Shell Eco-Marathon Die Fast-Null-Liter-Autos

Wenn beim Spritverbrauch auf 100 Kilometern eines Autos eine 3 vor dem Komma steht, platzen die Autohersteller bereits vor Stolz. Bei den Teilnehmern des Shell Eco Marathon steht dort eine 0.
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Jedes Team erhält nur einen Liter Kraftstoff Quelle: Shell

Jedes Team erhält nur einen Liter Kraftstoff

„Autorennen“ ist hier der falsche Begriff. Beim Shell Eco-Marathon (bis 18 Mai) schleichen die Fahrzeuge regelrecht über die Strecke. Denn es geht nicht um schnelle Rundenzeiten, sondern um einen möglichst geringen Verbrauch. Ein Liter Kraftstoff – Benzin, Diesel, Ethanol oder Wasserstoff – beziehungsweise die entsprechende Menge Strom steht den Teilnehmern zur Verfügung. Wer damit am weitesten kommt, hat gewonnen.

Bereits zum 20. Mal findet dieses Jahr der von dem Mineralölkonzern imagewirksam gesponserte Spritsparwettbewerb statt, parallel in Asien, Amerika und Europa. Teilnehmer sind nicht Autohersteller oder Profi-Fahrer, sondern Schüler und Studenten. Bei der europäischen Ausgabe in Rotterdam sind insgesamt 200 Teams am Start, 20 davon kommen aus Deutschland.

Gestartet wird in zwei Klassen: Bei den „Prototypen“ liegt der Fokus klar auf Effizienz, Komfort und Praktikabilität spielen keine Rolle. Alltagstauglicher und näher an heutigen Serienautos sind die „Urban Concept“-Fahrzeuge, die unter anderem auch einen Kofferraum bieten müssen. Rückspiegel, Sicherheitsgurte, Feuerlöscher und Überrollbügel sind für alle Fahrzeuge vorgeschrieben.

Fast 4.000 Kilometer mit einem Liter Benzin
huGO-BildID: 37007443 IMAGE DISTRIBUTED FOR SHELL - The Urban Two, #608, UrbanConcept, running on Hydrogen, competing for team ENSEM Eco Marathon, fr
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Mit starken Leistungen haben die deutschen Studenten-Teams beim Shell Eco-Marathon Europe in Rotterdam am Sonntag reihenweise Top-3-Platzierungen erkämpft. Gleich in 5 der insgesamt 12 Kategorien des weltgrößten Effizienz-Wettbewerbs landeten deutsche Teilnehmer auf dem Treppchen.

Bis zu 1.000 Kilometer mit einem Liter Kraftstoff oder der entsprechenden Menge Strom wurden dabei zum Teil mit den selbst konstruierten Fahrzeugen erreicht. Besonders erfolgreich waren unter anderem Teams der Hochschulen Offenburg (Baden-Württemberg) und Trier (Rheinland-Pfalz).

Insgesamt nahmen rund 200 Mannschaften aus Europa und Afrika teil, angemeldet waren auch 20 aus Deutschland.

huGO-BildID: 36982671 IMAGE DISTRIBUTED FOR SHELL - The Pyrforos, #330, Prototype, running on Battery Electric, competing for team Prometheus, from N
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Mehr als 40.000 Besucher verfolgten am Wochenende den Wettbewerb für Nachwuchs-Ingenieure bei herrlichem Sonnenschein in der niederländischen Hafenstadt. Dabei stellte die technische Abnahme der Fahrzeuge durch die Wettkampfleitung schon für einige Teams eine unüberwindbare Hürde dar – rund ein Zehntel der Teilnehmer scheiterte hier, bevor es überhaupt auf die 1,6 Kilometer lange Strecke im Herzen von Rotterdam ging.

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Das Trierer proTRon-Team erzielte mit seinem Prototyp 337 Kilometer pro Kilowattstunde und landete mit diesem Effizienzwert auf Rang 3 im Klassement der Wasserstoff-Antriebe mit insgesamt 10 Startern. In der Kategorie der straßentauglichen UrbanConcept-Fahrzeuge kam der zweite Wagen der Rheinland-Pfälzer auf 219 Kilometer, das reichte hier zum zweiten Platz.

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Der Shell Eco-Marathon wird grundsätzlich in zwei Klassen ausgetragen. Neben den rein experimentellen Fahrzeugen, die den Gesamtsieg unter sich ausmachen, starten die Urban-Concepts ...

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... Damit sind Modelle gemeint, die ein Minimum an Straßentauglichkeit zeigen müssen. Dazu gehört Platz für mindestens einen Passagier und ein wenig Raum für Gepäck. Mit diesen Einschränkungen fallen die möglichen Reichweiten drastisch.

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In beiden Kategorien gibt es jeweils sechs Unterkategorien: 1. Brennstoffzelle, 2. E-Mobility/Solar. 3.  Benzin, 4. Diesel, 5. Alternativ Benzin (z.B. Ethanol), 6. Alternativ Diesel (z.B. GTL).

Gebaut werden die Wettbewerbsfahrzeuge von Berufsschülern sowie Studenten von Fachhochschulen und Universitäten im Alter von 16 bis 25 Jahren.

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Die französischen Sieger des Prototypen-Wettbewerbs 2011 kamen mit der Energie von einem Liter Benzin 3.688,2 Kilometer weit. Der Rekord für Diesel liegt derzeit bei 1.481 km.

Wer siegen will, braucht nicht nur einen effizienten Antrieb, sondern vor allem eine windschlüpfige Karosserie. Der Großteil der startenden Fahrzeuge in der besonders sparsamen Prototypen-Klasse wirkt daher wie ein Wassertropfen auf Rädern – letztere gerne besonders schmal und groß, möglichst voll verkleidet und gerne auch nur im Trio vorhanden.

Um die Stirnfläche der Karosserie klein zu halten, findet der Fahrer häufig nur halb liegend in den engen Cockpits Platz. Umschlossen wird er dabei von einer möglichst fugenlosen Hülle aus Leichtbau-Werkstoff, häufig Karbon oder glasfaserverstärkter Kunststoff.

Doch Mühe und Komfortverzicht lohnen sich. Der aktuelle Rekord liegt bei 4.896 Kilometern Fahrt mit einem Liter Sprit. Das würde einem Verbrauch von 0,02 Litern auf 100 Kilometern entsprechen. Aufgestellt hat ihn 2010 ein Team der Polytechnischen Hochschule Nantes.

Als Antrieb nutzten die Franzosen einen Elektromotor, der von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle mit Strom versorgt wurde. Aber auch Benziner erreichen erstaunliche Werte von knapp 4.000 Kilometern pro Liter.

Mit aktuellen Serienautos haben die Extremsparer zwar wenig zu tun, die Themen Leichtbau und Aerodynamik sind aber auch in der Autoindustrie gerade schwer in Mode. Bekanntestes Beispiel dürfte der VW XL1 sein, der den Eco-Marathon-Teilnehmern optisch bereits recht nahe kommt. Der zigarrenförmige Zweisitzer, seit diesem Jahr in Kleinstserie gebaut, ist von den gleichen Ideen inspiriert, die auch die Studenten nutzen.

In Rotterdam wäre er mit seinem Diesel-Plug-in-Hybridantrieb aber chancenlos: ein Liter Sprit reicht ihm rechnerisch gerade einmal für 111 Kilometer.

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