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Oldtimer-Experte im Interview „Die schönste Verzinsung ist das Fahren“

Oldtimer-Experte Bernhard Kerkloh über die besten Modelle für die Geldanlage mit Oldtimern - und warum es gut ist, alte Inspektionsquittungen aufzubewahren.
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Bernhard Kerkloh: Man sollte nicht weniger als 20.000 Euro investieren, sonst ist der Oldtimer reines Hobby.

Bernhard Kerkloh: Man sollte nicht weniger als 20.000 Euro investieren, sonst ist der Oldtimer reines Hobby.

DüsseldorfHandelsblatt: Herr Kerkloh, worauf sollte ein Interessent, dem der Wertzuwachs beim Oldtimerkauf wichtig ist, achten?

Kerkloh: Auf jeden Fall sollte er sich für eine lebende Marke entscheiden. Die Hersteller bemühen sich um ihre Marken und halten sie im Gespräch. Das steigert den Marktwert.

Welche Marken meinen sie konkret?

Hersteller sportlicher, leistungsstarker Autos. Es geht um Modelle, die nur in vergleichsweise geringer Stückzahl gebaut wurden. Mehr als 2.000 sollten es nicht sein. Massenprodukte wie von Opel oder Ford scheiden da schnell aus.

Wo ist die Untergrenze, unter der es sich nicht lohnt zu investieren?

Ich würde 20.000 bis 25.000 Euro ansetzen. Natürlich gibt es Fahrzeuge, die deutlich preiswerter zu haben sind. Aber dann ist der Oldtimer eher ein Hobby als eine Geldanlage. Der Wertzuwachs in den unteren Regionen ist bescheidener.

Wenn sie investieren - würden sie einen Oldtimer der Bundesanleihe vorziehen?
Die schönste Verzinsung ist das Fahren mit dem Auto. Oldtimer waren mit durchschnittlich fünf bis acht Prozent Wertzuwachs in den vergangenen zehn Jahren sicher auf den ersten Blick die bessere Verzinsung. Der Unterschied zur Anleihe besteht aber darin, dass Sie das Auto nicht zehn Jahre wegschließen und anschließend für mehr Geld verkaufen können. Oldtimer müssen bewegt und gepflegt werden, das kostet Zeit und Geld.

Historie muss nachvollziehbar sein

Auf welche Punkte muss ich als Käufer noch achten?
Immer wichtiger wird eine nachvollziehbare Historie. Originale Fahrzeugpapiere, alte Rechnungen, vielleicht ein berühmter Vorbesitzer oder der Einsatz im Rennsport steigern den Wert eines Fahrzeugs enorm. Es ist einfach auch interessant, wenn dokumentiert ist, dass vielleicht die erste Generalinspektion des Porsche von 1965 genau 86 Mark gekostet hat.

Ferrari 250 Testa Rossa: Für Sammler ein Traum, für den sie teuer bezahlen. Bei 16,3 Millionen Dollar erhielt der Meistbietende für das 1957er-Modell unlängst während der Monterey Week  den Zuschlag.

Ferrari 250 Testa Rossa: Für Sammler ein Traum, für den sie teuer bezahlen. Bei 16,3 Millionen Dollar erhielt der Meistbietende für das 1957er-Modell unlängst während der Monterey Week  den Zuschlag.

Muss es eigentlich ein Oldtimer sein, also ein Modell, das älter ist als 30 Jahre, oder gibt es auch interessante jüngere Modelle?

Natürlich reifen auch neuere Klassiker heran. Wer darin investieren will, braucht aber zumindest unter dem Gesichtspunkt der Geldanlage viel Geduld. Die ersten zehn Jahre bewegt sich bei solchen Fahrzeugen im Preis meistens nicht viel.

Muss der Zustand am besten wie neu sein?

Daran scheiden sich die Geister. Es gibt Perfektionisten, die Autos wollen, die besser sind als sie es bei ihrer ersten Auslieferung waren. Und es gibt auf der anderen Seite die Liebhaber unberührter Originalfahrzeuge, die den ersten Lack und das originale Leder liebevoll zu Patina erklären. Wo die Patina aufhört und der Gammel anfängt ist oft ein schmaler Grat.

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  • oli
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