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Präsentation des ID.3 Dieser VW soll Tesla herausfordern – Vorverkauf gestartet

Volkswagen nimmt ab sofort Bestellungen für den vollelektrischen ID.3 entgegen. Wer zu den ersten Kunden gehören will, muss 1.000 Euro anzahlen.
Update: 08.05.2019 - 17:34 Uhr 2 Kommentare
VW: Der Volkswagen ID.3 soll Tesla herausfordern Quelle: AFP
Noch getarnt

Offiziell soll der VW ID.3 erst auf der IAA in Frankfurt seine Premiere feiern.

(Foto: AFP)

BerlinDas gefragte Objekt ist noch nicht vollständig zu erkennen. Volkswagen hat das erste Auto seiner neuen ID-Elektrobaureihe in einer Glaskiste geparkt. Der Wagen ist mit einer blau-roten Tarnfolie überklebt worden, die genauen Konturen sind deshalb nur schemenhaft zu sehen. Lediglich die beleuchteten Scheinwerfer geben dem Auto so etwas wie ein Gesicht.

In seiner Gänze soll das neue Auto, das bislang nur mit dem internen Arbeitsnamen ID Neo bekannt war, erst im September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt präsentiert werden. Trotzdem hat der VW-Konzern an diesem Mittwoch in Berlin damit begonnen, die Werbetrommel für die neue Generation seiner Elektrofahrzeuge zu rühren. Dafür reichen dann auch die schemenhaften Konturen des neuen Fahrzeugs hinter der Tarnfolie.

Mit der neuen Generation von Elektroautos versucht sich der VW-Konzern zeitgleich an neuen Verkaufsideen, die in Wolfsburg bislang unüblich waren. Am Mittwoch hat das „Pre-Booking“ für das E-Auto begonnen: Gegen eine Anzahlung von 1.000 Euro wird den Kunden garantiert, dass sie im Sommer nächsten Jahres zu den Ersten gehören werden, die das neue Auto bekommen. Für diese erste Edition des ID-Modells will Volkswagen insgesamt 30.000 Stück produzieren.

„Außen hat das Auto das Format eines Golfs, im Inneren gibt es so viel Platz wie im Passat“, versprach VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann am Mittwoch zum Start des „Pre-Bookings“ in Berlin. Ganz der Verkäufer, pries Stackmann die Vorzüge der neuen Generation von Elektrofahrzeugen an.

Weil der Elektroantrieb deutlich weniger Platz beanspruche als ein herkömmlicher Benzin- oder Dieselmotor, gebe es deutlich mehr Raum für die Insassen. „Das ist alles sehr beeindruckend“, ergänzte der Vertriebsvorstand, „auch die Spracherkennung im Auto werden die Kunden lieben.“

Zum Start der Vorbestellungsphase hat Volkswagen erstmals einige Details des neuen Elektroautos kundgetan. Die interne Bezeichnung ID Neo ist Geschichte. Stattdessen lautet das Modell auf den Namen ID.3. Dahinter steckt eine Systematik, die künftig für alle neuen Elektroautos aus dem Hause Volkswagen gelten soll. ID wird die Basisbezeichnung für alle Modelle, je nach Modellreihe und Größe folgt dahinter zusätzlich eine Zahl. Vorbilder sind die Typenbezeichnungen anderer Hersteller wie etwa beim Audi A4 oder dem BMW X5.

Das Kürzel „ID“ steht für „innovatives Design“. Volkswagen will damit vermitteln, dass die Elektroautos mit ihrem neuen Antrieb für einen Umbruch im Konzern stehen. Die ID-Modelle könnten einmal so wichtig werden wie der Käfer oder der Golf, lautet der Wolfsburger Anspruch in Sachen Elektromobilität.

Der ID.3 wird zum elektrischen Gegenstück des Golfs, der so etwas wie das Herz der aktuellen Fahrzeuggeneration von Volkswagen ist. Aus der Zahl 3 wird ersichtlich, dass der VW-Konzern darunter noch zwei weitere, kleinere Modelle plant – etwa im Format des heutigen Polo als E-Variante.

Nach oben setzt sich der Konzern erst einmal keine Grenzen. Das elektrische Gegenstück zum aktuellen Passat könnte also ein ID.4 oder ein ID.5 werden. Bei den immer wichtiger werdenden Stadtgeländewagen (SUVs) wird es wahrscheinlich noch einen weiteren Zusatz geben, nämlich ein großes X.

Details zu Preisen bekanntgegeben

Am Mittwoch hat Volkswagen in Berlin auch erstmals mehr Details zu den Preisen der neuen Autos genannt. Die erste Generation des ID.3, die jetzt vorbestellt werden kann, soll für weniger als 40.000 Euro verkauft werden. Kunden können zwischen einigen Ausstattungsdetails wählen, die das Auto teurer oder billiger machen.

Ein ganz entscheidendes Merkmal ist allerdings die Größe der Batterie. Volkswagen verkauft die „First Edition“ mit einer Batterie mit 58 Kilowattstunden (kWh) an Energie, die eine Reichweite von etwa 420 Kilometern verspricht. Volkswagen hat noch eine kleinere und billigere Batterie im Angebot (45 kWh, 330 Kilometer Reichweite). Damit fällt der Preis des Autos unter 30.000 Euro und bewegt sich preislich auf einen Golf Diesel zu. Diese Variante ist allerdings erst im nächsten Jahr bestellbar und nicht während der „Pre-Booking“-Phase. Dasselbe gilt für eine größere Batterie mit 77 kWh und 550 Kilometer Reichweite.

Für die „First Edition“ gibt es zudem noch eine Besonderheit: Käufer des ID.3 bekommen den nötigen Ladestrom im ersten Jahr gratis dazu – allerdings begrenzt auf maximal 2.000 kWh. Das dürfte ungefähr einer späteren Fahrleistung von 12.000 bis 13.000 Kilometern entsprechen.

Potenziellen Käufern hilft allerdings auch noch der Staat. In Deutschland kommen 4.000 Euro Elektroprämie dazu, entsprechend günstiger wird das Fahrzeug. Außerdem lockt eine weitere staatliche Förderung: Wer bis zum Ende kommenden Jahres ein rein batteriegetriebenes Fahrzeug kauft, der muss auch zehn Jahre lang keine Kraftfahrzeugsteuer zahlen.

Unabhängig von der staatlichen Förderung wird es für Volkswagen schwierig, in der Anfangszeit des ID-Zeitalters Geld mit den neuen Autos zu verdienen. Das gilt ganz besonders für die ersten zwei Jahre des Produktionsanlaufs. Ende 2019 will Volkswagen im Werk Zwickau mit der Fertigung des ID.3 beginnen. Im ersten vollen Jahr sollen 100.000 Autos von den Bändern laufen.

„Der ID muss profitabel werden“, sagte Vertriebsvorstand Stackmann. Das gelte auf jeden Fall für die gesamte ID-Modellfamilie und den Lebenszyklus der neuen Autos, also für sechs bis sieben Jahre. In der Anlaufzeit des Elektrozeitalters bei Volkswagen werde sich das Management anstrengen, die Autos profitabel zu machen.

Kunden werden sich auf jeden Fall gedulden müssen – auch wenn sie das Auto schon jetzt in der ersten Runde ordern wollen. Eine rechtlich bindende Bestellung über einen Händler wird erst im Frühjahr 2020 möglich sein. Die ersten Auslieferungen der Autos sind für den Sommer nächsten Jahres geplant.

Mit dieser langen Vorlaufzeit sichert sich Volkswagen ab, auch alle technischen Probleme des ID in den Griff zu kriegen. Das Auto bekommt eine völlig neue digitale Technik. Softwareupdates, die heute schon bei jedem Smartphone völlig normal sind, werden künftig auch bei den Wolfsburger Elektroautos zum Standard gehören.

Trotz aller Risiken stößt der Elektrokurs von Volkswagen in Börsen- und Investorenkreisen auf Zustimmung. „Mit dem ,Pre-Booking‘ bekennt sich Volkswagen zu seiner elektrischen Zukunft“, sagte Arndt Ellinghorst vom Investmenthaus Evercore ISI. Der VW-Konzern besitze die große Chance, mit der neuen ID-Familie die Standards für den Elektroantrieb zu setzen.

Bei den Kunden scheint das neue „Pre-Booking“-Konzept jedenfalls anzukommen. Am Mittwoch seien bereits einige Tausend Vorbestellungen hereingekommen, verlautete aus Unternehmenskreisen. Besonders groß ist das Interesse demnach in Deutschland, den Niederlanden und Norwegen, wo bereits extrem viele Elektroautos verkauft werden.

Geht es in diesem Tempo weiter, dürfte die „First Edition“ mit 30.000 Autos schon recht bald verkauft sein. Lange vor der offiziellen Präsentation des Fahrzeugs auf der IAA in Frankfurt.

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2 Kommentare zu "Präsentation des ID.3: Dieser VW soll Tesla herausfordern – Vorverkauf gestartet"

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  • Mein Rat: "Lasst Euch nicht wieder erwischen"

  • Hoffentlich stimmen die Angaben und man zahlt die Anzahlung nicht für Unwahrheiten
    wie bei den Vorgängermodellen. 420 km im Prüfstand und bei Normtemperatur sind
    sicher nicht mehr wie 250 km real :-) . Aber VW kann ja dann die Mitarbeiter verantwortlich machen.