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Rabattdiskussion VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an

Der Autobauer schließt sich einem offenen Brief eines Händlers an. Darin wirft Burkhard Weller dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vor, Unwahrheiten über Rabatte zu verbreiten. Der nennt die Anschuldigungen „skurril“.
Update: 02.11.2012 - 10:58 Uhr 33 Kommentare

Gefährliche Auto-Rabattschlacht

Düsseldorf Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht sich massiver Kritik ausgesetzt. Professor Dudenhöffer, der mit seinem Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen u.a. regelmäßig die Rabattaktionen der Autohersteller und -händler untersucht, wird in einem offenen Brief von Autohändler Burkhard Weller angegriffen. Dudenhöffers „Rabattschleuderei“ nehme ein Ausmaß an, „welches die Branche massiv schädigt, weil Sie Unwahrheiten verbreiten“, schreibt Weller, der mehrere Toyota-Autohäuser besitzt. Unterstützung erhält er dabei von VW.

Weller kritisiert eine Äußerung Dudenhöffers, wonach der neue Golf VII vom Wolfsburger Konzern mit einem Rabatt auf den Listenpreis von 28 Prozent angeboten wurde. Der Durchschnittsrabatt betrage 17 Prozent, schreibt dagegen Weller. Selbst mit einem sogenannten Fahranfängerrabatt und weiteren Prämien kämen die 28 Prozent nie zustande, so der Händler.

Weller spricht von „Rabattauswüchsen“, von denen der Verbraucher massiv getäuscht werde. Im schlimmsten Falle würden Kunden den Kauf eines Neuwagens verschieben, weil sie zu hohe Rabatterwartungen hätten, schreibt er weiter. Und wirft Dudenhöffer eine Zerstörung der Wertschöpfung im Automobilgeschäft „durch Fehlinformation der Verbraucher“ vor.

Unterstützung erhält der Händler aus Wolfsburg. „Volkswagen begrüßt ausdrücklich den aktuellen offenen Brief von Herrn Burkhard Weller und schließt sich der Kritik voll und ganz an“, heißt es in einer Mitteilung. VW werde die Untersuchungsergebnisse Dudenhöffers „weiterhin sehr genau beobachten und hinterfragen“.

Der Automobilexperte seinerseits schießt zurück und bezeichnet das Schreiben Wellers und die Stellungnahme von VW als „skurril“. Wellers Behauptungen seien nachweisbar falsch. Er sei überrascht, dass sich VW zu diesen falschen Behauptungen bekenne, schreibt Dudenhöffer in einer Stellungnahme.

Der Golf VII von VW sei sehr wohl mit bis zu 27,5 Prozent Rabatt angeboten worden – von einigen Internetvermittlern. Bis zum 26. September habe es eine Aktion für Führerscheinneulinge von VW gegeben. Damit habe sich der Preisnachlass für das Modell, das erst am 10. November in den Handel kommt, auf insgesamt 27,5 Prozent erhöht. Ein entsprechender Hinweis sei noch heute auf Websites von Internetvermittlern zu finden.

Fiat-Chef blies ins gleiche Horn
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33 Kommentare zu "Rabattdiskussion: VW geht „Autopapst“ Dudenhöffer an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Jemand, der günstig einkaufen will, ist doch nicht krank.
    Dann müßten sich ja alle Einkäufer in den Unternehmen in ärztliche Behandlung begeben.
    Die offiziellen VK-Preise sind natürlich Mondpreise.
    Wie günstig ein Auto sein kann, sieht man an den amerikanischen Preisen.
    Wie sagte doch der Millionär Niki Lauda: "Ich habe nichts zu verschenken!"

  • wie krank wir alle sind, weil wir immer wieder alles billiger haben wollen. wo das hinfüührt, sehen wir aktuell. gratulation zu 35% rabatt auf den vw verschnitt. denken sie mal später dran, wenn es um ihre rente geht, die dann aber keiner mehr bezahlen kann. hoffentlich kassiert ihr örtlicher händler für den spanischen tschechen für jedes schräubchen, das im leben des skoda verloren gehen wird. geiz ist nicht geil, geiz ist krankhaft.

  • Die Aussagen Dudenhöfers konnte ich Ende August 2012, als ein Neuwagenkäufer, vollkommen verifizieren: Die Marken in Bedrängnis wie Opel, Fiat, PSA etc. sind vielfach mit 40% Nachlass auf den Listenpreis incl. Überführung zu haben. Natürlich nur beim billigsten Anbieter. Für VW war 20% bei fast allen Modellen möglich. Letztlich entschloss ich mich für einen Skoda Yeti green line mit 103 kW Diesel und zahlte statt 29.700 € nur 19.200 €, Erstzulassung! Fahrkarte zur Abholung eingeschlossen. Das Fahrzeug war für Spanien gebaut, incl. Stempel in den Serviceunterlagen. Es wurde aber von einem deutschen Händler erworben, dann an einen tschechischen und nochmals an einen deutschen weiterverkauft. Lt. Auskunft des örtlichen VW-Händlers ist das Fahrzeug vollkommen ok.
    Der noch im Sommer sehr gefragte Yeti wurde also mit 35% Nachlass neu verkauft. Das sieht nicht nach einer Notaktion aus. Den Ärger des Fiat-Chefs kann ich nachvollziehen, doch dessen Aussage dürfte VW sehr bestätigt haben.

  • Die europäische Autokrise, ausgelöst durch die Krisenländer der Südschiene hat seit Anfang des Jahres auch Frankreich erfasst, weil dort die Förderprogramme ausliefen. Schon im Februar hatte Frankreich ein minus von 12 % in der Zulassung. Die Marken Opel, Renault, Fiat, Peugeot und Citroen sowie Ford haben einen Absatzschwerpunkt in Südeuropa, der aufgrund der Krise diese Marken härter getroffen hat als die Premiumhersteller und Volkswagen, die ihren Absatzschwerpunkt in Nordeuropa haben. Die stark betroffenen Marken haben natürlich versucht auf noch funktionierenden Märkten die Verluste in Südeuropa durch Rabattangebote auszugleichen, was eine Rabattschlacht in Gang gesetzt hat. Das CAR Institut von Herr Dudenhöfer hat er sicherlich nicht begründet. um Lieschen Müller die Rabattschlacht zu erklären, sondern um Aufträge aus der Wirtschaft zu generieren. Er hat sich mit seiner Profilneurose bei der angloamerikanischen Wirtschaftspresse, die ihre Zahlen meistens von IHS Institut bezieht, schon immer mit negativen Meldungen hervorgetan, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Blätter wie Handelsblatt beziehen sich dann auf Meldungen von Reuters und Bloomberg und schon sind solche Nachrichten im deutschen Blätterwald. Dass dann ein Händler, der 15 % geben kann sauer ist, wenn sich die Kunden umdrehen weil Sie nicht 30 % bekommen ist klar. Und dass alles nur, weil Herr Dudenhöffer sich profilieren muss um die internationale Industrie auf sich aufmerksam zu machen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Die Tragik wird kommplettiert durch den Video-Kommentar die HB-Chefredakteurs: Dudenhöffer hat recht (und wenn schon) und die Probleme der Autoindustrie sind hausgemacht: Nichts leichter als ein Werk zu schließen. Wie leicht das ist erfährt man ja jetzt gerade (Genk und Bochum).Und Autos sind auch nicht zu teuer, denn dann wäre die wirtschaftliche Lage der Hersteller besser.

    Wie sagt man so schön: In die Zeitung von heute wird morgen der Fisch gewickelt.

  • Volkswagen Golf - wieviel wollen die dafür haben?
    Was hab ich von beheizten Sitzen (außer Krampfadern und Nichtschwimmern?), beheizte Außenspiegel (gaanz wichtig), Klimaanlage, Bordcomputer, etc..
    Mit der Autoindustrie ist es wie mit den Banken - man rafft zusammen was man kriegen kann. Absatzkrise in 09? Sch.. egal es wird weiter am Markt vorbei gebaut. Der Deutsche muss dann halt sein Auto über 36 Monate finanzieren und solange sich die Kasper in Berlin mit der Steuer-Subventionierung von Dienstwagen für dumm verkaufen lassen.... als weiter so. Abwrackprämie 2.0 wird es diesmal nicht geben. Also liebe Autobanker fangt mal an kleine Brötchen zu backen. Der deutsche Michel hat Angst um seine Zukunft und nicht mehr davor, dass sein Nachbar ein größeres Auto fährt !

  • Wäre ja durchaus wünschenswert, wenn die Krise jetzt brutal auf die deutsche Automobilindustrie durchschlagen würde. Die war in Deutschland bisher immer ein Beschleuniger und Motivator für die Politik.
    Wie wird das Ergebnis aussehen?: Flankenschutz für die Industrie mittels Lohnerhöhung und Inflation.

    Wunderbar. Problem auf 2 Jahre verschoben. Das Heer der Arbeitslosen und der Scheinarbeitenden kommt jetzt schon nicht mehr an die Kosten für Strom, etc. ran. Die Kommunen sind blank. Da muss wohl Berlin ran. Ich bin gespannt. Es wird böse knirschen. Mal schauen was man sich einfallen lässt um die Massen auszuschalten.

  • Das Problem sind doch die völlig utopischen Listenpreise. Autos sollten fair wie Ware im Supermarkt ausgezeichnet sein.

    Dank Internet fallen aber immer weniger Käufer auf die Mondpreise ihres lokalen Händlers rein - und das ist auch gut so

  • Da kann ich nur jedes Wort bestätigen ;)

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