Oldtimer Rekordzuschlag für einen Schneewittchensarg

Unverfälschte Patina ist in: Das beweist auch der jüngst von Bonhams versteigerte P 1800 ES, der den höchsten je in den USA gezahlten Autkionspreis für einen Volvo erzielte.
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Volvo P 1800 ES Quelle: PR

Volvo P 1800 ES

(Foto: PR)

Ein Volvo P 1800 ES („Schneewittchensarg“) ist vom Auktionshaus Bonhams in den USA für 92.400 US-Dollar (ca. 68.400 Euro) verkauft worden. Das ist, so weit bekannt, der höchste Preis, den jemals ein klassischer Volvo erzielt hat.

Das Auto aus dem Jahr 1973 hatte lediglich 13.000 Meilen (rund 21.000 km) auf dem Tacho und drei Vorbesitzer, von denen einer den Volvo 27 Jahre lang besaß. Der rote Lack ist ebenso noch original wie die schwarze Lederausstattung und das zeitgenössische Zubehör.

Der Wagen erzielte weit mehr als das Doppelte seines Schätzwertes und wurde von einem nicht aus Amerika stammenden Bieter ersteigert.

Ein Kombi wie aus dem Märchen
Volvo 1800 ES Baujahr 1972
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Sie nennen es Facelift: Die Auto-Designer nehmen sich ein leicht angegrautes Modell vor, um es aufzupeppen. In der Hoffnung, dass sich der eine oder andere Käufer doch noch für den Wagen entscheidet. Kurz darauf erscheint ein Nachfolger, und die Sache ist vergessen. Auch bei Volvo hatte man Ende der Sechziger einen entsprechenden Plan gefasst - und war wohl verwundert über die Folgen. Die Auffrischungsaktion schuf einen Klassiker, der seine Basis in den Schatten stellt: den P 1800 ES, auch Schneewittchensarg genannt ...

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Bekannt ist und war Volvo vor allem für trutzige Limousinen. Aber gelegentlich gönnten sich die Schweden auch etwas Sportlichkeit. Ende der Sechziger hieß das entsprechende Auto P 1800 - und war vor allem optisch nicht mehr zeitgemäß: Andeutungen von Heckflossen erinnerten an eine Blechmode, die längst das Zeitliche gesegnet hatte. Vorne sah der Wagen ähnlich überholt aus: Während alle Welt auf rechteckige Scheinwerfer setzte, hatte der P 1800 runde Leuchten samt Chromrand ...

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Das erste Serienmodell des Coupés war 1961 vom Band gerollt. Eine Zeit lang genoss der P 1800 Prominenz, kreuzte doch der spätere James-Bond-Darsteller Roger Moore in seiner Rolle als Privatdetektiv Simon Templar (internationaler Titel: "The Saint") mit dem Wagen über den TV-Schirm - und fuhr das Modell auch einige Jahre lang privat. Doch mit der Zeit verblasste dieser Ruhm, und auch die Form wirkte immer blasser. Man retuschierte hier und da, aber so richtig half das nicht. Die Alternative, ein komplett neues Modell zu präsentieren, schied nach einem Blick in die Firmenkasse aus. Also kam man auf eine andere Idee ...

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40 Jahre Volvo P 1800 ES: Für viele ist der P 1800 ES - auch Schneewittchensarg genannt - der schönste Kombi, der je gebaut wurde. Die Coupé-Version des Modells rollte bereits 1961 vom Band. Doch zehn Jahre später sollte eine schwungvoller Kombi-Version erscheinen  - der P 1800 ES.  Das Besondere daran war vor allem Glas: Große Seitenscheiben unter dem lang gezogenen Dach sorgten für bessere Sicht. Wahrzeichen des ES ist aber die komplett aus Glas gefertigte Heckklappe. Auch bei den Kunden kam der „Schneewittchensarg“ gut an. Trotzdem blieb er eine Episode. Nachdem der Coupé eingestellt war, lief 1973 nur noch der ES vom Band - bis am 27. Juni jenes Jahres auch für ihn Schluss war.

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Besser anfreunden konnten sich die Herren mit dem Beach Car. Diese Studie war optisch nahe an dem, was im August 1971 auf den Markt kam. Wilsgaard hatte dem Coupé neuen Schwung gegeben. Was den P 1800 ES so besonders machte, war vor allem Glas: Große Seitenscheiben unter dem lang gezogenen Dach sorgten für bessere Sicht. Wahrzeichen des ES ist aber die komplett aus Glas gefertigte Heckklappe ...

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War er der erste Lifestyle-Kombi überhaupt? Der Dreitürer präsentierte sich als Sportwagen mit Kombiheck, bei dem die hinteren Sitze nach vorn geklappt werden konnten, wodurch eine ebene Ladefläche entstand - eine für die damalige Zeit sehr ungewöhnliche Lösung.

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Alles in allem wurde die Form derart aufgefrischt, dass der Volvo als echter Blickfang galt. Nicht jeder fand ihn schön, aber jeder guckte hin. Bald hatte der P-1800-Kombi auch einen Spitznamen, der heute wesentlich bekannter ist als die Werksbezeichnung: Ein fantasievoller Geist fühlte sich von dem rollenden Glashaus an einen Schneewittchensarg erinnert. Dem Image war der Begriff Sarg aber nie abträglich.

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