Sport-Boliden für Begüterte Lamborghini und Ferrari treten an zum Showdown

Seit einem halben Jahrhundert buhlen zwei italienische Rivalen um die gleiche Zielgruppe. Auf dem Genfer Salon kommt es erneut zum Kräftemessen: Zeitgleich präsentieren Ferrari und Lamborghini ihre neuen Topmodelle.
Kommentieren
Die unvernünftigsten Autos von Genf
huGO-BildID: 21109027 The new Wiesmann
1 von 44

Fans der Sportwagenmanufaktur Wiesmann verlangen nach Darstellung des Unternehmens seit Jahren ein aufs Wesentliche reduziertes Fahrzeug. Diesem Wunsch soll die Designstudie Spyder gerecht werden. Das Unternehmen aus Dülmen im Münsterland stellte ihre Version jetzt in Genf als spektakuläre Studie vor: Ohne Dach, Türen und Frontscheibe fällt der Zweisitzer extrem puristisch aus ...

The Wiesmann Spyder Design Study is pictured during the second media day of the 81st Geneva Motor Show at the Palexpo in Geneva
2 von 44

Mit dem weniger als 1.000 Kilogramm schweren Wiesmann Spyder hat der 420 PS starke V8-Motor von BMW leichtes Spiel: Laut Hersteller zeigt der Tacho in knapp 4,0 Sekunden Tempo 100 an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt rund 290 km/h.

The Wiesmann Spyder Design Study is pictured during the second media day of the 81st Geneva Motor Show at the Palexpo in Geneva
3 von 44

Ob der Spyder jemals als Kleinserienwagen erhältlich sein wird, macht Wiesmann unter anderem von den Reaktionen der Messebesucher abhängig. Die Entscheidung über die Produktion sei noch nicht gefallen, denkbar sei aber ein Marktstart im Jahr 2012.

81st Geneva International Motor Show
4 von 44

Wenn Toyota im nächsten Jahr hält, was die Sportwagenstudie FT-86 II Concept verspricht, dürfen sich Coupé-Fans schon mal freuen. Das Showcar gilt als Nachfolger des legendären Celica. Zu den Merkmalen der Studie gehören große Lufteinlässe, eine lange Motorhaube, stark ausgeprägte Radkästen und ein Heckspoiler. Im Innenraum macht ein weit nach hinten verlagertes Cockpit Eindruck. In dieser Entwicklungsstufe befinde sich das Auto "sehr nah an der Serienversion", die 2012 antreten soll, sagte ein Unternehmenssprecher. Den Celica hatte Toyota Ende 2005 nach 35 Jahren aus dem Programm genommen.

huGO-BildID: 21118396 The new Toyota
5 von 44

Der 4,23 Meter lange und nur 1,27 Meter hohe Konzeptwagen wird von einem 2,0-Liter-Boxermotor angetrieben. Das Aggregat ist über der Vorderachse montiert und gibt seine Kraft an die Hinterräder ab. Rund 200 PS soll der Boxer leisten, hieß es hinter vorgehaltener Hand am Messestand. Offiziell äußert sich Toyota zu Leistungs- und Fahrdaten noch nicht. Über ihre Preisvorstellungen sprechen die Japaner in Genf hingegen vergleichsweise offen: Die Serienversion des FT-86 II Concept soll ein "bezahlbarer Sportwagen" werden, der preislich dort anknüpft, "wo wir mit dem Celica aufgehört haben". Das lässt auf ein regelrechtes Sportwagen-Schnäppchen hoffen. Denn in Deutschland hat Toyota die letzten Exemplare des Celica für weniger als 30.000 Euro verkauft.

A new Alfa Romeo 4C concept car is displayed during the first media day of the 81st Geneva International Motor Show
6 von 44

Alfa Romeo belebt seinen Ruf als Sportwagenmarke. Dazu präsentiert die Fiat-Tochter in Genf die Studie 4C, die mit ihren Fahrleistungen Autos wie Audi TT oder Porsche Cayman in die Schranken weisen könnte. In weniger als fünf Sekunden beschleunigt der Zweisitzer auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 250 km/h. Das nur rund vier Meter lange Coupé wiegt nach Angaben von Entwicklungschef Harald Wester dank einer Karbonkarosserie auf einem Aluminiumrahmen weniger als 850 Kilogramm.

81st Geneva International Motor Show
7 von 44

Quer hinter den beiden Schalensitzen des 4C ist ein aufgeladener Direkteinspritzer mit vier Zylindern und nur 1,8 Litern Hubraum montiert, der über ein Doppelkupplungsgetriebe die Hinterachse antreibt. Unter einer gläsernen Abdeckung jederzeit sichtbar, leistet er dem Vernehmen nach etwa 235 PS und wird bereits im Alfa Romeo Giulietta eingesetzt.</p>

GenfDie Legende geht so: Der Traktorproduzent und Sportwagen-Liebhaber Ferruccio Lamborghini war mit seinem Ferrari unzufrieden. Also unterbreitete er Enzo Ferrari Vorschläge für Verbesserungen. Doch der winkte ab: Lamborghini solle sich lieber weiter um seine Traktoren kümmern. Das ließ Lamborghini nicht auf sich sitzen und entwickelte eigene Sportwagen - diese Kampfansage hallt bis heute nach. Knapp 50 Jahre später liefern sich die italienischen Hersteller jetzt auf dem Genfer Autosalon, der noch bis 13. März läuft, ein Duell der PS-Giganten. Ferrari tritt mit dem neuen Flaggschiff FF an, Lamborghini mit dem Aventador LP 700-4.

Lamborghini zeigt in Genf den Murcielago-Nachfolger Aventador LP700-4 Quelle: dapd

Lamborghini zeigt in Genf den Murcielago-Nachfolger Aventador LP700-4

(Foto: dapd)

Der Aventador soll im Sommer zu Preisen ab 303.450 Euro den Murciélago ablösen. Mit seinem 6,5 Liter großen und 700 PS starken V12-Triebwerk ist er dem Ferrari um 40 PS überlegen.

Dafür hat der FF aber die größere Klappe - und zwar am Heck: Mit seiner kombiähnlichen Sportback-Karosserie versucht der von einem neuen V12-Direkteinspritzer mit 6,3 Litern Hubraum angetriebene Bolide dem Lamborghini die Schau zu stehlen.

Noch ohne Preisschild: Der neue Ferrari FF. Quelle: dapd

Noch ohne Preisschild: Der neue Ferrari FF.

(Foto: dapd)

Nur zwei Türen, aber vier vollwertige Sitze und 450 bis 800 Liter Kofferraumvolumen sollen den Erben des Ferrari-Coupés 612 Scaglietti familientauglich machen. Ans Ziel gelangt man mit dem bis zu 335 km/h schnellen FF zügig - und zwar erstmals in der Firmengeschichte mit Allradantrieb. Der ist beim 1,14 Meter flachen Lamborghini Standard.

Dank seiner Karbon-Bauweise wiegt der Lamborghini, der in 2,9 Sekunden Tempo 100 und maximal 350 km/h erreicht, nur 1&nbsp;575 Kilogramm. Das wirkt sich positiv auf den Verbrauch aus: 17,2 Liter (CO2-Ausstoß: 398 g/km) gelten für einen Wagen dieses Kalibers als akzeptabel. Etwas schwerer fällt der Ferrari mit knapp 1,8 Tonnen aus. Mit einem Verbrauch von 15,4 Litern (CO2-Ausstoß: 360 g/km) steht er sogar besser da. Preise für den FF nannte Ferrari nicht.

Platz für vier Personen und Gepäck, das ist neu bei Ferrari Quelle: Reuters

Platz für vier Personen und Gepäck, das ist neu bei Ferrari

(Foto: Reuters)

Welcher der beiden Italiener als Sieger aus dem Duell hervorgeht, entscheidet am Ende die gut betuchte Kundschaft. In jedem Fall werden die beiden wichtigen Premieren das Sportwagengeschäft beleben, erwartet Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics: "Präsentieren Hersteller wie Ferrari oder Lamborghini neue Fahrzeuge, werden diese sofort gekauft. Eine Menge Kunden, die nicht über Geld nachdenken müssen, haben die Autos längst blind bestellt."

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Sport-Boliden für Begüterte: Lamborghini und Ferrari treten an zum Showdown"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%