Schnellere Hilfe bei Unfällen Kfz-Versicherer starten Notruf-System

Kleiner Stecker, großer Nutzen: Mit einem Notrufsystem zu Nachrüsten bieten die Autoversicherer heute schon an, was in drei Jahren europaweit Pflicht für Neuwagen ist.
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Kernstück des Notruf-Systems ist ein von Bosch entwickelter Stecker für die 12-Volt-Buchse im Auto Quelle: GDV
Für die 12-Volt-Buchse im Auto

Kernstück des Notruf-Systems ist ein von Bosch entwickelter Stecker

Ab 2018 ist das europäische Notrufsystem E-Call in Neuwagen Pflicht. Verschiedene deutsche Versicherer bieten nun bereits ab April ein Unfallmeldesystem zum Nachrüsten an: Über einen Stecker im Zigarettenanzünder erkennt der „Unfallmeldedienst“ eine Kollision und ruft Hilfe über das Handy des Autofahrers. Dadurch sollen Rettungskräfte schneller alarmiert werden und entsprechend früher am Unfallort sein.

Kernstück des Notruf-Systems ist ein von Bosch entwickelter Stecker für die 12-Volt-Buchse im Auto. Beschleunigungssensoren im Stecker erkennen eine Kollision und die Stärke des Aufpralls. Registriert der Stecker einen Unfall, sendet er diese Information an eine App auf dem Smartphone des Autofahrers.

Die App meldet den Crash, die aktuelle Position des Fahrers und die letzte Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale. Gleichzeitig wird eine Sprechverbindung zwischen Disponenten und Autofahrer am Unfallort hergestellt, um Details zur Hilfeleistung klären zu können.

Ist der Fahrer nicht ansprechbar und die übermittelten Daten weisen auf einen schweren Unfall hin, leitet die Notrufzentrale sofort Rettungsmaßnahmen ein. Bei Blechschäden nimmt der Operator den Unfall auf und organisiert Hilfe.

Technisch betrieben wird der Unfallmeldedienst von der Dienstleistungs-GmbH des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Anbieter sind die teilnehmenden Kfz-Versicherer. Versicherte können den Stecker und die App direkt bei ihrer Assekuranz erhalten.

Was uns im Auto ablenkt
Ablenkung im Auto
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1000 Autofahrern hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov in einer repräsentativen Umfrage für die DA Direkt Versicherung befragt, fast die Hälfte (47 Prozent) gab an, schon einmal durch eine Ablenkung in eine brenzlige Verkehrssituation geraten zu sein. Hier die häufigsten Ursachen.

Platz 10: Rauchen
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Der Glimmstängel am Steuer war bei 18 Prozent der Befragten schon einmal ein derart genussvolles Erlebnis, dass sich dadurch die Konzentration auf den Straßenverkehr gefährlich verminderte.

Platz 9: Spiegel richten
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Rückspiegel und Außenspiegel sind unverzichtbar für sicheres Fahren. Wer sich während der Fahrt dem Richten der Spiegel widmet, kann dadurch aber erheblich vom Geschehen auf der Straße abgelenkt werden. Bei 21 Prozent der Befragten war das schon einmal der Fall.

Platz 8: Tiere im Fahrzeug
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Vierbeiner im Auto sorgen leicht für Ablenkung. 21 Prozent der Autofahrer hatten schon einmal ein entsprechendes Erlebnis.

Platz 7: Kinder im Auto
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icht nur Vierbeiner sind potenzielle Ablenker. 23 Prozent der Befragten nannten Kinder an Bord als Ursache für Unaufmerksamkeit im Verkehr.

Platz 6: Körperpflege
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Rund ein Fünftel (23 Prozent) der Befragten gab an, während der Autofahrt schon einmal abgelenkt gewesen zu sein, da man sich der Körperpflege widmete.

Platz 5: Essen und Trinken
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Der Verzehr von Speisen und Getränken führte bei 30 Prozent der Autofahrer zu gefährlicher Unaufmerksamkeit.

Die Versicherung bestimmt auch den Preis des Angebots. So hat die R+V-Versicherung beispielsweise bereits angekündigt, den Dienst ab April zusätzlich zu ihrem Schutzbrief anzubieten. Für das Notruf-System entstehen dem Autofahrer laut R+V weniger als 30 Euro Mehrkosten im Jahr.

Der Schutzbrief, der auch Leistungen wie Abschlepp-Service oder Krankenrücktransport beinhaltet, kostet inklusive Unfallmeldedienst 39,90 Euro im Jahr. Die Axa-Versicherung steigt ab Anfang Mai in das System ein, hier sollen die Kosten im „moderaten zweistelligen Rahmen“ liegen.

Der Datenschutz des Autofahrers ist laut GDV gewährleistet: Verläuft die Fahrt störungsfrei, werden keine Daten an die Notrufzentrale übertragen. Rückschlüsse auf die Fahrweise zu ziehen ist demnach ebenso unmöglich, wie Bewegungsprofile zu erstellen.

Benötigt wird für den Dienst ein Android-Smartphone (ab Version 2.3.4) oder iPhone (ab iPhone 5 und iOS8) sowie die 12-Volt-Buchse im Auto (Zigarettenanzünder). Die Datenübertragung zwischen Stecker und Smartphone funktioniert über Bluetooth. Der Unfallmeldestecker hat eine USB-Buchse, so dass das Smartphone während der Fahrt geladen werden kann.

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