Rheinbrücke bei Leverkusen Der mühsame Kampf der Brückenretter

Wenn ältere Brücken bröckeln, heißt das für Autofahrer: Tempo runter, Staus, Umwege. Nun muss mit der Rheinbrücke bei Leverkusen wieder eine Konstruktion komplett gesperrt werden. Wie kann es zu solchen Ausfällen kommen?
Das Bauwerk zählt zu den Problembrücken der Republik. Für Lastwagen ab 3,5 Tonnen ist die gut 50 Jahre alte Rheinbrücke bereits seit 2014 tabu. Quelle: dpa
Rheinbrücke bei Leverkusen

Das Bauwerk zählt zu den Problembrücken der Republik. Für Lastwagen ab 3,5 Tonnen ist die gut 50 Jahre alte Rheinbrücke bereits seit 2014 tabu.

(Foto: dpa)

BerlinEs ist ein ständiger Kampf gegen Risse, strapazierte Fahrbahndecken und marode Pfeiler. Um altersschwache Straßenbrücken am Leben zu halten, greifen Experten schon an vielen neuralgischen Punkten zu Not-Operationen. Doch manchmal hilft nur noch eins: Vollsperrung.

So kommt es jetzt für dreieinhalb Tage bis Montagfrüh an der Rheinquerung der Autobahn 1 bei Leverkusen – einer der berühmt-berüchtigten Problembrücken der Republik. Die wichtigsten Fragen zum Sanierungsprojekt.

Warum ist die Lage an der Leverkusener Brücke so akut?

Die größten Sorgen bereitet den Ingenieuren ein 40 Zentimeter langer Riss, der kürzlich an einer Seilverankerung entdeckt wurde. Um den Schaden zu beheben und möglichst viele andere gleich noch mit, sollen acht Teams mit Schweißgeräten zu Rund-um-die-Uhr-Einsätzen anrücken.

Wo Lebenszeit im Stau verrinnt
Platz 10: Das Ruhrgebiet
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Inrix, Anbieter von Auto- und Verkehrsanalytik, hat untersucht, wo Deutsche und Europäer 2015 am meisten im Stau standen. Während sich die Lage mancherorts etwas entspannt nimmt die Zahl der im Stau vergeudeten Stunden in den Metropolregionen deutlich zu.

Eine faustdicke Überraschung gibt es gleich zum Start: Im Ruhrgebiet stehen Fahrer im Durchschnitt jährlich „nur“ 35 Stunden im Stau – satte 6,9 Stunden weniger als 2014. Allerdings liegen im Ruhrgebiet auch immer noch zwei der zehn schlimmsten Straßen Deutschlands: Der Übergang A46/B326 bis Sonnborner Kreuz (jährlich 34,28 Stunden Verlust) und die B224 von Essen/Gladbeck bis Essen-Karnap (26,84 Stunden).

Quelle: Inrix 2015 Traffic Scorecard

Platz 9: Saarbrücken
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In Saarbrücken verschwendeten Autofahrer 2015 rund 35 Stunden im Stau. Immerhin, 0,1 Stunden weniger, als noch 2014. Europaweit verzeichneten 70 Prozent der analysierten Länder 2015 einen Rückgang an Staus. Experten sehen das vor allem als ein Phänomen der schwächelnden Konjunktur in Europa.

Platz 8: Bonn
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Wer in Bonn 2015 mit dem Auto unterwegs war, der verlor 38 Stunden Lebenszeit an die Straße. Das waren immerhin 3,9 Stunden weniger als 2014.

Platz 7: Nürnberg
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In Nürnberg hat die Staudauer etwas zugenommen. 0,2 Stunden mehr verbrachte ein Autofahrer in Franken mit Däumchen drehen hinter dem Steuer, 39 Stunden insgesamt.

Platz 6: Hamburg
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In der Freien und Hansestadt Hamburg waren übers Jahr verteilt 45 Stunden Wartezeit angesagt. Immerhin: 3,1 Stunden weniger als im Vorjahr.

Platz 5: Düsseldorf
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In der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens war 2015 eine Wartezeit von 50 Stunden angesagt. Trotz Unwetter und Bahnstreik 3,2 Stunden weniger als 2014. Laut Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Verkehrsexperte an der Universität Duisburg-Essen, tragen „Verbesserungen an der Infrastruktur der Autobahnen langsam Früchte“. Es sei allerdings so, dass „viele Städte“ mittlerweile „ihre Straßenkapazität kaum erhöhen“ könnten.

Platz 4: München
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Eine dieser Städte die „an ihre natürlichen Grenzen“ stoßen ist München. Viele Pendler und ein florierender Arbeitsmarkt tun ihr übriges: In München stieg die im Stau verlorene Zeit 2015 um 4,5 Stunden an. Insgesamt gingen Autofahrern in der bayrischen Landeshauptstadt im Jahr 53 Stunden verloren.

„Einen guten Zeitpunkt für eine Vollsperrung einer der wichtigsten Verkehrsadern in NRW gibt es nicht“, erläutert Minister Michael Groschek (SPD) mit Blick auf das Reisewochenende in den Sommerferien. Weniger los als sonst sei nun aber immerhin. Und Erschütterungen vor allem durch Laster würden den Schweißnähten nun einmal nicht guttun.

Wie ist der Zustand der Brücken überhaupt?

Die Vollsperrung ist nicht die erste Einschränkung. Für Lastwagen ab 3,5 Tonnen ist die gut 50 Jahre alte Rheinbrücke bereits seit 2014 tabu.

Überhaupt nagt der Zahn der Zeit an vielen der 39.000 Fernstraßen-Brücken. Ein kritischer Fall ist etwa die 44 Jahre alte Rader Hochbrücke der A 7 über den Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein. Dort sollen vier Blitzer dafür sorgen, dass sich Lkw zum Schonen der Konstruktion an Tempo 60 plus Überholverbot halten.

An den Autobahnen gilt mittlerweile für 14 Prozent der Bauwerksflächen: Zustand ungenügend, Erneuerung vordringlich. Bei den Bundesstraßen sind es zehn Prozent, wie aus dem gerade beschlossenen Bundesverkehrswegeplan bis 2030 hervorgeht.

Vor allem Lkw belasten die Konstruktionen
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