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Siegeszug der Kameratechnik Künstliche Augen in Fahrt

Hightech-Auge, sei wachsam: Das moderne Auto kommt nicht mehr ohne Kameras aus. Die Videotechnik verhindert so manchen Parkrempler. Und autonome Fahrzeuge wären ohne die schlauen Linsen gar nicht denkbar.
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  • dpa
Räumliches Sehen durch Videotechnik: Stereokameras mit zwei Linsen können Objekte besser erkennen und liefern zudem bessere Entfernungsmessungen. Quelle: PR

Räumliches Sehen durch Videotechnik: Stereokameras mit zwei Linsen können Objekte besser erkennen und liefern zudem bessere Entfernungsmessungen.

(Foto: PR)

Berlin Man soll es nicht für möglich halten: Noch zu Beginn der 1990er Jahre baute Mercedes der S-Klasse Peilstäbe ein. Die Teile fuhren am hinteren Kotflügel als optische Orientierungshilfe aus, um dem Fahrer das Rangieren mit der ausufernden Karosse zu erleichtern. Angesichts der Hightech-Lösungen, die seitdem fürs Parken und alle möglichen Situationen ins Leben des Autofahrers Einzug gehalten haben, mutet diese mechanische Hilfestellung fast schon niedlich an.

Mittlerweile sind die Nachfolger der Peilstäbe, die Ultraschallsensoren, die als «Parkpiepser» ihren Dienst leisten, auch schon fast veraltet - sofern sie nicht an Kamerasysteme gekoppelt sind. Einparkhilfen mit Rückfahrkameras gibt es selbst schon für viele Kleinwagen.

Aber die Evolution ist unaufhaltsam: Als «natürliche Weiterentwicklung» sieht Nissan seinen Around View Monitor. 2007 gab die Technik ihren Einstand in der nur in Japan verkauften Großraumlimousine Elgrand. Bei anderen Herstellern heißen die verfügbaren Systeme Surround View (BMW), 360-Grad-Kamera (Mercedes) oder Area View (VW).

Sie alle liefern dem Fahrer Bilder vom gesamten Fahrzeugumfeld, die beim Rangieren, Parken oder Einfädeln bei unübersichtlichen Straßenverhältnissen helfen sollen.

In der Regel werden die Informationen von vier oder fünf Kameras, die rund ums Fahrzeug angebracht sind, in einer Rechnereinheit kombiniert. Errechnet werden Seitenansichten und Draufsichten, die die Autobauer oft mit «Bird's-Eye-View» bewerben (Vogelperspektive).

Surround-View oder 360-Grad-Überwachung ist momentan das Zauberwort, wenn es darum geht, das Autoumfeld beim Rangieren oder in kniffligen Verkehrssituationen sichtbar zu machen. Quelle: PR

Surround-View oder 360-Grad-Überwachung ist momentan das Zauberwort, wenn es darum geht, das Autoumfeld beim Rangieren oder in kniffligen Verkehrssituationen sichtbar zu machen.

(Foto: PR)

Mittlerweile ist die virtuelle Vogelperspektive bis in die Kleinwagenklasse vorgedrungen. «Wir hatten bei Markteinführung des Note 2013 im B-Segment das Alleinstellungsmerkmal», sagt Nissan-Sprecherin Ulrike vom Hau. BMWs Surround-View vom Zulieferer Valeo ist nach Angaben von Pressesprecherin Michaela Wiese überhaupt erst seit Juli 2013 verfügbar.

Doch künstliche Augen an Bord von Autos können noch weit mehr leisten. Sie beobachten den Fahrer, um ihn bei Müdigkeit zu warnen. Und ohne sie wären auch weitere moderne Assistenzsysteme zur Verkehrszeichenerkennung, der Spurhaltung, dem Notbremsen oder zur Warnung vor Kollisionen gar nicht denkbar.

Nur mit den optischen Linsen werden Objekte wie Fahrzeuge und Fußgänger verlässlich erkannt und die notwendigen Informationen generiert. Zugrunde liegen spezielle Bildverarbeitungsalgorithmen, erläutert Matthias Zobel, Entwickler beim Zulieferer Continental.

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