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Reisemobile Wie sich der Caravan als Luxus-Eigenheim im Lkw-Format durchsetzt

Teure Luxus-Reisemobile sind ein echter Publikumsmagnet auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon – auch wenn die wenigsten sie sich leisten können. 
  • Michael Lennartz
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  • Spotpress
Caravan Salon 2019: Luxusliner, Landyachten, Expeditionsmodelle - Wohnträume im Lkw-Format Quelle: Morelo
Caravan auf einer Landstraße unterwegs

Der Einstieg in die First-Class-Reisemobile beginnt bei etwa 150.000 Euro.

Düsseldorf Wahrscheinlich werden auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon nirgendwo mehr Selfies geschossen als in Halle 5. Dort stehen die Giganten unter den rollenden Eigenheimen.

Jene Luxus-Brummer, die mit der Bezeichnung Wohnmobil völlig unzureichend beschrieben sind und vor denen selbst gestandene Mannsbilder wie Zwerge aussehen, wenn sie sich vor riesengroßen Kühlern für ein Portraitfoto in Positur werfen.

So wie die Ferraris, Lamborghinis und Bugattis dieser Welt von den Auto-Fans umschwärmt werden, so ergötzen sich die Reisemobilisten an den luxuriösen Wohnträumen im Lkw-Format, die nicht selten einen noblen Sportwagen als Beiwerk in der Garage mit an Bord haben.

Morelo, die zur Knaus-Tabbert-Gruppe gehörende Luxusmarke, freut sich über Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich Quelle: Morelo
Morelo Empire Liner

Die zur Knaus-Tabbert-Gruppe gehörende Luxusmarke freut sich über Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich.

Und auch wenn der Durchschnittspreis von rund 74.000 Euro, den ein deutscher Käufer für den Neuerwerb eines Wohnmobils hinblättert, schon beeindruckend hoch erscheint: Für diese Motorhome-Riesen dürften die Bankkonten der allermeisten Salon-Besucher nicht adäquat gefüllt sein. Geht es hier doch schnell auch um siebenstellige Summen.

Andererseits mangelt es den Herstellern keineswegs an Kundschaft. Morelo, die zur Knaus-Tabbert-Gruppe gehörende Luxusmarke, freut sich über Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich, ist nach eigenen Angaben mittlerweile die Nummer eins im Segment und trägt mit einem dreistelligen Millionenbetrag nicht unwesentlich zum Rekordumsatz des Konzerns von zuletzt 800 Millionen Euro bei.

„Im vergangenen Jahr lag der Durchschnittspreis unserer verkauften Reisemobile bei 321.000 Euro“, erklärt Morelo-Geschäftsführer Reinhard Löhner nicht ohne Stolz. „In diesem Jahr wird er noch höher sein.“ Offensichtlich kennt der Preis noch oben hin keine Grenzen.

Als Empire Liner 118 GSO bildet der zwölf Meter lange und 3,76 Meter hohe 15-Tonner die absolute Spitze der Morelo-Modellpalette Quelle: Morelo
Morelo Empire Liner 118 GSO

Der zwölf Meter lange und 3,76 Meter hohe 15-Tonner bildet die absolute Spitze der Morelo-Modellpalette.

Zwar beginnt bei Morelo der Einstieg in die First-Class-Reisemobile schon mit dem Modell Home (5,8 Tonnen Gesamtgewicht, 7,45 Meter Länge) ab relativ bescheidenen 154.000 Euro.

Dass diese Modellreihe ebenso wie die darüber angesiedelten Loft-Fahrzeuge sich zum Caravan-Salon an das Design des Empires angelehnt präsentieren, weist schon auf die Bedeutung des vor drei Jahren eingeführten Topmodells hin. Als Empire Liner 118 GSO bildet der zwölf Meter lange und 3,76 Meter hohe 15-Tonner die absolute Spitze der Morelo-Modellpalette.

Auf Basis des Lkws Mercedes Atego mit einem 7,7-Liter-Sechszylinder-Diesel und 220 kW/299 PS bietet der Luxusliner schon zu einem Grundpreis von 475.900 Euro ein luxuriöses Ambiente mit einem seitlichen Slide-out für eine üppigen Sofa-Landschaft und einer Heckgarage, in der auch ein Porsche 911er Platz findet.

Mit Annehmlichkeiten wie Geschirrspüler, Satellitenanlage, Bar, Safe und Generator oder auch die Option auf einen großen 560-Liter-Frischwassertank ist auch die 600.000-Euro-Marke nicht mehr weit. In puncto Aufpreisliste stellt der Vario Perfect 1200 Platinum aber noch einmal ein ganz anderes Kaliber dar.

Er ist zwar ebenso zwölf Meter lang, fährt aber mit einem Mercedes-Actros-Unterbau und einem 335 kW/455 PS starken 10,7-Liter-Sechszylinder vor. Einmal Volltanken bedeutet bei einem 390 Liter fassenden Dieseltank eine Rechnung von 500 Euro. Der Grundpreis liegt bei 864.590 Euro.

Die Firma Volkner Mobil stellt auf dem Caravan-Salon den Performance S für 1,5 Millionen Euro vor Quelle: Volkner Mobil
Volkner Performance S

Die Firma stellt das Modell auf dem Caravan-Salon für 1,5 Millionen Euro vor.

Und was kostet das Ausstellungsfahrzeug in Düsseldorf mit gleich drei ausfahrbaren Erkern zur Raumgewinnung, Vollausstattung vom Feinsteinzeug-Bodenbelag für Küche und Bad über Induktionsherd, Dampfgarer und maßangefertigte Glas-Vitrine bis hin zu Generator und Klimanlage? 1,392 Millionen Euro. Das sind 465.000 Euro Aufpreis! Und zwar ohne den AMG-Mercedes-Roadster für die Garage.

Das Ende der Fahnenstange ist damit noch lange nicht erreicht. Die Firma Volkner Mobil stellt auf dem Caravan-Salon den Performance S für 1,5 Millionen Euro vor. Hier reden wir nicht mehr nur von Slide-outs, das Familienunternehmen aus Wuppertal toppt alle bisherigen Erker-Anbauten mit einem Wall-out. Auf zehn Metern in der Länge fährt das Seitenteil auf der Fahrerseite bis zu drei Meter weit aus und generiert so einen äußerst großzügigen Wohnraum.

Es ist dreifach abgedichtet und beheizt. Basis des zwölf Meter langen 18-Tonners ist ein Volvo-Busfahrgestell mit Sechszylindermotor und 339 kW/460 PS. Den Innenraum kann sich der Kunde bei Volkner sowieso individuell gestalten.

Ob Teppanyaki-Kochfeld, versenkbarer 40-Zoll-Flachbildschirm-TV, Marken-Küchengeräte wie zu Hause, wenn’s sein muss sogar eine Waschmaschine, und natürlich ein Luxus-Bad mit Regenschauer-Dusche und Sternenhimmel sowie eine „E-Breeze-Toilette mit Wasserspülung, Popomat und beheizter Sitzbrille“ (O-Ton Volkner) – alles ist möglich.

Und fürs sportliche Cabrio natürlich auch die Pkw-Garage die bei den Wuppertalern als Mittelgarage zwischen den Achsen mit hydraulischem Ladeplateau ausgelegt ist.

Ebenfalls im hochpreisigen Segment zu Hause sind Expeditionsmodelle wie der Allrad-Truck Global XRS 7400 von Action Mobil Quelle: Michael Lennartz/SP-X
Allrad-Truck Global XRS 7400

Die Expeditionsmodelle von Action Mobil sind ebenfalls im hochpreisigen Segment zu Hause.

Ebenfalls im hochpreisigen Segment zu Hause sind Expeditionsmodelle wie der Allrad-Truck Global XRS 7400 von Action Mobil auf dem dreiachsigen MAN TGS mit sechs angetriebenen Rädern, Differenzialsperren an allen Achsen und 540 kW/630 PS starkem 12,4-Liter-Motor. Der 10 Meter lange Koloss, der zwei 400-Liter-Dieseltanks an Bord hat, kraxelt durch jedes Gelände.

Entsprechend solide ist der Innenausbau mit Massivholztisch und Möbeln aus Wildeiche, aber auch mit allem Komfort wie Fußbodenheizung, Dampfgarer, Wäschetrockner, Apple-TV und 32-Zoll-TV. Rund 900.000 Euro kostet das österreichische Expeditionsfahrzeug mit einem Reservoir von 800 Litern Frischwasser.

Von einer Landyacht mit Beiboot spricht Concorde, der direkte Gegenspieler von Morelo, wenn es um das Spitzenmodell Centurion auf Basis des Mercedes Actros geht Quelle: Concorde
Concorde Centurion

Von einer Landyacht mit Beiboot spricht Concorde, wenn es um das Spitzenmodell auf Basis des Mercedes Actros geht.

Von einer Landyacht mit Beiboot spricht Concorde, der direkte Gegenspieler von Morelo, wenn es um das Spitzenmodell Centurion auf Basis des Mercedes Actros (350 kW/476 PS, bis zu 26 Tonnen Maximalgewicht) geht. Denn der 12-Meter-Riese kann immerhin einen Kleinwagen mit an Bord nehmen.

Wie der Grundtarif von 531.000 Euro (größte Ausführung Centurion 1205 GST ab 668.000 Euro) einzuordnen ist, vermag man in der nach oben offenen Preisgestaltung halbwegs erahnen.

Immerhin gibt es zu den mit luftgefederten Achsen und Omnibus-Komfort fahrenden Actros-Modellen neuerdings noch die Alternativen auf Basis des Mercedes Atego (bis 15 Tonnen) ab 430.000 Euro und vor allem die Grundrisse Centurion 890 LI und 910 MI, die auf dem Iveco Daily aufbauen.

Mit dem erstmaligen Einsatz des Iveco-Fahrgestells schrumpft der Luxusliner auf 8,77 Meter und ist mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen auch ohne Lkw-Führerschein zu fahren.

Alle Halter des alten Führerscheins Klasse 3 oder des neuen Führerscheins C1 dürfen somit den 154 kW/210 PS starken Centurion mit der markanten Frontpartie pilotieren. Außerdem sinkt mit neuem Chassis der Basispreis immerhin auf 330.000 Euro, womit wir ja fast schon wieder zur Bodenständigkeit zurückgekehrt wären.

Mehr: Von der Stellplatzsuche über Navigations- und Umweltzonen-Infos bis zu Übersetzungshilfen: Fünf nützliche Smartphone-Apps für Reisemobilisten und Caravaner.

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