Porsche, Ferrari & Co EU will Lärmpegel von Sportwagen senken

Die EU-Kommission will den Autolärm dämpfen und knöpft sich vor allem die Hersteller von Sportwagen vor. Die sollen ihre Modelle deutlich leiser machen. Das Verkehrsministerium ist über den Vorstoß verärgert.
  • Silke Wettach
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  • WirtschaftsWoche
So unbeschwert lässt sich bald der Klang des Sechszylinder-Boxer im Porsche 911 Cabrio nicht mehr genießen. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen des EU-Industriekommissars geht. Quelle: obs

So unbeschwert lässt sich bald der Klang des Sechszylinder-Boxer im Porsche 911 Cabrio nicht mehr genießen. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen des EU-Industriekommissars geht.

(Foto: obs)

BrüsselRöhrende Sportwagen sind bald passé, zumindest wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht. Unter Führung von Industriekommissar Antonio Tajani hat die Behörde einen Vorschlag für eine Verordnung vorgelegt, mit der sie den Fahrzeuglärm um ein Viertel senken will. Binnen sieben Jahren sollen Pkws höchstens noch 68 Dezibel erzeugen, bisher sind maximal 74 Dezibel erlaubt.

Für Sportwagen plant die EU eine Sonderregel: Für Karossen mit einem Leistungs-Masse-Verhältnis von über 150 Kilowatt je Tonne wie beispielsweise den Porsche Carrera 911 sind bis zu 69 Dezibel zulässig. Laut Verband der deutschen Automobilindustrie würde dieses etwas höhere Limit für fünf Prozent der in Europa angebotenen Sportwagenmodelle gelten.

Am kommenden Donnerstag verhandeln die EU-Länder in Brüssel erstmals über die Pläne. Besonders starker Widerstand wird aus Deutschland kommen, wo sich Daimler, BMW und Porsche an den Grenzwerten stören. Das Bundesverkehrsministerium ist verärgert über den Vorstoß der EU-Kommission, weil die Bundesregierung im Sommer einen eigenen Vorschlag zum Thema Lärmbekämpfung bei der UN/ECE eingebracht hat, einem UN-Gremium, das weltweit Automobilstandards setzt.

Nicht nur der Porsche, auch der neue M5 von BMW wäre nach der neuen Regelung zu laut. Bisher sind bis zu 74 Dezibel erlaubt. Quelle: Reuters

Nicht nur der Porsche, auch der neue M5 von BMW wäre nach der neuen Regelung zu laut. Bisher sind bis zu 74 Dezibel erlaubt.

(Foto: Reuters)

Der deutsche Vorschlag sieht drei abgestufte Vorgaben vor: 68 Dezibel für Kleinwagen mit einem Leistungsgewicht bis zu 120 Kilowatt pro Tonne, 70 Dezibel für Wagen bis zu 160 Kilowatt je Tonne und 73 Dezibel für weitere Autos über 160 Kilowatt je Tonne wie den Porsche Carrera 911. Die Werte sollen binnen zehn Jahren erreicht werden.

Die Bundesregierung erhielt dafür auf internationaler Ebene ein positives Echo. Länder wie Japan, Südkorea und die USA hätten Zustimmung signalisiert, berichten Diplomaten. „Es ergibt wenig Sinn, nun auf europäischer Ebene mit einem neuen Vorschlag anzukommen“, heißt es im Bundesverkehrsministerium.

In dem neuen Vorschlag macht die EU-Kommission auch Auflagen für Busse und Lastwagen, nicht aber für Motorräder. Der Verkehrsclub Deutschland moniert zudem, dass die geplante Lärmreduzierung für Lkws geringer sei als für Pkws, obwohl Lkws derzeit rund die Hälfte des Verkehrslärms verursachten.

Elektro- und Hybridautos sollen dagegen lauter werden, meint die EU-Kommission. Sie plädiert für akustische Systeme, damit Fußgänger die Wagen hören. Ob Hersteller ihre Autos so ausstatten, soll ihnen aber selbst überlassen bleiben. Daimler etwa will Elektroautos lautlos rollen lassen.

Autos wie der Audi R8 GT sind deutlich lauter als die von der EU-Kommission geplanten 68 (bei über 150 Kilowatt pro Tonne auch 69) Dezibel. Quelle: dpa

Autos wie der Audi R8 GT sind deutlich lauter als die von der EU-Kommission geplanten 68 (bei über 150 Kilowatt pro Tonne auch 69) Dezibel.

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22 Kommentare zu "Porsche, Ferrari & Co: EU will Lärmpegel von Sportwagen senken"

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  • Mal ehrlich, jeder dieser "Bessermenschen" die hier ernsthaft für diesen spaßbremsenden Quatsch sind, hat doch noch niemals hinterm Steuer eines Sportwagens gesessen und die Freude am Fahren gespürt.
    Geht, geht und fahrt ruhig eure Dacia Dusters weiter, aber verbietet mir bloß nicht meinen Porsche (LAUT!) zu fahren.
    Zahlreiche Gründe von denen die Mehrzahl hier keine Ahnung hat sprechen dagegen.
    Tradition.
    Emotion.
    Wirtschaft.
    All das und noch viel mehr spricht gegen diesen Mist. Es ist schlichtweg auf deutsch gesagt zum erbrechen, wie sich eine kleine Fraktion Ökofritzen aus purem Neid an den Sportwagenbesitzern rächen will.
    Sicherlich ist es das eine es zu leugnen,
    Zitat: "Ich würde mich schämen mit so einem exhibitionistischem Auto zu fahren." Zitat Ende.
    Ach ja? Ich nicht, ich würde mich eher schämen einen Toyota Prius zu fahren, aber beraube ich ihm deshalb seiner Daseinsberechtigung? NEIN!
    Nebenbei gesagt ist es auch schlichtweg Schwachsinn da die Summe aller Sportwagen einen so kleinen Teil ausmacht, dass dieser einfach zu vernachlässigen ist.
    Was gewinnt man damit? Nichts! Verkehrslärm wird immer Bestand haben. Demnächst regen sich Leute auf, wenn Nachts jemand hupt, aus was für berechtigten Gründen auch immer.
    Warum muss man sich in der EU bzw. in Deutschland wegen solch Unwichtigkeiten immer so aufregen?
    Wenn sich hier irgendwer beschwert, dass der Stadtlärm so laut ist, soll er/sie doch ans Ende der Welt ziehen, da ist es nicht so furchtbar unzumutbar laut.
    Fakt ist, ich stelle fest, wer in der Stadt wohnt hat es sich so ausgesucht und der/die hat dann gefälligst auch unter diesen Umständen zu leben und sich schon garnicht darüber zu beklagen oder gar zu versuchen Sachen wie Lärm wegzuverbieten.

  • ... haben sie keine anderen Probleme in der Zeit, wo es der Wirtschaft nicht mehr so gut geht ...!?
    Soll immer alles reguliert und (was Spass macht) verboten werden!?
    Es gab mal eine Zeit, in der die Menschheit nach Freiheit ersuchte - und sie auch bekam. Es war eine harte Zeit, bis die sogenannte Freiheit vorhanden war.
    ... also warum die Freiheit immer mehr beschneiden?

    Die Eisenbahnen, Fabriken, Kinder, Menschen, Tiere etc. verursachen auch Lärm.
    Die Masse des Verkehrs verursacht Lärm - da sind 1-2 Fahrzeuge, die übermässig Lärm verursachen doch eine Kleinigkeit.

    Vielmehr kommt eher der Neid anderer Leute zum Tragen, die sich kein solches Fahrzeug leisten können.
    Ich kann mir ein solches auch nicht leisten, aber wenigstens freue ich mich für die anderen Leute, die ein solches Auto fahren.

    LEBEN UND LEBEN LASSEN!

  • Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Und ein Porsche der mit 50 KM/h im 4. Gang gefahren wird ist immer noch leiser als eine Familienkutsche mit 30 KM/h im 2. Gang.

  • man verzeihe mir meinen Flüchtigkeitsschreibfehler, es sollte heißen: "Gegebenheiten"

  • Liebe Frau Wettach,
    wenn Sie schon als "Frau" einen Artikel über potente, testosterontriefende Sportwagen schreiben, dann informieren Sie sich doch im Vorfeld über die technischen Begebenheiten. Es ist einfach nur peinlich.

    Es gibt keinen "Boxster" Motor im Porsche Carrera! Der Motor nennt sich "Boxer-Motor." Der Boxster, den Sie meinen, werte Frau Wettach, gibt es auch. Das ist allerdings ein eigenständiges ModelL!
    Schlimm, dass mir das als erster auffällt.
    Gruß von einem Porsche Fahrer, der mit seinem Klappenausüuff gegen dieses Schwachsinnsverbot ist!

  • Mal wieder typisch - die Reichen fressen der Mitgesellschaft nicht nur die Ressourcen weg sondern qua ihres unseriösen, wenn nicht rechtswidrigen Einflusses über Lobby-Verbände dürfen sie uns nun auch noch weiterhin den letzten Nerv rauben. Der Lärm durch Sportwagen ist der beste Beweis, was mit unserer Demokrarie wirklich los ist. Ich würde mich schämen mit so einem exhibitionistischem Auto zu fahren. Wenn einer nackt durch den Wald joggd regen sich viele auf - hier bei dem Autolärm wäre Aufregung viel angebrachter!

  • ferdi du mußt statt "berlin" "Brüssel" schreiben

  • das ist schön -nach den glühbirnen und e10 ein wichtiges und unbedingt europäisch zu lösendes problem.
    allerdings wundert mich, auf welche art die harley davidsons ihre zulassung in deutsyhchland erhalten. aber viellleicht ist das ja auch ein fall für die E G.

  • Oh man - so ein quatsch. Wenn ich schön diese Ego-argumente lese. Sowas kann ja nur von einem kommen der es finanziell nicht gehoben bekommt sich solche tollen Autos zu kaufen.
    Warum bestehen die Deutschen Straßen nicht zu größtem Teil aus Flüsterasphalt. Die Holländer machen es vor, und es klappt wunderbar. Da sollte die EU Ansätzen. Und das schafft nebenbei mehr Jobs.

  • Gute Idee - und diese knatternden Zweiräder, deren Lärm schon fast an Körperverletzung grenzt, gleich mit dazu.

    Aber da sieht man mal wieder, wie die Arbeit einer Lobby funktioniert. Motorräder sind ausgenommen, Laster werden bevorzugt und die wirklich teuren Sportwagen erhalten Sonderregelungen.
    Hier wird in Deutschland mal wieder das ganz große Rad gedreht. Tolle Wurst.

    Hoffentlich setzt sich dieses Mal die EU-Regelung durch, auch wenn ich sonst nichts von diesem Bürokratenverein halte...

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