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Oldtimer-Fund in Frankreich 60 legendäre Modelle kommen unter den Hammer

Jahrzehntelang waren die Oldtimer in einer Scheune versteckt und galten als verschollen: Nach dem Ferrari 250 California von Filmstar Alain Delon war überall gesucht worden. Nun werden die Prunkstücke versteigert.
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Ein Ferrari 250 GT California SWB (l.) und ein Maserati A6G 2000 Berlinetta Grand Sport Frua standen jahrzehntelang in einer Scheune in Frankreich, versteckt unter Bergen von Zeitungen. Quelle: dpa
Oldtimer in französischer Scheune entdeckt

Ein Ferrari 250 GT California SWB (l.) und ein Maserati A6G 2000 Berlinetta Grand Sport Frua standen jahrzehntelang in einer Scheune in Frankreich, versteckt unter Bergen von Zeitungen.

(Foto: dpa)

Paris Bugatti, Hispano-Suiza, Delahaye, Maserati, Ferrari – diese Namen lassen das Herz vieler Autoliebhaber höher schlagen. 60 zum Teil äußerst seltene Modelle aus den 1930er bis 1970er Jahren, die jahrzehntelang auf einem Privatgrundstück in Frankreich vor sich hinschlummerten, kommen am Freitag in Paris unter den Hammer.

Der Schätzwert der legendären Oldtimer, die von berühmten Designern entworfen wurden – unter ihnen Chapron und Million-Guiet –, beläuft sich auf rund 16 Millionen Euro. Die Experten zufolge außergewöhnliche Sammlung war im vergangenen September entdeckt worden – auf dem Anwesen des ehemaligen Unternehmers und Autonarren Roger Baillon im Westen Frankreichs.

Die völlig verstaubten Oldtimer waren in Schuppen und Scheunen geparkt, teilweise unter alten Zeitungen begraben oder von Efeu und Unkraut überwuchert. Zu den Prunkstücken der Sammlung, die einen Platz im Museum verdienen, gehören legendäre Modelle wie ein Talbot Lago T26 aus dem Jahr 1948 und einer von nur drei Maserati A6G Gran Sport, Baujahr 1956, deren Existenz noch bekannt ist.

Zusammengetragen wurde die Kollektion von dem vor über zehn Jahren verstorbenen französischen Unternehmer und Autonarren Roger Baillon. Er suchte in ganz Frankreich und Europa nach Oldtimern, kaufte sie auf und brachte sie auf sein Anwesen.

Baillon sei ein „Sammler der ersten Stunde“ gewesen, berichtet Matthieu Lamoure vom Auktionshaus Artcurial, das die Versteigerung organisiert. „Er war begeistert vom Genie des Automobils und hat viele dieser Schätze vor dem Autofriedhof bewahrt.“

Eine Entdeckung, wie das Grab eines Pharao
Die Autos waren in Unterständen untergebracht (mittig ein Facel Vega Excellence, hinten ein Talbot Lago T26 Cabriolet Saoutchik
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Oldtimer-Scheunenfund: Transport-Unternehmer Roger Baillon hatte in den 1950er Jahren begonnen seltene Wagen für ein eigenes Automuseum zu kaufen. Als es mit seiner Firma bergab ging, wurde aus den Plänen nichts mehr, die Sammlung geriet die Sammlung in Vergessenheit. Und wurde erst jetzt wiederentdeckt.

Die Autos waren in verfallenden Unterständen untergebracht (mittig ein Facel Vega Excellence, hinten ein Talbot Lago T26 Cabriolet mit Saoutchik-Karosserie).

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Auch rostige Lkw-Ruinen standen auf dem Anwesen - der Besitzer hatte ein Transport-Unternehmen. Vorn der Ferrari 250 GT California SWB
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Auf dem Anwesen mit den wertvollen Oldtimern fanden sich aber auch rostige Lkw-Ruinen und viel landwirtschaftliches Gerät. Kein Wunder, denn der Besitzer hatte ein Transport-Unternehmen. Vorn im Bild: der Ferrari 250 GT California SWB, sicher das Highlight der Sammlung ...

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Die beiden Entdecker vom Auktionshaus Artcurial: Matthieu Lamoure (links) und Pierre Novikoff
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Jäger der verlorenen Chrom-Juwelen: Die beiden Entdecker vom Auktionshaus Artcurial: Matthieu Lamoure (links) und Pierre Novikoff gingen einem Tipp nach und spürten die Raritäten auf.

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Der wertmäßig größte Schatz der Sammlung ist sicher dieser Ferrari von 1961. Der 250 GT SWB California Spider ist eines von nur 37 jemals gebauten Exemplaren, und hat laut Artcurial einen geschätzten Wert zwischen 9,5 und 12 Millionen Euro. Prominenter Vorbesitzer ist Schauspieler Alain Delon.

(Foto: Artcurial)
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Noch seltener als der Ferrari ist dieser Maserati Gran Sport mit Karosserie von Frua. Das Modell von 1956 wurde laut Artcurial nur dreimal gebaut.

(Foto: Artcurial)
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In den 50er und 60er Jahren baute der italienische Karosseriekünstler Pietro Frua etliche Sonderformen auf Maserati-Basis, meist für gut betuchte Kunden aus der High Society. Heute sind die nur in geringsten Stückzahlen entstandenen Modelle besonders gesucht, und teuer.

(Foto: Artcurial)
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Schätze unter Wellblech: Die Entdecker sagten, sie seien völlig überwältigt gewesen. Sie hätten sich gefühlt wie Archäologen, die das Grab eines Pharao entdecken.

(Foto: Artcurial)

Der ehemalige Chef eines Speditionsunternehmens hatte laut Lamoure den Ehrgeiz, besondere Autos vor allem aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zu retten und die Sammlung eines Tages in einem Museum auszustellen. Aber finanzielle Schwierigkeiten ließen diesen Traum platzen – und der Oldtimer-Schatz blieb jahrzehntelang im Verborgenen, auch nach dem Tod des Sammlers Anfang dieses Jahrhunderts.

Erst als kürzlich auch Baillons Sohn verstarb, wandten sich dessen Erben an das Auktionshaus. „Als wir von einem Ferrari 250 California hörten, glaubten wir zuerst keine Sekunde daran“, sagte Lamoure der Nachrichtenagentur AFP. Die weltweit noch existierenden Exemplare dieses Modells seien normalerweise alle registriert.

Als der Franzose dann in diversen Scheunen und Schuppen die ganze Sammlung entdeckte, erlebte er eine Überraschung nach der anderen. „Das war surreal, ein echter Schock“, sagt Lamoure.

Der fragliche Ferrari 250 California sei unter einem Riesenhaufen aus alten Zeitungen und Zeitschriften versteckt gewesen. Nach diesem Auto, das eine Weile sogar dem französischen Filmstar Alain Delon gehört habe, sei überall gesucht worden. „Und es war in Frankreich, verschollen in einer Scheune.“

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  • afp
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