon Taxi, wie es noch bis vor wenigen Jahren das Straßenbild einer jeden amerikanischen Großstadt bestimmte (5.000 bis 10.000 Euro) und den 1986er Zil 115, eine sowjetische Repräsentationslimousine, die vornehmlich Führungskräften aus dem Kreml vorbehalten war. Den Wert des Wagens schätzt Coys auf 80.000 bis 100.000 Euro. Das Versteigerungsfahrzeug ist kugelsicher verstärkt und verfügt über eine stellenweise 25 Millimeter dicke Unterbodengruppe, die sogar widerstandsfähig gegen Landminen sein soll.

Cadillac Fleetwood Series 75 (1959) Quelle: PR

Cadillac Fleetwood Series 75 (1959)

(Foto: PR)

Wie es angesichts dieser schwergewichtigen Sicherheit um das Handling des Wagens bestellt ist und wie die 300 PS des 7,5 Liter großen Motors damit fertig werden, ist nicht bekannt. Klar dagegen wird angesichts der Panzerung, dass drei Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer das Vertrauen in die Untertanen des Sowjetreichs nicht besonders großgewesen sein kann. 
Die Versteigerung beginnt am Sonnabend, 10. Januar 2015, um 14 Uhr im MMEC-Forum in Maastricht. Donnerstag und Freitag zuvor können die Fahrzeuge zwischen zwölf und 20 Uhr besichtigt werden.

  • Hans-Robert Richarz
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