Oldtimer-Index Klassiker steigen weiter im Wert, aber langsamer

Oldtimer sind zunehmend gefragt. Entsprechend steigt der Wert historischer Fahrzeuge. Vor allem eine deutsche Sportwagen-Ikone hat im vergangenen Jahr zugelegt. Doch Alltags-Massenware holt kräftig auf.
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Oldtimer-Index - Klassiker immer wertvoller Quelle: Daimler

Auto-Klassiker werden mit der Zeit immer wertvoller. Für den Mercedes 300 SL Flügeltürer werden mittlerweile siebenstellige Beträge gezahlt.

Klassische Automobile sind im vergangenen Jahr erneut im Wert gestiegen, allerdings mit etwas geringerer Geschwindigkeit. Der vom Verband der Automobilindustrie (VDA) ermittelte „Deutsche Oldtimer Index“ legte um 4,5 Prozent auf nun 2.285 Punkte zu. Im Jahr 1999 lag der Wert noch bei 1.000 Punkten. Noch 2013 hatte der Index ein Plus von mehr als acht Prozent erreicht.Damit bestätigt sich ein Muster der vergangenen Jahre: Nach Phasen stärkeren Wertzuwachs folgen in der Regel Phasen mit einem geringeren Anstieg.

Ferrari ist nicht zu toppen
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Alte Ferrari gehören zu den begehrtesten Autos der Welt, das zeigt die aktuelle Liste der zehn teuersten Oldtimer, die 2014 bei Auktionen verkauft wurden. Die Bilanz der Marktbeobachter von „Classic-Analytics“ aus Bochum sortiert auf den ersten neun Plätzen ausschließlich Klassiker, die das springende Pferd als Markenzeichen tragen ...

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Geld in teure Oldtimer anzulegen ist ein Trend, eine Blase ist hingegen nicht in Sicht, meint Experte Wilke: „Der Markt ist transparent, die Käufer im Hochpreissegment sind gut informiert und arbeiten fast ausschließlich mit eigenem, nicht mit geliehenem Geld.“

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Das aktuell teuerste Auto der Welt liegt auch auf Platz eins der diesjährigen Top-Ten: Mitte August fiel für den Ferrari 250 GTO von 1962 bei 38,1 Millionen Dollar (29,4 Euro) der Hammer, die höchste Summe, die je für ein Auto auf einer Auktion gezahlt wurde.

Der Ferrari 275 GTB/C Speciale wurde für 26,4 Mio Dollar verkauft
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Platz 2: Der Ferrari 275 GTB/C Speciale wurde für 26,4 Millionen Dollar verkauft

Der Ferrari 375 MM von 1954 liegt mit 18,3 Mio Dollar auf Platz drei
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Der Ferrari 375 MM von 1954 liegt mit 18,3 Millionen Dollar auf Platz drei

Für 15,2 Mio Dollar wechselte der Ferrari 250GT California Spyder SWB von 1961 den Besitzer
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Für 15,2 Millionen Dollar wechselte dieser Ferrari 250GT California Spyder SWB von 1961 den Besitzer

Preis für den Ferrari 250 LM von 1964 war 11,6 Mio Dollar
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Der Hammer-Preis für diesen raren Ferrari 250 LM von 1964 lag bei 11,6 Millionen Dollar.

Den höchsten Zuwachs erzielte 2014 der Mercedes 300 SL Flügeltürer aus den 50er-Jahren, der mittlerweile locker siebenstellige Marktwerte erreicht. Im Vorjahr hatte die Sportwagen-Ikone noch auf dem zweiten Platz gelegen. Auf Rang zwei folgt das Chevrolet Camaro Coupé der späten 70er-Jahre. Der Camaro der Baujahre 1978 bis 1981 war bereits 2012 Zweitbester im Wertzuwachs gewesen.

Den dritten Rang belegt das Mercedes-Benz 500 SEC Coupé (W 126), das von 1985 bis 1991 gebaut wurde. Dahinter folgt der Volvo PV 544 (Baujahre 1961-1965).

Erschwingliches Alteisen: In der Top Ten der wertzuwachsstärksten Oldtimer ist die Marke Opel 2014 am häufigsten vertreten. Quelle: PR

Erschwingliches Alteisen: In der Top Ten der wertzuwachsstärksten Oldtimer ist die Marke Opel 2014 am häufigsten vertreten.

(Foto: PR)

Zwei Opel-Modelle belegen die Plätze fünf und sechs: Der Opel Commodore, eine Limousine der oberen Mittelklasse (1969-1971) mit Reihensechszylinder, und dahinter der etwas schwächer motorisierte Opel Rekord C 1700 (1968-1971). Der Opel Ascona B (1975-1981) schafft es auf Platz zehn. Damit sind historische Opel-Modelle 2014 in den Top Ten am stärksten vertreten. 

Im Oldtimer-Markt lassen sich verstärkt zwei voneinander zunehmend unabhängige Segmente beobachten. Einerseits wurden auf öffentlichen Auktionen für selten gebaute Fahrzeuge, Einzelstücke oder Rennwagen, nicht selten mit berühmten Vorbesitzern, im vergangenen Jahr Rekordpreise erzielt.

Diese Modelle werden 2015 Oldtimer
Kultsportler, Cabriolets und Katalysatoren - Die H-Kennzeichen-Klassiker des Jahres 2015
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Das magische „H“ wollen auch 2015 alle frisch gebackenen 30-jährigen Jubilare auf dem Kennzeichen tragen – egal ob knatternder Trabant, chromglänzende W126er S-Klasse oder Testosteron-Beschleuniger wie der damals noch neue Testarossa von Ferrari. Erst ein „H“ wie historisch zeichnet alte Autos offiziell als erhaltenswertes kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut aus.

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Schlagzeilen machten im IAA-Jahr 1985 weniger die vernunftbetonten Autos, sondern vielmehr die vielen V-Max-Racer einer völlig neuen Vierventil-Fraktion mit Leistungskurven, die scheinbar Luzifers Lockruf folgten ...

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Allen voran der dieserart aufgerüstete Altstar Lamborghini Countach S Quattrovalvole, der mit 455 PS exakt fünf PS mehr aufbot als der Vierventiler im neu vorgestellten Porsche 959.

...der Vierventiler im neu vorgestellten Porsche 959
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Der neu vorgestellte Porsche 959 war ein wahrer Über-Porsche, und erstmals war zudem ein Zuffenhausener schnellster im Lande, dem nicht mal ein frischer Zwölfender von Ferrari (412 von 1985 und Testarossa aus dem Spätjahr 1984) etwas entgegensetzen konnten.

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Auch sonst war Maranello nicht mehr das Maß der Dinge, wenn es  um Tempo ging. Katapultierte der neue Vierventil-Sechszylinder im BMW M5 den Viertürer doch in der neuen Supersportwagenzeit von 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

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Kaum langsamer war das 16-V-Kraftwerk in der IAA-Weltpremiere BMW M3.

Ziviler und deutlich erschwinglicher: Golf GTI 16V
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Ziviler und deutlich erschwinglicher dagegen die neuen Wolfsburger Opel-Manta-Jäger (den Capri gab es ab sofort nur noch für England) Golf GTI 16V und Scirocco GTI 16V.

Noch preiswerter waren nur die Aufkleber mit 16-V-Logo, die es damals an jeder Tankstellen für kleines Geld gab und mit denen sich sogar rostige Käfer aufrüsten ließen.

Dieser Bereich ist für den gesamten Oldtimermarkt jedoch wenig repräsentativ, denn hier wird häufig unter dem Gesichtspunkt der Geldanlage in Sachwerten gekauft.

Auf der anderen Seite stehen die echten Oldtimer-Enthusiasten, die sich unabhängig vom Seltenheitswert oder Wertsteigerungspotenzial für ihre Fahrzeuge begeistern. Sie geben im Durchschnitt für ein historisches Fahrzeug deutlich weniger als 20.000 Euro aus. Der Wertzuwachs dieser Fahrzeuge kompensiert in der Regel nicht die stetig anfallenden Wartungs- und Unterhaltskosten.

Solche Fahrzeuge bilden auch den Kern des Deutschen Oldtimer Index: Hier werden keine Einzelstücke aufgenommen, sondern nur Fahrzeuge, von denen eine gewisse Stückzahl gebaut und auch heute noch gehandelt wird. Die Basis des Index bilden Daten des Bochumer Bewertungsspezialisten classic-analytics.

Auf der Rangliste der Fahrzeuge mit dem stärksten Wertzuwachs seit 1999 teilte sich die „Ente“ (Citroen 2CV 6) den zweiten Platz mit dem VW „Bulli“ (VW Bus Typ 2 T2). Quelle: PR

Auf der Rangliste der Fahrzeuge mit dem stärksten Wertzuwachs seit 1999 teilte sich die „Ente“ (Citroen 2CV 6) den zweiten Platz mit dem VW „Bulli“ (VW Bus Typ 2 T2).

(Foto: PR)

Für die Ermittlung des Index werden 88 Fahrzeuge ausgewählt, die aufgrund ihrer Spezifikationen, ihres Herstellerlandes sowie ihrer Häufigkeit den deutschen Oldtimer-Markt repräsentativ abbilden. Die aktuellen Zulassungszahlen werden bei der Berechnung berücksichtigt.

Der Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer) legt nicht nur im Vorjahresvergleich am stärksten zu: Der Wagen führt auch die Rangliste der Fahrzeuge mit dem stärksten Wertzuwachs seit Beginn der Index-Berechnung 1999 an. Platz zwei teilen sich automobile Legenden aus dem Volumensegment: die „Ente“ (Citroen 2CV 6) und der VW „Bulli“ (VW Bus Typ 2 T2).

Beide Fahrzeuge haben ihre hohen Wertzuwächse in den vergangenen 15 Jahren auch einem relativ geringen Ausgangsniveau zu verdanken. Es folgen auf den weiteren Plätzen ebenfalls Modelle aus dem Segment der Alltagsfahrzeuge der 1970er Jahre: der Ford Escort 1100 S (1968-1970) und dahinter der Renault R4 (1972-1974). 

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